Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Die Schweiz – der Urquell aller Freiheitskämpfer? Nicht ganz! Das Fundament der modernen Schweiz wurde in Russland designt, und der Architekt ist ein alter Grieche. Aber entdecken Sie selbst!
Herzliche Grüsse
Die heutige Schweiz – über Jahrhunderte von wackeren, freiheitsliebenden Eidgenossen geschaffen: Fake-News-Alarm!
Dem langjährigen Diplomaten Lorenzo Amberg verdanken wir heute bei swissinfo.ch einen Einblick in die Geschichte, der wohl einigen nicht so ganz in ihr Konzept der Wurzeln der Schweiz von heute passt.
Amberg wirft ein Schlaglicht auf Ioannis Capodistrias: Der griechische Adlige nämlich war es – ausgestattet mit einem Mandat Russlands – welcher der Schweiz am Wiener Kongress anno 1815 das Rüstzeug verlieh, das sie bis heute ausmacht: ein neutraler Kleinstaat im Herzen Europas.
Der Architekt der modernen Schweiz ist bei uns praktisch unbekannt. Einzig in der Westschweiz erinnern wenige Denkmäler an ihn, in Lausanne soll jetzt eine Allee nach ihm benannt werden.
- Begegnungen mit Capodistrias – Der Gastbeitrag von Ex-Botschafter Lorenzo Amberg möge helfen, dass der Schweizer «Geburtshelfer» auch in der Deutschschweiz allmählich bekannt wird und Anerkennung findet.
- Das alte Meer und der MannExterner Link – Porträt von Kollege Giannis Mavris von Fred Boissonnas, der sich vor 100 Jahren auf die Spuren von Odysseus gemacht hatte.
- Wie die Schweiz in Griechenland den Verletzlichsten hilft – Giannis, seine Eltern kamen aus Griechenland in die Schweiz, über ein dortiges Hilfsprojekt der Schweiz für Migrant:innen.
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In der Schweiz hat sich einer aufgemacht, das Justizsystem umzukrempeln. Sein Werkzeug: das Los.
In der Schweiz werden Mitglieder des höchsten Gerichts, des Bundesgerichts also, nach ihrem Parteibuch gewählt.
Unternehmer Adrian Gasser ist das schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Sein Vorschlag: die besten Richter:innen des Landes kommen auf eine Shortlist. Dann übernimmt das Los: die Zusammensetzung des Bundesgerichts soll also schlussendlich Sache des Zufalls sein.
Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, hat Gasser eine Volksinitiative lanciert – die Justizinitiative. Sie dürfte vor dem Souverän zwar kaum Gnade finden, aber das Begehren zeigt schon Wirkung.
- Politisch unabhängige Richter: Die Schweiz tastet sich vor
- «Der objektive Richter ist ein Ideal, vielleicht gar eine Illusion» – meine Kollegin Sibilla Bondolfi, sie ist ausgebildete Juristin, über die Entstehung des einmaligen Schweizer Systems der Richterwahlen.
- Richter per Los bestimmen – swissinfo.ch-Bericht mit Video-Interview mit Adrian Gasser.
- Demokratische Innovation in der Schweizer Gemeinde Sion – swissinfo.ch-Bericht über den Schweizer Pilotversuch mit einem Bürger:innen-Rat, der per Los bestimmt wird.
Es ist Fussball-Europameisterschaft – und die Schweiz entzieht ihrer «Nati» die Liebe. Dabei sollte sie das Gegenteil tun.
Die Auftritte der Schweiz gegen Wales und vor allem gegen Italien waren für die Fans der Rot-Weissen ein Schlag in die Magengrube: Da war ein Haufen Spieler auf dem Platz, die keinen Willen erkennen liessen, mit letzter Konsequenz das Ziel «Achtelfinal» anzusteuern. Das notabene so leicht zu schaffen gewesen wäre wie schon lange nicht mehr.
«Narkose-Kick», schrieb ich in einem Tweet nach der kläglichen 1:1-«Niederlage» gegen die mediokren Waliser.
In der K.o.-Partie vom Sonntag gegen die Türkei hat es die Schweiz in den Füssen, einen sofortigen Schlussstrich unter das traurige Eröffnungs-Kapitel an der Euro 2020 zu ziehen. Dafür aber bräuchten die Schweizer den vollen Rückhalt ihrer Fans. Aber ihnen schlägt mehrheitlich Hohn und Spott entgegen, Stichworte Lamborghini-Parade, Tattoostecher oder Wasserstoffsuperoxidierer.
Nach dem Turnier gilt es aufzuarbeiten, weshalb das Eis, auf dem sich die Schweizer Nati bewegt, immerzu zum Einbrechen dünn geblieben ist. Trotz aller grossartigen Erfolge in den letzten Jahren und Jahrzehnten.
- «Keine blonden Perücken» – Die Migros spottet über Nati-StarsExterner Link – Bericht im Blick mit zweifelhaftem Unterton.
- Friseur-Wirbel bei Schweizer ‚Nati‘ – beim Nachbarn schwingt Schadenfreude mit.
- Uefa warnt Spieler und Teams wegen Coca-Cola-FlaschenExterner Link – auch der Veranstalter droht, in einen Shitstorm abseits des Rasens zu geraten. Auslöser waren CR7 und zwei Coci-Fläschli – aus nachhaltigem Glas.
Ab in die Sommerferien: In Bern ist heute die Sommersession des Schweizer Parlaments zu Ende gegangen.
Schaut man nur aufs Parlament, so kann man mit Fug und Recht sagen: Es ist wieder ruhiger geworden in der Schweizer Politik.
Zum Einschlafen wars dennoch nicht: Der Entscheid von Mitte-Rechts, die Frauen für die Rentenabsicherung bezahlen zu lassen – mit der Erhöhung des Rentenalters von 64 auf 65 Jahre – erzürnte die Frauen bis ins bürgerliche Lager hinein. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Für die Medienbranche stellten die Räte ebenfalls eine Weiche, mit dem Beschluss eines Massnahmenpakets von 120 Mio. Franken.
Darüber hinaus stimmten die beiden Kammern einem Gegenvorschlag zu, mit dem die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal verbessert werden sollen. Einer entsprechenden Volksinitiative erteilten sie eine Absage.
- Parlament schränkt Spielraum des Bundesrats in der Pandemie einExterner Link – Sessions-Rückblick der NZZ (Paywall)
- Rentenreform in der Schweiz: Mount Everest statt Matterhorn – die Politikwissenschaftlerin Silja Häusermann nennt in unserem höchst erfrischenden Democracy Lab die Knacknüsse einer Rentenreform in der Schweiz.
- 30 Jahre Frauenstreik – Die Forderungen bleiben die GleichenExterner Link – Frauenstreik vom 14. Juni als «Kontrastprogramm» zum männerdominierten Schweizer Parlament (Bericht vom Schweizer Fernsehen SRF).
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