Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Geschichte von Nathalie Favre hat mich beeindruckt. Sie ist eines der Kinder, die zwischen den 1970er- und 1990er-Jahren zu Tausenden illegal in der Schweiz adoptiert wurden. Ihre Herkunftssuche hat sie zurück in ihr Geburtsland Kolumbien geführt.
Herzliche Grüsse aus Bern
Illegal adoptiert: Nicht von hier, nicht von dort – die aufrüttelnde Heimkehr eines verkauften Mädchens.
Nathalie Favre wurde 1982 in Kolumbien geboren und nach ihrer Geburt zur Adoption freigegeben – gegen den Willen ihrer Mutter. Sie wurde von einem Paar aus der Schweiz adoptiert und wuchs behütet im Wallis auf.
Ihre Schweizer Eltern haben ihr ihre Herkunft nie verheimlicht und doch interessierte sich Favre den grössten Teil ihres Lebens nicht für ihre Wurzeln. Bis sie eines Tages als Erwachsene plötzlich eine grosse Sehnsucht nach Kolumbien verspürte.
Damals wusste sie noch nicht, dass diese Sehnsucht ihr ganzes Leben verändern würde. Sie hat in ihrem Geburtsland ihre leibliche Familie gefunden – und mehr. Heute lebt und arbeitet Nathalie Favre in Kolumbien. Sie hat einen Sohn, dem sie gern eine Schweizer Bildung ermöglichen würde. Doch ihr Ehemann, von dem sie getrennt lebt, verunmöglicht ihr die Ausreise.
- Meine Kollegin Melanie Eichenberger hat die turbulente Geschichte von Nathalie Favre aufgeschrieben.
- Nathalie Favre ist eines von Tausenden von Kindern, die illegal in der Schweiz adoptiert wurden – Artikel von SW swissinfo.ch.
- Interview mit einer Forscherin, die das Schicksal von adoptierten Kindern aus Sri Lanka in der Schweiz untersucht.
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Nach Flucht vor drei Jahren: EDA eröffnet in Afghanistan wieder einen Aussenposten.
Über die Feiertage habe ich den Film über das Schweizer Paar geschaut, das 2011 in Pakistan entführt und als Geiseln von der Taliban gefangen gehalten wurde. Damals terrorisierten die Taliban die Region, heute sind sie offiziell an der Macht in Afghanistan.
Als sich im Sommer 2021 die amerikanischen Streitkräfte aus Afghanistan zurückzogen, zeigten Bilder aus der Hauptstadt Kabul chaotische Szenen. Die Taliban rissen die Macht an sich und die diplomatischen Vertretungen flohen aus dem Land, so auch jene der Schweiz.
Nun hat das Aussendepartement (EDA) beschlossen, in Afghanistan ein humanitäres Büro zu eröffnen, trotz komplexer Sicherheitslage, wie der Blick schreibt. Die Schweiz werde sich gemäss dem EDA auf die notleidende afghanische Bevölkerung konzentrieren. Von Reisen nach Afghanistan wird abgeraten.
- Die Schweiz eröffnet in Kabul wieder eine Vertretung – Artikel im BlickExterner Link.
- Auf der Plattform Play Suisse von SRFExterner Link können Sie den Film über die Schweizer Taliban-Geiseln kostenlos streamen.
EU bestimmt: Jede Kakaobohne muss zurückverfolgbar sein.
Schokolade ist süss, kann aber auch einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen: Für die Herstellung von Schokolade wird im Ausland Wald gerodet. Die EU will das verhindern, ab 2025 dürfen in der EU nur noch Produkte verkauft werden, für die keine Bäume abgeholzt wurden.
Von der Tafel bis zum Feld: Der Weg jeder Kakaobohne muss zurückverfolgt werden können. Diese Regel soll auch für Kaffee, Palmöl, Soja, Rindfleisch, Holz und Kautschuk gelten und betrifft sämtliche Firmen, die in die EU importieren wollen.
Im Schweizer Parlament sind derzeit mehrere Vorstösse hängig, die für die Schweiz die gleichen Regeln vorsehen. Der Bundesrat möchte dies grundsätzlich auch, bleibt eine Umsetzung aber noch schuldig. Firmen wie Nestlé, aber auch der WWF, drängen den Bundesrat zu einer raschen Entscheidung.
- EU geht gegen Abholzung in den Tropen vor: Artikel von SRF.Externer Link
- Schokolade kann auch giftig sein – Artikel von SWI swissinfo.ch.
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«Max le Suisse» – wie ein krimineller Manipulationsexperte in Frankreich sein Unwesen treibt.
Welchen Ruf hat die Schweiz in Ihrem Wohnland? Diese Frage stellt mein Kollege Giannis Mavris in unserer neuen Debatte. Heute habe ich bei 20 Minuten von einem Herrn gelesen, der eher nicht zu einem guten Ruf der Schweiz beiträgt.
«Max le Suisse» wird ein Trickbetrüger in Frankreich genannt, der seit über 10 Jahren in Frankreich kriminell aktiv ist. Er gibt sich unterwegs als Arzt oder Architekt aus und tischt gutgläubigen Menschen erlogene Geschichten auf, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zum Beispiel täuscht er vor, Geld für die Operation seiner Tochter zu brauchen.
Oft scheint er damit Erfolg zu haben und er hat auch eine gewisse Berühmtheit erreicht. Schon mehrmals hat er es mit Bild in die Presse geschafft. Seine Opfer beschreiben ihn als sehr gebildet und angenehm. Abgesehen von seiner betrügerischen Art.
- «Max der Schweizer» – krimineller Manipulationsexperte in Frankreich, Artikel von 20 MinutenExterner Link.
- Zu welchem Ruf der Schweiz tragen Sie bei? Erzählen Sie es uns.
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