Schweizer Soforthilfe für Südostasien

Touristen und Einheimische helfen Verletzten auf der Phi Phi Insel, Südthailand. Keystone

Die Schweizerische Landesregierung hat für die betroffenen Länder der Flutkatastrophe eine Soforthilfe von einer Million Franken gesprochen.

Dieser Inhalt wurde am 26. Dezember 2004 - 12:28 publiziert

Das schwerste Beben seit 40 Jahren hat im Indischen Ozean eine Flutkatastrophe mit unabsehbaren Ausmassen ausgelöst.

Beim schwersten Beben und der nachfolgenden Flutwelle seit Jahrzehnten kamen von Indonesien im Osten bis zu den Malediven im Westen über 17'000 Menschen ums Leben. Die Zahl der Opfer ist noch am Steigen. Mehr als eine Million Personen sind obdachlos geworden.

Eine erste Gruppe von rund 300 Schweizer Touristen sind am Montag morgen aus den betroffenen Regionen zurückgekehrt. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rechnet mit dutzenden von verletzen Schweizer Touristen.

Die Reiseversicherung Elvia geht von rund 60 verletzten Schweizern aus.

Sri Lanka am schwersten betroffen

Am schwersten betroffen waren die Küsten von Sri Lanka und Südindien. Das Zentrum des Erdstosses lag 40 Kilometer unter dem Meeresgrund vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra.

Die Flutwelle, in der Region als Tsunami bekannt, erreichte ihre grösste Gewalt jedoch 1600 Kilometer weiter westlich.

Bis zu sechs Meter hohe Wellen rissen Bewohner von Küstenregionen, Fischer und Touristen mit sich fort.

Beben mit Stärke 8,9

Das Beben um 2.00 Uhr (MEZ) hatte nach Messungen amerikanischer Seismologen eine Stärke von 8,9 und war damit das schwerste seit 1964 sowie das fünftschwerste seit 1900. Mehrere Nachbeben erreichten die Stärke von 7,0.

Die Flutwelle traf die Küsten von Sri Lanka, Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand, Myanmar (Burma) und Maledivien.

Die Zahl der Toten der Flutwelle betrug am Sonntagabend (MEZ) mehr als 10'000 und stieg laufend weiter.

Bundespräsident spricht Beileid aus

Mit Bestürzung und spontanen Hilfsangeboten haben Politiker und Hilfsorganisationen aus aller Welt auf die verheerende Flutwelle reagiert.

Der Schweizer Bundespräsident Joseph Deiss hat im Namen des Schweizer Volks den Angehörigen der Opfer des schweren Erdbebens sein Beileid ausgesprochen.

Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Stephanstag weiter mitteilte, ist der Krisenstab des EDA seit den frühen Morgenstunden aktiv.

Bis zur Stunde können nach Angaben des EDA noch keine gesicherten Angaben über eventuell betroffene Schweizerinnen und Schweizer gemacht werden.

Fest stehe aber, dass sich zahlreiche Schweizer Touristen in der betroffenen Region aufhalten.

Schweiz reagierte schnell

Der Bund gab 1 Mio. Franken für die Opferhilfe frei und sicherte den betroffenen Ländern weitere Unterstützung zu.

Experten des Schweizer Korps für humanitäre Hilfe (SKH)sind am Sonntagabend ins Erdbebengebiet in Südostasien abgereist, um die Hilfsbedürfnisse abzuklären.

Nach den Worten von SKH-Chef Toni Frisch soll das Geld vor allem für die Trinkwasserversorgung, die medizinische Versorgung und für die Erstellung von Unterkünften eingesetzt werden.

HEKS, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, hat für die Opfer der Katastrophe einen ersten Nothilfebeitrag von 100'000 Franken gesprochen.

Kontakt mit Botschaften und Konsulaten

Das EDA ist seit den frühen Morgenstunden in Kontakt mit seinen Botschaften und Konsulaten aus der Region.

Diese stehen ihrerseits zwecks Informationsbeschaffung mit den lokalen Behörden in Kontakt.

Viele Touristen hätten sich bei den lokalen Schweizer Vertretungen gemeldet. Darunter seien solche, die ihre Papiere oder ihr Geld verloren hätten. Andere vermissten ihr Gepäck. Es habe zudem Anrufe von Menschen gegeben, die andere Mitglieder ihrer Reisegruppe vermissten, sagte eine EDA-Sprecherin.

Besorgte Angehörige können sich auch an das EDA richten, und zwar unter der Nummer +41-31-325 33 33.

Auch Reiseveranstalter mit Notrufnummer

In der von der schweren Flutkatastrophe betroffenen Regionen halten sich auch rund 2000 Schweizer Touristen auf. Angaben über Schweizer Opfer lagen bis Sonntag-Abend (MEZ) nicht vor.

Die Abklärungen über die Lage der Schweizer Feriengäste in der Region laufen.

Allfällig betroffene Schweizer Gäste befinden sich in erster Linie auf den Malediven, auf der thailändischen Insel Phuket und in Sri Lanka, wie Hotelplan- Sprecher Hans-Peter Nehmer erklärte.

Die drei Reiseveranstalter haben Krisenstäbe eingerichtet und die notwendigen Schritte zur Betreuung der Gäste vor Ort eingeleitet. Zudem haben sie eine gemeinsame Telefon-Notnummer für Angehörige eingerichtet unter der Nummer +41-01-283 39 99.

Glückskette eröffnet Sammelkonto

Die Glückskette eröffnete unterdessen ein Sammelkonto. Es stehe jetzt schon fest, dass ganze Küstengebiete betroffen und Tausende Menschen gestorben seien, hiess es in einem Communiqué.

Die Partner-Hilfswerke könnten in mehreren der betroffenen Ländern aktiv werden.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das Beben mit der Stärke 8,9 auf der Richterskala ist das stärkste Beben seit 1964 (Alaska).
Gemäss amerikanischen Seismologen handelt es sich beim jetzigen Beben um das fünfstärkste seit 1900.
Die letzte grosse Flutwelle (Tsunami) ereignete sich am 17. Juli 1998. Sie forderte an der Küste von Papua-Neuguinea rund 2500 Menschenleben.

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In Kürze

Das PC-Konto der Glückskette:
10-15 000-6 mit dem Vermerk "Seebeben Asien"
Spenden via Internet: www.glueckskette.ch

Hotline EDA für Angehörige: +41 31 325 33 33

Hotline Reiseveranstalter: +41-1-283 39 99

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