Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Während ich mit einem Ohr dem Streitgespräch zum Covid-Zertifikat auf swissinfo.ch zuhöre, sind sich zu diesem Thema weder die grösste Partei der Schweiz noch grenzüberschreitende Skigebiete einig.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Anders als ihre nationale Mutterpartei fasste die SVP des Kantons Aargau die Ja-Parole für die kommende Abstimmung über das Covid-Gesetz. Damit stellt sie sich auch gegen ihren Kantonalpräsidenten Andreas Glarner.
«Gesellschaft spalten? Nicht mit uns!» So wirbt die Schweizerische Volkspartei (SVP) für ein Nein in der bevorstehenden Abstimmung zum Covid-Gesetz. Sie stört sich insbesondere am Covid-Zertifikat, das die Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte einteile.
Wirklich geeint ist die SVP aber selbst nicht: Die Aargauer Kantonalsektion folgt der Mutterpartei nicht und beschloss mit einer hauchdünnen Mehrheit von 48 zu 47 Stimmen, sich hinter das Covid-Zertifikat zu stellen.
Sie hört damit auf die Empfehlung des Aargauer Gesundheitsministers und SVP-Politikers Jean-Pierre Gallati, der die Massnahmen gegen die Pandemie im Kanton umsetzen muss. Gleichzeitig stellt sich die Kantonalpartei gegen ihren eigenen Präsidenten, den als Provokateur bekannten Nationalrat und Asylpolitiker Andreas Glarner.
- Mehr Details und Impressionen vom Parteitag gibt es bei der Aargauer ZeitungExterner Link.
- SRF News berichtete hierExterner Link
- Worum geht es in der Abstimmung genau? Mein Kollege Samuel Jaberg fasst die wichtigsten Punkte hier zusammen.
Noch mehr Knatsch wegen dem Zertifikat: Auf österreichischen Skipisten gilt 3G, in der Schweiz nicht. Für das an Österreich angrenzende Samnaun ein Problem.
Kaum ein Thema hat die Schweiz im vergangenen Winter so bewegt wie die Frage nach Schutzmassnahmen in den Skigebieten. Umso grösser die Erleichterung, als es vor wenigen Wochen hiess: In Bergbahnen und an Skiliften wird es Stand jetzt keine Zertifikatspflicht geben.
Damit wäre alles geklärt, um am 25. November in die Skisaison zu starten. Nicht so für den Bündner Wintersportort Samnaun: Seit 40 Jahren bildet er mit dem österreichischen Ischgl ein gemeinsames Skigebiet. Ischgl hatte sich ganz zu Beginn der Pandemie als europaweiten Corona-Hotspot einen Namen gemacht. In Österreich gilt in Skigebieten 3G: Geimpft, genesen oder getestet.
Zähneknirschend setzt nur auch Samnaun auf die 3G-Regel: «Es ist selbstredend, dass die schärfst mögliche Regelung zum Zug kommt, sonst hätten die Kollegen in Österreich ein Problem», sagt der Direktor der Samnauner Bergbahnen gegenüber SRF News.
- SRF News berichtet hierExterner Link in Text, Bild und Ton.
- Die Schweizer Regierung ist noch zurückhaltender als die Seilbahnbetreibenden, wenn es darum geht, zertifikatsfreies Skifahren zu versprechen, liest man im BundExterner Link.
- Unsere Datenjournalistin Pauline Turuban rechnete im vergangenen Winter vor, wie stark Berggebiete in der Schweiz vom Skibetrieb abhängig sind.
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Die Schweiz will bis 2050 klimaneutral werden. Kritiker:innen monieren, der von der Schweiz eingeschlagene Weg sei zu langsam.
Mit dem Pariser Klimaabkommen hat sich die internationale Gemeinschaft darauf geeinigt, die globale Erwärmung auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Auch die Schweiz hat sich dazu verpflichtet.
Eine Nichtregierungs-Organisation in Berlin hat nun durchgerechnet, wie gut einzelne Länder unterwegs sind, um dieses Ziel zu erreichen. Sie kommt zum Schluss: Die Schweiz macht zu wenig.
Würden alle Länder gleich vorgehen wie die Schweiz, würde sich das Klima bis zum Ende des Jahrhunderts um ganze 4°C erhöhen, rechnet die Organisation vor. Gerade für ein reiches, technologisch fortgeschrittenes Land wie die Schweiz sei das «sehr enttäuschend».
- Mein Kollege Luigi Jorio schreibt über den «enttäuschenden» Beitrag der Schweiz zu einem emissionsfreien Planeten.
- Ein wichtiges Mittel für die Schweiz sind Klimakompensationen. Doch was ist das überhaupt? Unsere Videojournalistin Céline Stegmüller erklärt es kompakt in zwei Minuten.
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Um drohende Stromlücken zu decken, sollen Autobahnen künftig mit Solarpanels gesäumt werden. Doch das Potenzial sei bescheiden, schreibt die Neue Zürcher Zeitung.
Seit der Bund vor zwei Wochen eine Studie veröffentlicht hat, die vor einer Stromlücke in den Wintern ab 2025 warnt, diskutieren Politik und Wirtschaft, wie solche Blackouts verhindert werden können.
Bundesrätin Sommaruga will dabei auf erneuerbare Energien setzen. Eine Lösung, die auf wenig Widerstand stösst und deshalb vom Bundesrat angetrieben wird, sind Photovoltaik-Anlagen entlang der Autobahnen und Zugstrecken.
Doch gemäss der NZZ ist das Potential solcher Anlagen bescheiden: Sie könnten den jährlichen Strombedarf von 22’000 Haushalten decken – das entspricht etwa 0,2 Prozent das Strombedarfs der Schweiz.
- Die Autobahn soll bald Solarenergie liefernExterner Link, titelt die NZZ (Paywall)
- Droht der Schweiz tatsächliche ein Blackout oder Strommangel?Externer Link Der Tagesanzeiger gibt Antworten.
- Ebenfalls im Tagesanzeiger: Energieministerin Sommaruga nimmt im Interview StellungExterner Link (Pawall).
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