Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Wenn Sie eine neue Waschmaschine kaufen müssten, würden Sie sich für das Modell entscheiden, das in Fachtests 7 von 10 Punkten erreicht hat, oder für jenes mit nur 1 von 10 Punkten? Für Armasuisse ging es nicht um Waschmaschinen, sondern um die neue Ordonnanzpistole der Schweizer Armee. Man entschied sich für das wesentlich schlechter bewertete Modell.
Nachdem wir Ihnen die Gründe erläutert haben, folgen die gestern vom Cern getesteten Anweisungen, wie man Antimaterie korrekt in einem Lastwagen transportiert. Man weiss ja nie…
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre
Die neue Ordonnanzpistole P320 des US-Unternehmens SIG Sauer, welche die Schweizer Armee anschaffen will, hat sich in Tests von Fachleuten, die von den Streitkräften selbst und vom Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) beauftragt wurden, als desaströs erwiesen. Doch die Bewertungen wurden ignoriert.
Dies enthüllte das Portal Watson, das auf Grundlage des Öffentlichkeitsgesetzes interne Dokumente erhalten hatte. Von den drei geprüften Modellen schnitt das von Armasuisse gewählte am schlechtesten ab: Es erhielt die Note 1 von 10, während die leistungsstärkste Pistole, eine Glock, die Note 7 erhielt.
Kompliziert, unhandlich, ungenau – die Mängel betreffen praktisch jeden technischen Aspekt der Waffe, welche die alte SIG P220 ersetzen soll. Die P220 gehört seit 50 Jahren zur Ausrüstung der Armee.
Urs Loher, Generaldirektor von Armasuisse, entschied sich dennoch für die P320. Laut Watson war für den Rüstungschef das deutlich günstigere Angebot ausschlaggebend, ebenso wie die industrielle Souveränität der Schweiz. Die Version, die den Soldatinnen und Soldaten ausgehändigt werden soll, würde nämlich in der Schweiz und nicht in den USA produziert werden. Die Anpassungen würden sich jedoch «auf ein Minimum beschränken», so der Kommunikationsverantwortliche von Armasuisse gegenüber dem Online-Portal. Die Wahl muss vom Parlament im Rahmen der Beratungen über das Armeebudget geprüft werden.
Nach vier Jahren Umbauarbeiten öffnet das Schweizerische Kulturzentrum (Centre culturel suisse, CCS) in Paris seine Türen wieder für das Publikum.
Das CCS ist seit 1985 in einem Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert im Herzen der Stadt untergebracht und hat sich im Lauf der Zeit als bedeutendes Schaufenster der zeitgenössischen Schweizer Kunst in Frankreich etabliert. Es bietet Künstlerinnen und Künstlern nicht nur einen Ausstellungsraum, sondern auch einen Ort der Begegnung und des Experimentierens. Dieser Auftrag des ersten im Ausland eröffneten Standorts der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia ist bis heute unverändert geblieben.
«Das CCS trägt dazu bei, eine Schweizer Kunstszene zu fördern, die nicht nur für ihre Vielfalt, sondern auch für ihre Unabhängigkeit anerkannt ist», sagte die Schweizer Kulturministerin Elisabeth Baume-Schneider bei ihrem Besuch in der französischen Hauptstadt.
«Im Gegensatz zu den meisten ausländischen Kulturzentren in Paris sind wir nicht vom diplomatischen Netzwerk abhängig», sagt CCS-Direktor Jean-Marc Diébold gegenüber Swissinfo. Keine «Soft Power», keine Fahnen, kein Käse und keine Schokolade. Mit anderen Worten: Das Zentrum spiegelt eine Schweiz wider, «die offen, vielfältig und weit von Klischees entfernt ist. Ein Glück, um das uns viele andere Institute beneiden», fügt er hinzu.
Erstmals auf der Welt wurde Antimaterie in einem Lastwagen transportiert. Diesen historischen Meilenstein schaffte die Europäische Organisation für Kernforschung Cern in Genf.
Die elektrischen Ladungen der Teilchen, aus denen Materie und Antimaterie bestehen, haben entgegengesetzte Vorzeichen. Kommen sie in Berührung, vernichten sie sich gegenseitig und wandeln sich in Energie um. Da Materie das ist, woraus alles besteht, ist der Transport von Antimaterie eine äusserst komplizierte Angelegenheit.
Zum ersten Mal reisten 92 Antiprotonen eine halbe Stunde lang im Anhänger eines Fahrzeugs durch das weitläufige Gelände der Institution in Genf. Sie befanden sich in einem speziellen, eine Tonne schweren Behälter, der sie im Vakuum mittels Magnetfeldern und Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt einfing.
Hätte das Gerät während des Transports ein Problem gehabt, betont das Cern, hätte dies keine Konsequenzen gehabt. Die freigesetzte Energie hätte nur etwa ein Millionstel Joule betragen, was ungefähr der Energie entspricht, die nötig ist, um eine Taste auf einer Tastatur zu drücken.
Das Cern ist derzeit der einzige Ort weltweit, an dem Antiprotonen produziert werden. Allerdings können viele Messungen vor Ort nicht mit der gewünschten Präzision durchgeführt werden, da die von den Maschinen erzeugten Magnetschwankungen dies verhindern. Daher ist es wichtig, Antiprotonen an geeignetere Orte transportieren zu können.
Im Neuenburgersee wurde eine ganze Schiffladung gut erhaltener römischer Fundstücke entdeckt. Ein einzigartiger Fund nördlich der Alpen, den die Neuenburger Kantonsbehörden als «aussergewöhnlich» bezeichnen.
Die im ersten Jahrhundert versunkene Ladung stammte von einem zivilen Handelsschiff unter militärischer Eskorte. Dies lässt sich ableiten durch die Anwesenheit von Waffen (Gladius) sowie durch mehrere Hundert Keramikbehälter, darunter Schüsseln, Teller, Becher und Tabletts, die im Schweizer Mittelland hergestellt wurden. Auf dem Schiff befanden sich auch Behälter mit importiertem Olivenöl aus Spanien.
Möglich wurde die Entdeckung durch eine Luftaufnahme, die im November 2024 im Rahmen einer Überwachung des Seegrundes durch das kantonale Archäologiebüro gemacht wurde. Für die Archäologie ist das gefundene Material eine unschätzbare Informationsquelle, die unter anderem mehr Licht auf die Handelsnetze, das technische Knowhow und die Vermarktung von Produkten in jener Epoche werfen kann.
Mit Ausnahme der empfindlichsten Fundstücke befinden sich die Objekte noch grösstenteils unter Wasser und müssen geschützt werden vor Bedrohungen wie der Erosion des Seegrunds, dem Ankern von Freizeitbooten sowie Vandalismus und Plünderungen.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards