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Ein Postauto fährt an Blumen und Kerzen vorbei

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Die Bilder eines Postautos im Vollbrand erschütterten die Schweiz. Nach der Selbstverbrennung eines psychisch Kranken, die sechs Todesopfer forderte, will die Postauto AG ihr Fahrpersonal zusätzlich schulen.

Zudem im heutigen Briefing: Wegen eines Drohnenangriffs auf den Flughafen von Dubai mussten Ferienreisende nach fast zehn Stunden Flug unverrichteter Dinge wieder in Zürich landen. Und was hat es mit der unflätigen Beleidigung von Bundesrätin Karin Keller-Sutter durch einen Chatbot auf sich?

Herzliche Grüsse aus Bern

Brandermittler untersuchen die verkohlte Hülle eines Postautos
Brandermittler untersuchen in Kerzers die verkohlte Hülle des vollständig ausgebrannten Postautos. Keystone / Alessandro Della Valle

Das brennende Postauto in Kerzers schockierte letzte Woche die Schweiz. Ein psychisch kranker Mann hatte sich am Dienstag selbst angezündet. Hinter der Tragödie mit sechs Toten steht laut Medienberichten ein systemisches Problem: Psychiatrien entlassen Kranke immer früher.

Kranke Menschen werden laut einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung heute oft nach nur 32 Tagen entlassen. Da ambulante Plätze fehlen, landen sie teils in Notschlafstellen oder auf der Strasse. Dieser politische Wandel sollte Integration fördern, schafft aber neue Risiken für die Gesellschaft.

Postauto will nach dem Feuerdrama auf die Verunsicherung des Personals mit zusätzlichen, praxisnahen Schulungen vor Ort reagieren, wie Postauto-Chef Stefan Regli im Interview mit dem Sonntagsblick erklärte. In Rollenspielen sollen Chauffeurinnen und Chauffeure Deeskalation und den Ernstfall bei Bränden trainieren. Ziel sei, dass sich das Personal trotz steigender Gewalt im Alltag wieder sicher fühle.

Im Interview gab Regli auch Praxistipps für Passagierinnen und Passagiere. Muss im Notfall eine Scheibe eingeschlagen werden, sollte auf den Rand und nicht in die Mitte geschlagen werden. Dort sei die Spannung am grössten, was das Glas sofort bersten lasse. Zudem befinde sich in allen Postautos bei jeder Tür ein rot markierter Nothebel, mit dem sich die Tür öffnen lasse.

Schwarzer Rauch aus einem Tank auf einem Flughafen
Am frühen Montagmorgen traf eine Drohne in der Nähe des Dubai International Airport einen Treibstofftank, was zur vorübergehenden Einstellung der Flüge führte. Copyright 2026 The Associated Press. All Rights Reserved.

Fast zehn Stunden Flug ab Zürich, nur um wieder genau dort zu landen: Ein Drohnenangriff auf ein Treibstofflager beim Flughafen in Dubai machte dies für Reisende aus der Schweiz nötig. Dies zeigt, wie verwundbar globale Drehkreuze im aktuellen Nahost-Konflikt sind.

Der Flug EK86 aus Zürich musste nach vier Stunden abrupt umkehren. Er war laut Tages-Anzeiger um 22.27 Uhr am Flughafen Zürich gestartet und befand sich bereits über Medina in Saudi-Arabien, als der Flughafen in Dubai wegen eines Drohnenangriffs geschlossen werden musste. Nach neuneinhalb Stunden landeten die Passagiere wieder am Ausgangspunkt ihrer Reise.

Dubai ist eines der zentralen Drehkreuze im Nahen Osten und gilt als eines der wichtigsten der Welt. Die dortigen Airlines setzen mit ihrem Geschäft zum grossen Teil auf Transitpassagiere, die von allen Ecken und Enden der Welt ihre Langstreckenreisen mit Umsteigen in Dubai planen.

Dass dieser zentrale Knotenpunkt attackiert wurde, markiert eine neue Eskalationsstufe im Krieg mit dem Iran. Es zeigt, dass zivile Infrastruktur zunehmend zur Zielscheibe wird. Schon zuvor war der Flugplan massiv eingeschränkt worden. Am Wochenende meldeten mehrere Medien, dass die Fluggesellschaft Swiss alle ihre Flüge nach Dubai bis Ende März ausgesetzt habe.

Zudem informierte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag an einer Medienkonferenz über die Lage im Nahen Osten und über die Situation von Schweizer Staatsangehörigen vor Ort. Die Schweizer Botschaft in Teheran ist seit letzter Woche vorübergehend geschlossen, Botschafter Olivier Bangerter und sein Team sind wieder in der Schweiz. Rund 1000 Schweizerinnen und Schweizer befänden sich derzeit noch in den Golfstaaten und hätten sich beim EDA gemeldet, sagte Monika Schmutz Kirgöz, Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten im EDA. In den letzten Tagen seien die Anfragen an die EDA-Helpline jedoch «markant zurückgegangen».

Zugang zu einer Radiologie-Abteilung in einem Spital
Zugang zu einer Radiologie-Abteilung im Lausanner Universitätsspital Waadt. Keystone / Cyril Zingaro

Erst letzten Sommer führte das Lausanner Universitätsspital Waadt (CHUV) eine Meldestelle für Mobbing ein. Und schon wird sie von Meldungen über problematisches Verhalten überschwemmt.

Mobbing, sexuelle Belästigung und andere unangemessene Verhaltensweisen: 143 Meldungen sind in lediglich sieben Monaten bei der neuen Anlaufstelle «cellule safe» des Universitätsspitals Lausanne eingegangen. Das berichtet das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.

«Es ist ein Grund zur Sorge und zur Wachsamkeit», zitiert RTS die Generaldirektorin des CHUV, Claire Charmet. Am Spital arbeiten rund 12’000 Personen, darunter 2000 Ärztinnen und Ärzte.

Die Meldungen hätten bereits zu rund 300 Gesprächen mit Direktbetroffenen oder Zeugen geführt. 20 dieser Fälle wurden an die Personalabteilung des Universitätsspitals weitergeleitet, vier Verwarnungen und vier Ermahnungen seien ausgesprochen worden. In zwei Fällen kam es zu Kündigungen, wovon eine vor Gericht angefochten wurde.

Eine Frau sitzt an einem Rednerpult, dahinter die Schweizer Flagge
Bundesrätin Karin Keller-Sutter am 4. März 2026 an der Frühjahrssession der Eidgenössischen Räte im Nationalratssaal in Bern. Keystone / Andreas Becker

Künstliche Intelligenz als Pöbel-Werkzeug: Elon Musks Chatbot Grok hat Bundesrätin Karin Keller-Sutter wüst beschimpft. Der Vorfall löst in Bern eine Debatte über juristische Grenzen und die Kommunikation des Bundes auf der Plattform X aus.

Auf Wunsch eines Nutzers beleidigte Grok die Finanzministerin Karin Keller-Sutter sexistisch und vulgär, wie die Aargauer Zeitung berichtet. Anders als seine Konkurrenten verzichtet Musks KI bewusst auf Filter gegen Diffamierungen und wird als von ihm «wahrheitsgetreu» vermarktet.

Das Finanzdepartement prüft nun eine Strafanzeige wegen Beschimpfung. Doch die Rechtslage im Netz ist komplex: Muss der Nutzer, der den Prompt schrieb, Elon Musks Unternehmen «xAI» als Entwickler oder Plattformchef Musk persönlich für solche Pöbeleien geradestehen?

Trotz der Eskalation hält die Bundeskanzlei daran fest, X sei «der wichtigste Social-Media-Kanal für die internationale Regierungskommunikation». Aktuell nutzen aber nur noch zwei Regierungsmitglieder ihre Profile aktiv: Aussenminister Ignazio Cassis und Bundespräsident Guy Parmelin. Kritikerinnen und Kritiker bezeichnen die Plattform hingegen als «Schmuddelecke» und fordern einen Rückzug der Behörden.

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