Schweizer Logo-Wildwuchs vor der Ablösung
Das Schweizer Wappen soll die vielen verschiedenen Logos in der Bundesverwaltung ersetzen. Auch mit Anglizismen ist nun Schluss.
Das neue Erscheinungsbild soll bis 2006 umgesetzt sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 25 Mio. Franken.
Das einheitliche Logo der Bundesverwaltung steht. Der Bundesrat hat am Mittwoch das neue Erscheinungsbild mit Schweizer Wappen und dem Schriftzug «Schweizerische Eidgenossenschaft Confédération suisse Confederazione Svizzera Confederaziun svizra» vorgestellt.
Geprüft werden noch die Amtsbezeichnungen, so sollen Anglizismen verschwinden.
Verwilderung des Staatsdesign
Die Schweizerische Eidgenossenschaft, die sieben Departemente und die 73 Bundesämter treten heute in einer kaum mehr überblickbaren Vielfalt von Erscheinungsbildern an die Öffentlichkeit. Ein externer Expertenbericht sprach von einer «Verwilderung des Staatsdesigns».
Vor eineinhalb Jahren habe der Bundesrat dem Logo-Wildwuchs in der Bundesverwaltung daher den Kampf angesagt, erklärte Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz vor den Medien in Bern.
«Hüpfende Hasen»
Jedes Departement und Bundesamt habe sich im Laufe der Zeit einen eigenen Auftritt zugelegt. «Es gibt hüpfende Hasen und Weltkugeln in den Logos», sagte die Bundeskanzlerin.
Darunter habe sowohl die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Bund als Arbeitgeber als auch das einheitliche Erscheinungsbild nach aussen gelitten.
Im vergangenen August entschied der Bundesrat deshalb, dass die gesamte Bundesverwaltung künftig einheitlich mit einem schlichten Logo aus einem Schweizer Wappen und der Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» in den vier Landessprachen auftreten soll.
Wettbewerb
Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die Arbeitsgemeinschaft «CI Programm» aus Zürich und «Definitiv Design» aus Bern gewann. Der Bundesrat stimmte ihrem Vorschlag am Mittwoch zu. Jetzt könne die Umsetzung angegangen werden, sagte Huber-Hotz weiter.
Diese beginnt im Oktober dieses Jahres und soll bis Ende 2006 abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 25 Mio. Franken, die vor allem im Bereich Informationstechnologie anfallen. Gleichzeitig werden aber auch jährlich wiederkehrende Einsparungen von rund 7 Mio. erwartet.
Jede Broschüre, jeder Internetauftritt aber auch jeder Lastwagen der Bundesverwaltung soll künftig mit dem einheitlichen Logo versehen sein, wie die Bundeskanzlerin weiter sagte.
Der Bundesrat erhoffe sich davon eine Verbesserung der Transparenz staatlicher Leistungen, eine Stärkung des Zusammengehörigkeits-Bewussteins der Mitarbeitenden und eine vereinfachte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Verwaltungs-Einheiten. Zudem sollen jährlich Einsparungen von rund sieben Mio. Franken erzielt werden.
Neue Namen für einige Bundesämter
Im Zusammenhang mit dem neuen Logo hat sich der Bundesrat auch mit der Frage der Namensgebung befasst, wie Huber-Hotz sagte.
Die Namen der Departemente werden nicht geändert. Bei den Bundesämtern muss die Bundeskanzlei bis Ende Mai bestehende unsystematische Bezeichnungen benennen und mit den Betroffenen Alternativen evaluieren.
Insbesondere sollen Anglizismen und Benennungen ohne klar erkennbaren Bezug zur Bundesverwaltung geändert werden.
swissinfo und Agenturen
Der Bundesrat will mit dem einheitlichen Erscheinungsbild folgende Ziele erreichen:
Verbesserung der Transparenz staatlicher Leistungen
Kosteneinsparungen durch Standardisierung
Stärkung des Zusammengehörigkeits-Bewusstseins der Mitarbeitenden
Vereinfachte Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Verwaltungseinheiten.
Mit dem neuen Logo hat sich der Bundesrat auch mit der Frage der Namensgebungen befasst.
Er hat die Empfehlungen der «Arbeitsgruppe Terminologie» für neu- oder umzubenennende Organisationseinheiten der Bundesverwaltung für verbindlich erklärt.
Die Bundeskanzlei muss bestehende unsystematische Bezeichnungen von Organisationseinheiten benennen und mit den betroffenen Departementen und Ämtern Alternativen evaluieren.
So sollen auch Anglizismen und Benennungen ohne klar erkennbaren Bezug zur Bundesverwaltung geändert werden.
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