Walter Kälin kritisiert Kriegsparteien
Der UNO-Sonderbeauftragte für Binnenvertriebene, der Schweizer Walter Kälin, hat am Freitag beide srilankischen Konfliktparteien schwerer Vergehen bezichtigt. Er mahnte zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts.
Kälin zeigte sich insbesondere beunruhigt über das Schicksal von zehntausenden Zivilpersonen.
Im Konfliktgebiet seien rund 50’000 Menschen auf einigen wenigen Quadratkilometern gefangen, sagte der Völkerrechtler. Es gebe kaum Zugang für humanitäre Güter, Regierung wie Rebellen missachteten das humanitäre Völkerrecht.
Die tamilischen Befreiungstiger (LTTE) hinderten die Menschen am Verlassen der Zone und installierten in ihrer Nähe militärisches Material. In den vergangenen Tagen habe auch die Armee schwere Waffen eingesetzt, darunter Mörsergranaten.
Dies alles habe zu einer hohen und inakzeptablen Zahl von zivilen Opfern geführt. Kälin appellierte an die LTTE-Rebellen, die Zivilisten frei ziehen zu lassen und die Verteilung humanitärer Hilfe zu erlauben.
Der Bürgerkrieg in Sri Lanka scheint sich nach 25 Jahren dem Ende zuzuneigen. Es wird erwartet, dass das Militär bald den Sieg verkünden wird. Mehr als 50’000 Soldaten haben weniger als 1000 Tamilen-Kämpfer in einem Gebiet eingekreist, das nur 2,5 Quadratkilometer gross ist.
Bei den schweren Artillerieangriffen im Kriegsgebiet wurden nach Angaben von Ärzten binnen einer Woche mehr als 1000 Zivilpersonen getötet. Rund 7000 kamen der UNO zufolge bereits zwischen Ende Januar und Anfang Mai ums Leben, 16’700 weitere erlitten Verletzungen.
swissinfo.ch und Agenturen
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