Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Heute war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich Kafi und Gipfeli in der Bäckerei holen konnte, ohne eine Maske anziehen zu müssen. Eigentlich das normalste in der Welt – und trotzdem fühlte es sich seltsam ungewohnt an. Situationen wie diese werden nach dem Fallen der Massnahmen in den nächsten Tagen wohl einige erleben.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Die Bevölkerung ist mit dem Bundesrat einverstanden: Sie befürwortet mehrheitlich die Aufhebung der meisten Corona-Massnahmen.
Seit heute gelten nur noch wenige Massnahmen, so hat es der Bundesrat gestern entschieden. Das entspricht ganz dem Wunsch der Bevölkerung, wie die jüngste Pandemie-Umfrage des Sotomo-Instituts im Auftrag der SRG verrät.
Während 28% der Befragten die Lockerungen für überstürzt hält, hätten 39% sogar eine noch schnellere Öffnung bevorzugt. So kommt die Umfrage denn auch zum Schluss: «Der Wunsch, die meisten Massnahmen zu beenden, ist in der Bevölkerung weit verbreitet.«
Die Menschen in der Schweiz sind in Bezug auf die Entwicklung der Corona-Krise so optimistisch wie nie in der zweijährigen Pandemie: Genau die Hälfte der Befragten zeigt sich optimistisch – während dem Tiefpunkt im Oktober 2020 waren es noch magere 21%.
- Mehr Resultate der Umfrage hat mein Kollege Olivier Pauchard hier für Sie zusammengefasst.
- Bundesrat Ignazio Cassis wurde ausgerechnet am Tag der Lockerungen positiv auf das Coronavirus getestetExterner Link – und muss nun in Isolation, eine der wenigen Massnahmen, die noch gelten.
- Plötzlich keine Masken mehr: Reportagen aus den Läden gibt es von WatsonExterner Link, dem TagesanzeigerExterner Link (Paywall) oder der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- Hoffentlich bald seltener im Briefing: Unsere Übersicht zur Situation in der Schweiz.
Der Schweiz drohen Engpässe in der Stromversorgung. Das will der Bundesrat mit Wasserkraftreserven verhindern.
Das Risiko, dass in der Schweiz der Strom knapp wird, steigt – vor allem in den Wintermonaten. Weil das Rahmenabkommen mit der EU gescheitert ist, kann die Schweiz auch nicht mehr so einfach auf Importe aus der EU zählen.
Es muss also dringend etwas gehen, wenn die Schweiz nicht bald im Dunkeln sitzen will. Das ist dem Bundesrat bewusst, der gestern erste Grundsatzentscheide gefällt hat.
Ab dem nächsten Winter will die Landesregierung eine Wasserkraftreserve einrichten. Diese soll man im Falle einer Stromknappheit anzapfen können. Zudem sollen Gaskraftwerke für Spitzenlasten verfügbar stehen. Wo und wie – das bleibt aber noch unklar.
- Wasserkraft und Not-Kraftwerke sollen Stromversorgung sichernExterner Link – SRF News.
- Wie die Schweiz eine Stromlücke verhindern willExterner Link – NZZ (Paywall).
- Mein Kollege Luigi Jorio schrieb bereits im Herbst über eine riesige Wasserkraftreserve in den Schweizer Alpen.
Sie ist ein Wahrzeichen am Himmel über der Schweiz, jetzt droht ihr der Total-Absturz: Die Schweizer Kunstflugstaffel Patroullie Suisse droht zum Opfer der neuen Kampfjets zu werden.
Wo die sechs rot/weiss bemalten F-5 Tiger choreographiert über Himmel düsen, strömen rasch tausende Zuschauer:innen zusammen. «Die Fangemeinde ist gross«, schreibt der Tagesanzeiger.
Damit könnte bald Schluss sein. Verteidigungsministerin Viola Amherd verkündete gestern vor den Medien, die F-5-Tiger-Flotte werde im Jahr 2025 eingestellt. Wie es danach mit der Kunstflugstaffel weitergeht, müsse man sich noch überlegen.
Klar ist: Der F-35, den der Bundesrat beschaffen will, ist ein Tarnkappenbomber und kommt als Patrouille-Suisse-Jet nicht infrage. Doch eine Abschaffung der Staffel dürfte es schwer haben: Amherds Vorgänger Ueli Mauerer sorgte 2013 für breite Entrüstung, als er ähnliche Pläne fasste – und ruderte kurz darauf zurück.
- HierExterner Link geht es zum ganzen Bericht im Tagesanzeiger.
- Auch der BlickExterner Link berichtete.
- 6-Milliarden-Kredit für F-35-Kauf muss nun durchs ParlamentExterner Link – nochmals im Tagesanzeiger.
Doppelsieg in der Alpinen Kombination der Frauen, Disqualifikation-Kontroverse statt Bronze im Skicross: Die Emotionen an den Olympischen Winterspielen gingen im Schweizer Team hoch.
Michelle Gisin gewinnt in der Alpinen Kombination Gold, Wendy Holdener machte den Schweizer Doppelsieg perfekt. Gisin wiederholt damit ihren Erfolg von 2018 – und muss im Ziel ihre zweitplatzierte Kollegin trösten.
Damit holt die Schweiz fünf alpine Goldmedaillen an einer einzigen Winter-Olympiade – ein Weltrekord! Keine andere Ski-Nation hat das zuvor erreicht.
Im Skicross-Final überquert Fanny Smith die Ziellinie zwar als Dritte, wird aber Minuten später auf Rang 4 zurückversetzt. Die Erklärung sorgt nicht nur bei Smith für Unverständnis: Sogar die Deutsche Daniela Maier, die den Medaillenplatz erbte, schüttelte ungläubig den Kopf.
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