Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Es gibt gute Nachrichten von der Coronavirus-Front. Aber nicht nur. Eine Zusammenfassung der neusten Meldungen finden Sie heute in Ihrem Briefing.
Herzliche Grüsse aus Bern!
Für einmal gute Nachrichten rund um die Pandemie. Aber nicht nur.
«Es läuft noch besser als im Best-Case-Szenario», titeln heute die Publikationen von Tamedia. Der Grund: Trotz hohen Ansteckungszahlen landen viel weniger Menschen im Spital, als die Taskforce des Bundes für diese Tage erwartet hatte. Aber: Für einen «Freedom Day» sei es noch zu früh.
Die schlechte Nachricht: Während der ersten Coronavirus-Welle sind mehr Menschen gestorben, als bisher angenommen. Das schreibt heute die Neue Zürcher Zeitung. Statt 1700 seien es 2100 gewesen. Immerhin: Die Zahl der Suizide hat in dieser Phase nicht zugenommen, so die NZZ weiter.
Und noch eine schlechte Nachricht: Wer sich früh impfen liess, muss jetzt sofort boostern, um noch ohne negativen Test ins Restaurant gehen zu können. Laut Watson könnten wegen der kürzeren Gültigkeitsdauer von 270 Tagen bald Hunderttausende ohne Zertifikat dastehen.
- «Es läuft noch besser als im Best-Case-Szenario» – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- «In der ersten Welle sind deutlich mehr Personen gestorben als bisher angenommen» – Artikel in der Neue Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- «Hunderttausende Geimpfte verlieren bald ihr Zertifikat» – Artikel bei Watson.chExterner Link.
- Unser Service zur Corona-Pandemie in der Schweiz: Die Situation in der Schweiz.
- Hier die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- In diesem Artikel haben wir die Corona-Krise für Sie grafisch dargestellt.
Nicht mit am Tisch: So fühlt es sich an, wenn man nicht eingeladen ist.
Bei Treffen der Ministerräte der Europäischen Union werden immer auch Ministerinnen und Minister aus Drittländern eingeladen. Beim informellen Ministerrat für Bildung, Forschung und Innovation (Bild) war die Schweiz als aktives Land im Europäischen Forschungsraum bisher immer dabei. Frankreich, das die Ratspräsidentschaft innehat, lud die Schweiz diesmal nicht ein.
Auch ein EU-Umweltministertreffen letzte Woche fand ohne die Schweiz statt. Normalerweise nimmt sie zweimal jährlich daran teil. In der nordfranzösischen Stadt Amiens ging es laut Tages-Anzeiger um den Green Deal, also wichtige Gesetzesvorhaben der EU im Kampf gegen den Klimawandel.
Hinter den Kulissen wird spekuliert, dass Frankreich die Schweiz schneidet – wegen deren Entscheid für einen US-Kampfjet und gegen das französische Modell. Immerhin: Bei Schengen-Treffen kann die Schweiz als Unterzeichnerin weiterhin am Tisch sitzen.
- «Schweiz wird von wichtigen Treffen ausgeschlossen» – Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- «Die EU schliesst die Schweiz von weiteren Treffen aus» – Artikel auf Bluewin.chExterner Link.
In der Schweiz therapieren Seelsorgende Homosexuelle. SRF wagte einen Selbstversuch.
Frankreich will so genannte Konversionstherapien für LGBTIQ-Menschen verbieten – mit einem neuen Gesetz. In Deutschland, Österreich oder Kanada sind solche Massnahmen bereits verboten. In der Schweiz versuchen Seelsorgende aus evangelikalen Kreisen weiterhin, aus homosexuellen wieder heterosexuelle Menschen zu machen.
Weil diese nicht öffentlich darüber sprechen wollen, recherchierte SRF-Reporter Livio Chistell alias Guido (Bild) verdeckt. Per Mail suchte er Hilfe, um sich von seiner Homosexualität befreien zu lassen. Drei Termine nahm er wahr – mit versteckter Kamera. Zwei «Therapeutinnen» vermuteten Traumata in der Kindheit. Bei der Heilsarmee wurde erst mal gebetet.
Ein hinzugezogener Experte erklärt, diese Personen hätten oft wenig Ahnung auf dem spezifischen Gebiet. «Alles ist in dieser Szene stark überformt von einem evangelikalen Welt- und Menschenbild«, sagt er. Nach der Konfrontation mit den Aufnahmen distanzierten sich alle betroffenen Beraterinnen und Berater von den umstrittenen Konversionstherapien.
- «Jesus, ich löse mich von gleichgeschlechtlicher Liebe» – Reportage von SRF NewsExterner Link.
- Die ganze Video-ReportageExterner Link finden Sie auf dem Youtube-Kanal von SRF Dok.
- «Ich habe unter der Konversionstherapie sehr gelitten» – Porträt eines BetroffenenExterner Link auf dem Portal der reformierten Kirchen Ref.ch.
- Der Kanton Basel-Stadt hat sich bereits für ein Verbot von Umpolungstherapien ausgesprochen – Artikel von SRF NewsExterner Link.
Die Schweiz bündelt die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit. Funktioniert das?
Er ist die Nummer zwei der Schweizer Auslandhilfe – Botschafter Thomas Gass von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Bei dieser Bundesagentur bleibt derzeit kein Stein mehr auf dem anderen: Eine rigorose Reorganisation ist im Gang.
Im Interview meiner Kollegin Sibilla Bondolfi erläutert Gass die Gründe für diesen Umbau. Es sind grob gesagt Synergien und eine Anpassung an internationale Entwicklungen. Künftig sollen die Instrumente und das Fachwissen aus den beiden Bereichen besser kombiniert werden.
Gass wehrt sich im Interview zudem gegen den Vorwurf, die Deza stehe unter der Knute des Eidgenössischen Aussendepartements. Die Agentur habe durchaus ein Recht für Vorschläge bei der Besetzung von Stellen auf höherer Ebene. «Ich habe es selten erlebt, dass die Vorschläge gekippt werden», sagt Gass.
- «Entwicklungshilfe war immer Teil der Aussenpolitik» – Interview von Sibilla mit Thomas Gass.
- «Schweiz legt Auslandhilfen zusammen: die Risiken» – Analyse von Sibilla zur Reorganisation der Deza.
- «Die Regierung konnte keine wirksame Antwort liefern» – Interview meines Kollegen Giannis Mavris mit dem Geschäftsleiter von Helvetas zur aktuellen Situation in Burkina Faso.
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