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Ein Mann spricht vor einem Mikrophon

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Als Kind fuhr ich häufig mit meinen Eltern durch Domodossola, um meine Grosseltern zu besuchen. Jedes Mal erzählte mein Vater mit Begeisterung von der Republik Ossola. In dieser Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg waren die Schweizer für einmal nicht die Bösen. Aber lesen Sie selbst.

Liebe Grüsse aus Bern

Flüchtlinge aus Domodossola in Brig
Walter Studer/Keystone

Während des Zweiten Weltkriegs gelang es italienischen Partisanen, ein Gebiet in der Nähe der Schweizer Grenze von den Nazis zu befreien und dort eine Republik zu gründen.

Nachdem Italien sich 1943 aus dem Bündnis mit Deutschland gelöst hatte, kämpften italienische Partisanen gegen die deutschen Besatzer. Das Tessin diente ihnen quasi als Basislager, wohin sie sich regelmässig zurückziehen konnten. Am 8. September 1944 eroberten die Partisanen Domodossola. Die Deutschen kapitulierten und verliessen die Stadt. Die Partisanen gründeten eine Zivilverwaltung und bildeten eine Regierung.

Doch die Republik existierte nur einen Monat. Am 10. Oktober 1944 gingen die nationalsozialistischen Truppen zum Gegenangriff über und eroberten nach bitteren Kämpfen am 23. Oktober desselben Jahres das gesamte Gebiet von Ossola zurück.

Die Partisanen waren sich bewusst, dass sie den Deutschen nicht lange standhalten würden. Also organisierten sie mit Hilfe der Schweiz die Evakuierung von Tausenden Zivilisten, Kindern und verletzten Kämpfern in die Schweiz. Auch die Regierung floh über den San Giacomo-Pass ins Tessin.

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Wenn ja, in welchem Kanton sind Sie registriert? Gegen 30’000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer konnten diesmal nicht abstimmen:  Zum Artikel Corona verschärft Frust: Tausende Schweizer im Ausland können nicht abstimmen Letztes Jahr haben wir Sie gefragt, ob Sie die Wahlunterlagen erhalten haben:  Zum Artikel Hier können Schweizerinnen und Schweizer im Ausland (nicht) wählen und abstimmen

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In der leistungsorientierten Schweiz gilt: Je älter, desto höher das Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu werden. Bereits ab 45 Jahren steigt das Risiko drastisch.

Externer Inhalt

Die Langzeitbetrachtung der «Städteinitiative Sozialpolitik» zeigt gestützt auf neuste Zahlen: Bereits ab 45 Jahren steigen die Sozialhilfe-Quoten drastisch. Gemessen wurde in 14 Schweizer Referenzsstädten.

Ebenfalls besonders gefährdet sind Alleinerziehende sowie Menschen ohne Berufsabschluss. Und Personen mit gesundheitlichen Problemen: Viele ehemalige IV-Bezüger wurden in die Sozialhilfe abgeschoben, weil sie «zu gesund» sind für eine IV-Rente – aber zu krank für den Arbeitsmarkt.

Die Politik hat die Probleme durchaus erkannt: Der Bundesrat bringt demnächst den Vorschlag einer Überbrückungsrente für über 60-jährige Langzeitarbeitslose ins Parlament. Auch sollen Gelder für die Berufsbildung von Sozialhilfebezügern gesprochen werden.

Ein Mann spricht vor einem Mikrophon
Keystone / Peter Klaunzer

Die Bundesanwaltschaft hat sich mit dem Anwalt eines mutmasslichen Geldwäschers im Petrobras-Skandal auf ein abgekürztes Verfahren geeinigt. Brisant: Der Anwalt setzte sich im Parlament für die Wiederwahl des Bundesanwalts ein, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Der in der Schweiz Beschuldigte im brasilianischen Petrobras-Skandal und die Bundesanwaltschaft haben sich auf ein abgekürztes Verfahren geeinigt. Dieser Deal kam nur vier Wochen nach der knappen Wiederwahl von Bundesanwalt Michael Lauber durch das Parlament zustande.

Im Parlament setzte sich der Genfer Freisinnige Christian Lüscher mit Verve für Lauber ins Zeug (siehe Bild oben). Schweizer Medien weisen darauf hin, dass Lüscher als Anwalt den Beschuldigten im Petrobras-Skandal vertritt.

Das wirft die Frage nach potenziellen Interessenkonflikten von Parlamentariern auf: Dass eine Person als Parlamentarier den Bundesanwalt wählen kann und gleichzeitig als Anwalt einen Klienten in einem Strafverfahren der Bundesanwaltschaft vertreten darf, ist problematisch.


Eine Frau am Rednerpult
Adrian Moser

Die diesjährigen Wahlen sind für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer ein Frust: Keine elektronische Abstimmung, kein gewählter internationaler Kandidat, eine niedrige Wahlbeteiligung und zu spät eingetroffene Wahlzettel.

In diesem Jahr gelang es der Fünften Schweiz nicht mehr, einen ihrer Vertreter ins Bundeshaus wählen zu lassen. Der ehemalige Botschafter in Berlin, Tim Guldimann, war 2015 der erste und bisher einzige Auslandschweizer, dem die Wahl ins Eidgenössische Parlament gelang. 2018 trat er aus privaten Gründen zurück.

Kein Anlass zur Freude ist auch die niedrigere Wahlbeteiligung der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Ein Grund dafür ist, dass der Bund die elektronische Stimmabgabe gänzlich eingestellt hat. 2015 war dies für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die in gewissen Kantonen registriert waren, noch möglich. Im Kanton Genf zum Beispiel sank die Wahlbeteiligung von 32 auf 21 Prozent.

Diese Situation sei inakzeptabel, sagt die Direktorin der Auslandschweizer Organisation (ASO), Ariane Rustichelli, im Interview mit swissinfo.ch. Eine Anfechtung der Wahlen, wie sie einige Auslandschweizer angedroht haben, die ihre Wahlzettel zu spät erhielten, hält Rustichelli hingegen für aussichtslos.

Das Parlament, das die Schweiz am Sonntag gewählt hat, ist nicht nur weiblicher und grüner als das scheidende – es ist auch das jüngste in der Geschichte des Landes.

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Die Abgeordneten in der grossen Parlamentskammer, im Nationalrat, sind nun im Schnitt 49 Jahre alt. Bei den Wahlen vor vier Jahren lag das Durchschnittsalter bei 50,3 Jahren. Der künftig jüngste Parlamentarier ist 25 Jahre alt.

Welche der grossen Parteien stellt die jüngsten Nationalrätinnen und Nationalräte? Mit einem Durchschnittsalter von nur knapp 45 Jahren sind die Grünen bald mit dem jüngsten Team im Berner Bundeshaus vertreten. Meret Schneider beispielsweise ist eine der jungen Grünen: Die junge Frau aus Uster hat mit nur 14 Jahren die Jungen Grünen im Zürcher Oberland gegründet – jetzt ging ein Traum für sie in Erfüllung.

Die Gewählten BDP-Nationalrätinnen und Nationalräte hingegen sind die Ältesten – fast 56 Jahre sind sie im Schnitt, es sind aber auch nur zwei Männer und eine Frau. Auch die CVP mit immerhin 25 Gewählten hat einen hohen Altersschnitt. Knapp 52 sind die Frauen und Männer im Durchschnitt, der jüngste von ihnen ist Simon Stadler, 31.  

  • Lesen Sie hier die Analyse meines Kollegen Peter Siegenthaler: Das Parlament wurde jünger, weiblicher und grüner
  • Meret Schneider gehört zu den Frauen, aber auch zu den Grünen und den Jungen, die neu ins Bundeshaus einziehen. Sie ist Tierschützerin und Veganerin und hofft, ihre Themen bald mehr im Parlament einbringen zu können, schreibt das Nachrichtenmagazin NauExterner Link.   
  • Unsere Kollegen von SRF DataExterner Link hatten im Vorfeld der Wahlen alle Kandidierenden unter die Lupe genommen. Ein grosser Teil von ihnen, über 36%, war unter 30 Jahre alt.

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