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Neuenburger Wahlen: Siegreiche Linke

Links-Grüne Wahlsieger (v.l.n.r.): Didier Berberat (SP), Jean Studer (SP) und Fernand Cuche (Grüne). Keystone

Die Linke hat bei den Wahlen im Kanton Neuenburg einen ersten Teilsieg gefeiert: Sie entriss den Bürgerlichen knapp die Mehrheit im Grossen Rat.

Beim zweiten Wahlgang in drei Wochen hat sie gute Aussichten, auch die Mehrheit in der Kantonsregierung erobern.

Bis der Sieg der Linken bei den Parlamentswahlen feststand, musste in Neuenburg lange gewartet werden. Erst gegen 3.00 Uhr am Montagmorgen war klar, dass die Linke neu 58 Sitze im 115-köpfigen Parlament hat, die Rechte deren 57. Bisher hatte das Bündnis aus Freisinnigen und Liberalen 60 Sitze, die Linke 55.

Nach den definitiven Resultaten kommen die Sozialdemokratische Partei (SP) auf 41 Sitze (+2) und die Grünen auf 10 (+3). Die Partei der Arbeit (POP) erreicht 6 Sitze (-1) und Solidarités hat noch 1 Sitz (-1).

Fulminanter Einstieg der SVP

Bei den Bürgerlichen verzeichnet die Schweizerische Volkspartei (SVP) einen fulminanten Einstieg ins Parlament. Sie erhält auf Anhieb 17 Sitze.

Die Rechnung für diesen Erfolg zahlen die beiden anderen rechten Parteien. Die Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) kommt noch auf 15 Sitze (-10). Die Liberalen bleiben mit 25 Sitzen (-10) die stärkste bürgerliche Partei.

Gute Ausgangslage für die Linke auch für den Staatsrat

Erst am 1. Mai, nach einem zweiten Wahlgang, wird die Zusammensetzung der neuen Regierung des Kantons bekannt sein. In der ersten Runde vom Wochenende erreichte bei einer Stimmbeteiligung von 44,5 % keiner der 27 Kandidierenden das absolute Mehr. Allerdings ist die Linke auch da in einer guten Ausgangslage.

Im Kampf um die fünf Regierungssitze schaffte SP-Ständerat Jean Studer das beste Resultat. Mit 21’741 Stimmen und einem Anteil von 38,9% lag er vor der Liberalen Sylvie Perrinjaquet. Die amtierende Regierungspräsidentin brachte es auf 20’425 Stimmen oder 36,7 Prozent. Das absolute Mehr lag bei 27’913 Stimmen.

Der zweite Bisherige, Bernard Soguel (SP), schaffte es mit 35% auf den vierten Rang. Der grüne Nationalrat und Bauernpolitiker Fernand Cuche schob sich mit 36,6% noch vor ihm auf den dritten Platz. Fünfter wurde SP-Nationalrat Didier Berberat.

«Ich bin sehr zufrieden mit den Resultaten», kommentierte Wahlsieger Studer. Es sei ein historischer Erfolg für die Linke, dass es zu einem völlig offenen zweiten Wahlgang komme.

Vor historischem Sieg?

Da es der Linken gelang, vier Kandidaten unter die ersten fünf in der Rangliste zu platzieren, könnte sie am 1. Mai einen historischen Sieg erringen. Holt die Linke die Mehrheit auch im Staatsrat, wäre Neuenburg der erste Kanton in der Nachkriegszeit, der eine linke Mehrheit im Parlament und in der Regierung aufweist.

Die Parteien müssen sich bis Dienstagmittag entscheiden, wen sie ins Rennen schicken wollen.

swissinfo und Agenturen

Neuenburger Grosser Rat:

SP (41 Sitze), Liberale (25), SVP (17), FDP (15), Grüne (10), PdA (6), Solidarités (1)

Wahlbeteiligung: 44,2%

Trotz des erstmaligen Einzugs der Schweizerischen Volkspartei (SVP) ins Parlament haben Linke und Grüne im Grossen Rat des Kantons Neuenburg knapp die Mehrheit erobert. Sie stellen zusammen neu 58 der 115 Sitze; damit haben sie ein Mandat mehr als die bürgerlichen Parteien.

Bei der Neuwahl der fünfköpfigen Kantonsregierung hatte keiner der 27 Kandidaten das absolute Mehr erreicht. Mit vier Kandidaten auf den ersten fünf Plätzen sind die Chancen der Sozialdemokratischen Partei (SP) und der Grünen intakt, beim zweiten Wahlgang vom 1. Mai auch in der Regierung die Mehrheit zu erobern.

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