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Luzerner Stadtrat will Stadtbibliothek zu Begegnungsort entwickeln

Keystone-SDA

Der Luzerner Stadtrat will die Stadtbibliothek im Bourbaki Panorama umbauen und erweitern. Die Stadtregierung beantragt für das Projekt beim Grossen Stadtrat einen Sonderkredit von 9,9 Millionen Franken.

(Keystone-SDA) Da ein ehemaliges Ladenlokal im Erdgeschoss frei wird, will die Stadt dieses kaufen und ihr Stockwerkeigentum erweitern. Mit der Eigentümerin, der Stiftung Bourbaki, wurde für die rund 300 Quadratmeter grosse Fläche ein Preis von 4,3 Millionen Franken vereinbart, wie es am Montag vor den Medien hiess.

Neben Investitionen in den Ausbau und die Gestaltung der Räume im Betrag von 2,6 Millionen Franken ist auch eine Aufstockung des Personalbestands vorgesehen. Insgesamt ist für das Projekt ein Sonderkredit von 9,9 Millionen Franken veranschlagt.

Mit der Erweiterung sollen das Erdgeschoss und die Obergeschosse neu strukturiert werden. Mit dem Einbau von Zwischenböden werden zusätzliche Flächen für Büros, Sitzungszimmer sowie Veranstaltungsräume geschaffen. Zudem soll die Umweltberatung im EG einen Schalter erhalten, um ihre Angebote besser sichtbar und leicht zugänglich zu machen, hiess es.

Andere Varianten geprüft

Der Luzerner Stadtpräsident Beat Züsli (SP) bezeichnete die Stadtbibliothek am Montag als wichtigen Begegnungsort. Die Erweiterung stärke sie und das Bourbaki Panorama als lebendiges Zentrum für Quartier und Stadt.

Das Bauprojekt soll eng mit der geplanten Neugestaltung des Löwenplatzes koordiniert werden, sagte er weiter. Durch die Entsiegelung des Platzes und die Öffnung der Bibliotheksfassade soll ein «gesellschaftliches Zentrum» auf der rechten Seeseite entstehen. «Das trägt massgeblich zu einer erfolgreichen Stadtentwicklung bei», so der Stadtpräsident.

Der Stadtrat prüfte auch andere Optionen, etwa eine zusätzliche Filiale auf der linken Seeseite oder komplett neue Räumlichkeiten. Für die gewählte Lösung sprachen laut Züsli die schnellere Realisierbarkeit, die Chance für ein lebendiges Zentrum und Synergiemöglichkeiten mit dem Löwenplatz.

Räume und Angebote stark ausgelastet

Die Stadtbibliothek Luzern hat sich laut ihrem Leiter Tobias Schelling zu einem stark frequentierten Veranstaltungs- und Begegnungsort entwickelt. Die Zahl der Anlässe stieg von 20 (2004) auf über 450 im letzten Jahr. Fanden in den Anfangsjahren vor allem Lesungen statt, gibt es heute neben vielen anderen Workshops, Figurentheater und Stricktreffen.

Eine Bibliothek erfülle heute drei Aufgaben, so Schelling: Medien ausleihen, Wissen vermitteln und als sozialer Treffpunkt dienen. Die Nachfrage nach Veranstaltungen übersteige seit Längerem die Raumkapazitäten. «Wir platzen aus allen Nähten und sind zum Meister der Improvisation geworden», sagte er.

Nicht nur die Besucherzahlen, auch die Ausleihen nahmen zu: Sie stiegen laut Bericht an das Stadtparlament seit 2017 von 420’000 auf 526’000.

Eröffnung für 2028 vorgesehen

Patrick Deicher, Präsident der Stiftung Bourbaki Panorama, sprach von einem «Tag der Freude». Die Stiftung besitzt das Gebäude am Löwenplatz und betreibt dort seit 26 Jahren verschiedene Angebote, neben der Stadtbibliothek auch Kinosäle, eine Kunsthalle sowie Bar/Bistro und Läden. Das Haus werde mit der Erweiterung noch mehr zu einem Ort der Begegnung und der kulturellen Vielfalt. «Wir können die Erfolgsgeschichte weiterschreiben».

Der Grosse Stadtrat berät den Bericht und Antrag voraussichtlich in der Mai-Session. Im besten Fall starten die Arbeiten im zweiten Quartal 2027. Die Eröffnung ist für das erste oder zweite Quartal 2028 geplant. Das Vorhaben unterliegt dem fakultativen Referendum.

Die Stadtbibliothek Luzern wurde 1969 gegründet und hat seit 1999 ihren Standort im Bourbaki Panorama. Sie bietet laut eigenen Angaben rund 67’000 physische und 110’000 digitale Medien zur Ausleihe an.

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