Internetscheues Parlament
Rund ein Viertel der Schweizer Parlamentarier und Parlamentarierinnen verfügt über eine eigene Internetseite, unabhängig von den offiziellen Seiten ihrer Partei. Die Westschweizer Politiker ziehen nur zögerlich nach.
Von den 246 Parlamentariern in den beiden eidgenössischen Kammern verfügen rund 70 über eine eigene Homepage. Wenn man die einfachen Verweise auf andere Seiten und die Unbrauchbaren ausschliesst, findet man sich auf rund 60 persönlichen Seiten zurecht.
Sieht man von der Grafik ab, präsentieren sich die meisten ähnlich: Biographie, Standpunkte und News. Die Mehrzahl der Seiten wurden im Hinblick auf die letzten eidgenössischen Wahlen 1999 geschaffen.
Westschweiz zieht nach
Auf der Seite der französischsprachigen Parlamentarier haben lediglich sieben eine persönliche Homepage. Auf die Frage, warum dies so sei, wagt ein SP-Sprecher eine Antwort: «Die Romands wollen die politischen Themen nicht zu sehr personifizieren. Sie wollen auf einer einheitlichen Liste erscheinen.»
Von 13 gewählten Vertretern aus dem Kanton Genf ist keiner im Internet vertreten. Selbst SP-Parteipräsidentin Christiane Brunner besitzt keine persönliche Seite. Auch die sieben Neuenburger Räte sind im Netz nicht vertreten.
In den Deutschschweizer Kantonen machen besonders gewählte Zürcher und Berner ihre Auffassungen per Internet bekannt. Von den Kollegen im Aargau, Solothurn und Schaffhausen hat einer von zwei Parlamentariern eine eigene Internetseite und im Tessin findet man drei von zehn Politikern auf dem Netz.
Stand nach Parteien
Die Parteien sind etwa gleich stark mit persönlichen Homepages vertreten. Bei der CVP sind 24 Prozent der Parlamentarier im Internet zu finden, bei der SP sind es 29 Prozent.
Etwas stärker vertreten sind die Frauen. Von den 55 National-und Ständerätinnen unterhalten 15 eine eigene Internetseite. Das sind 27 Prozent der Frauen im Parlament.
swissinfo und Mathieu Cuplin (sda)
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