The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Die Stadt Zug am Vierwaldstättersee

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Eine komplexe Unternehmensstruktur und für das US-Finanzministerum eine russische Firma: Die Solway AG aus Zug wirft Fragen auf. Auch für die Schweiz, denn die Unternehmensstruktur zeigt, wo es wohl einen blinden Fleck in der Durchsetzung der Russland-Sanktionen gibt.

Herzliche Grüsse aus Bern

Mann in rollkragenpulli in seinem Büro
swissinfo.ch

Für die USA ist der Fall klar: Wegen Langzeit-Bestechung in Guatemala stehen zwei Mitarbeitende und zwei Tochterfirmen der Solway unter Sanktionen.

Für das US-Finanzministerium ist die in Zug ansässige Solway ein «russisches Unternehmen, das seit 2011 guatemaltekische Minen ausbeutet».

Meine Kollegin Jessica Davis Plüss hat sich auf Spurensuche gemacht, was an diesen Vorwürfen dran ist. Sie konnte in Zug Verwaltungsrat Denis Gerasev, ehemaliger Russe mit israelischem Pass, befragen.

Die abschliessende Klärung bleibt noch offen.

Sie hätten die geschäftlichen Beziehungen zu Russland nach Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine gekappt, versichert Gerasev im Gespräch mit SWI swissinfo.ch.

Mein persönlicher Eindruck: Wer sich so lange um den Status einerBlackbox bemühte, muss sich nicht wundern, wenn jetzt Behörden und Medien Licht ins Dunkel bringen wollen.

Fotomontage mit den Ländergrenzen der Schweiz und Russlands und Putin
Illustration: Helen James / swissinfo.ch

Die Luft für diskrete Handelsfirmen wie die oben erwähnte Solway AG könnte in der Schweiz dünner werden. Der Grund: die internationalen Sanktionen gegen Russland.

Es ist auffällig: Die Schweiz scheint gerade für Unternehmen, die den internationalen Rohstoffhandel prägen, ein Paradies zu sein.

Neben tiefen Steuern, politischer Stabilität und Rechtssicherheit gibt es eine weitere wichtige Erklärung dafür: Die Transparenzregeln in der Schweiz kommen dieser verschwiegenen Branche sehr entgegen.

Doch jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen. Dies wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland, russische Oligarchen, russische Unternehmen und Firmen, die mit Russland Handel betreiben.

Eine der Hauptschwierigkeiten: Die Ermittlung der «wirtschaftlich Berechtigten» von Firmen, also der Inhaber:innen. Hier hinkt die Schweiz den Ländern der EU hinterher. Spitzenbeamt:innen aus Bern geben das unumwunden zu.

Ein Blick in die unmittelbare Nachbarschaft könnte helfen, den Gap zu schliessen: Was die Jagd nach Oligarchengeldern betrifft, ist auch Liechtenstein der Schweiz voraus.

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Bruno Kaufmann

Haben Sie etwas Spezielles über die Demokratie im Land, wo Sie leben, zu erzählen?

Lassen Sie es mich wissen! Mit etwas Glück besuche Sie und berichte auf SWI swissinfo.ch über Ihre Geschichte.

40 Kommentare
Diskussion anzeigen
Mann in Anzug hält eine Ansprache vor einer Schweizer Flagge
© Keystone / Alessandro Della Valle

Bleiben wir noch beim Thema Dunkelkammer: Der Schweizer Bundesanwalt fordert die Kronzeugenregelung im Kampf gegen die Mafia in der Schweiz.

Mildere Strafen für Angeklagte, die vor Gericht «singen»: In Italien ist die Kronzeugenregelung eine der wirksamsten Waffen im Kampf gegen das organisierte Verbrechen.

Wir hätten die Wahl, «in Schönheit sterben und nichts zu tun. Oder Konzessionen machen, die das Rechtsempfinden tangieren,» sagte Bundesanwalt Stefan Blättler zu den Tamedia-Zeitungen.

Das Parlament hatte 2017 eine solche Regelung abgelehnt. «Jetzt sind wir im 2023. Ich habe vorgeschlagen, dass wir dies thematisieren. Es ist kein Allheilmittel, aber es hilft«, so Blättler.

Fussballer, in roten Trikots die sich im Kreis umarmen
zVg

Zum Schluss stelle ich Ihnen noch eine Schweizer Fussballmannschaft auf ganz besonderer Mission vor.

Nein, es ist die mit viel Vorschusslorbeeren an die U21-EM gereiste Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, die gestern im Startspiel gegen Norwegen fast gestrauchelt wäre.

Vermutlich haben Sie – wie ich auch – noch nie vom FC Zuwebe gehört. Doch die Fussballer aus dem Kanton Zug sind eine Art Schweizer Nationalmannschaft, die an den Special Olympic World Games teilnimmt. Dies ist der weltweit wichtigste Sportanlass für Menschen mit Beeinträchtigung, der aktuell in Berlin stattfindet.

Spieler und Betreuer wollen nicht nur im Kampf um die Medaillen mitreden. Die Delegation versteht sich auch als Botschafter für mehr Inklusion in Sport und Alltag, wie Spieler Chris Etter sagte. Mitspieler Jonas Stalder ergänzt: «Mein grösster Traum ist es, dass Ausgrenzung und Diskriminierung aufhören.»

Der Name des Teams stammt übrigens von einer Stiftung, die in Zug Angebote für Menschen mit Behinderungen bietet. Ihre Tätigkeit umfasst die Bereiche Ausbildung, Beschäftigung, Wohnen und Sport.

Hopp inklusive Schwiz! Ich drücke dem FC Zuwebe in Berlin den Daumen!



Meistgelesen
Fünfte Schweiz

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft