Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Als ich in meinen Studienzeiten eine Rechtsmedizinvorlesung besuchte, sagte ein Dozent zu uns – damals jungen – Frauen, statistisch am gefährlichsten seien für uns unsere Freunde, Ex-Partner und männlichen Verwandten. Das Thema Femizid ist in der Schweiz aktuell wie nie.
Herzliche Grüsse
Bereits mindestens 21 Femizide gab es in der Schweiz seit Anfang Jahr.
Ein Femizid ist gemäss Europäischem Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) eine Tötung von Frauen, Mädchen oder weiblich gelesenen Personen aufgrund ihres Geschlechts.
In der Schweiz wird durchschnittlich alle zwei Wochen eine Frau ermordet. Offizielle Statistiken zu Femiziden gibt es bisher aber nicht.
Der Bund plant nun eine Zusatzerhebung zu allen Tötungsdelikten. Damit soll geklärt werden, wie es zu Femiziden kommt und wie sie verhindert werden könnten.
- Der Beitrag von SRFExterner Link.
- Ein Artikel im BlickExterner Link.
- Aus unserem Archiv: Dann schlägt er noch einmal zu.
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Im November entscheidet die Schweiz über die Justiz-Initiative. Diese verlangt, dass Richter:innen zukünftig per Los bestimmt werden.
Bisher werden Bundes:richterinnen vom Parlament gewählt. Das führt laut Initiant:innen zu «Klüngeleien». Auch die Staatengruppe des Europarats gegen Korruption kritisiert die Schweiz.
Die Initiant:innen wollen die Justiz entpolitisieren und die Richterschaft diverser machen. Dank Losentscheid sollten es beispielsweise mehr Frauen in Ämter schaffen, oder etwa nicht?
Die Anwältin Nina Ochsenbein (im Bild), die jüngst in ihrer Dissertation Wahlsysteme und Frauenanteile untersucht hat, ist skeptisch: Solange sich weniger Frauen bewürben, ändere auch der Losentscheid wenig am unausgeglichenen Geschlechterverhältnis.
- Auf SWI swissinfo.ch finden Sie einen Explainer und das Interview mit Nina Ochsenbein.
- Aus unserem Archiv: Initiant Adrian Gasser im Interview.
- Die Chancen der Justizinitiative stehen schlecht, wie NauExterner Link kürzlich berichtete.
Eine deutsche Zeitung lästert über den Schweizer Bundesrat Ueli Maurer, weil dieser «gemeinsame Sache» mit Corona-Verharmlosern und Impfgegnern mache.
Auch in anderen europäischen Ländern gebe es Unmut und Demonstrationen gegen Corona-Massnahmen, schreibt die Frankfurter Allgemeine FAZ in der Sonntagsausgabe. Dass aber ein Mitglied der Regierung offen mit den Gegnern sympathisiere, das gebe es nur in der Schweiz.
Gemäss Kollegialitätsprinzip sei Ueli Maurer gehalten, die Entscheidungen des Bundesrats mitzutragen. «Doch das schert den Finanzminister nicht», so die FAZ.
Laut der deutschen Zeitung würde ein solches Ausscheren eines Ministers in anderen Ländern unweigerlich in dessen Rücktritt münden. In der Schweiz aber gebe es keine «Rücktrittskultur».
- Der Artikel in der FAZExterner Link.
- NauExterner Link über die Berichterstattung der FAZ.
- Aus unserem Archiv: Trychler-Traditionen – vor Corona.
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«Abzocker-Initiative», «Steuergerechtigkeits-Initiative», «Fair-Food-Initiative» – manche Titel von Volksinitiativen klingen so gut, dass man glatt Ja sagen möchte.
Wird die freie politische Meinungsbildung verfälscht, wenn ein Titel einer Initiative völlig irreführend ist?
Dieser Frage geht Watson in einer Analyse nach. Im Parlament ist ein Vorstoss hängig, der neutralere Titel bei Volksinitiativen fordert.
Die Bundeskanzlei darf bereits heute irreführende Titel ablehnen. Bisher tat sie das allerdings erst zwei Mal. Zum Beispiel ergänzte sie die Volksinitiative «Das freie Wort» mit dem Zusatz «unter gleichzeitiger Abschaffung des Verbots der Rassendiskriminierung».
- Die Analyse von WatsonExterner Link.
- Aus unserem Archiv: Die Volksinitiative, die niemand verstand.
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