Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
US-Zölle, die Tragödie von Crans-Montana oder die Fairness multinationaler Konzerne: Die Themen, die an diesem Freitag die Schweizer Nachrichten bestimmen, sind nicht neu. Hinzu kommt heute eine bisher unveröffentlichte Umfrage zum Thema Fettleibigkeit.
Gute Lektüre!
Frédéric Gisler, der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, hatte sein Amt am 1. Januar um Mitternacht angetreten. Eineinhalb Stunden vor der Tragödie von Crans-Montana. Seit dem 10. Januar hat er sich nicht mehr zur Brandkatastrophe geäussert. Nun beendet er sein selbst auferlegtes Schweigen.
Frédéric Gisler beschreibt einen anfänglichen Schock und ein Gefühl der Unwirklichkeit angesichts des Ausmasses des Brandes in der Bar Le Constellation, der Dutzende Todesopfer und Verletzte forderte. Laut ihm hat diese Tragödie die Opfer, ihre Angehörigen, aber auch alle an den Rettungsarbeiten beteiligten Einsatzkräfte nachhaltig geprägt.
Der Kommandant betont den ausserordentlichen Einsatz der Walliser Kantonspolizei, die nahezu vollständig mobilisiert wurde, um die Krise, die Strafuntersuchung, die Sicherheit und die öffentliche Ordnung gleichzeitig zu bewältigen. Er spricht jedoch auch von schwerer seelischer Belastung durch das Ereignis: Viele Beamt:innen seien nach wie vor tief betroffen, manche leiden noch Monate nach den Ereignissen unter Stress oder Traumata.
Frédéric Gisler warnt vor der Erschöpfung seiner Teams und vor den Risiken, die dies für künftige Polizeieinsätze mit sich bringt. Er gibt an, die Kantonsregierung um personelle Verstärkung ersucht zu haben, und betont die Notwendigkeit von psychologischer und institutioneller Unterstützung. Für ihn zeigt das Drama von Crans-Montana auch die aktuellen Grenzen des Systems angesichts von Krisen dieses Ausmasses auf.
Gemäss Statistiken sind 12% der Schweizer Bevölkerung adipös und 43% übergewichtig. Die Ursachen sind eher unklar. Ist das Phänomen in erster Linie auf individuelles Verhalten zurückzuführen oder auf andere Faktoren?
Für eine Mehrheit der Bevölkerung ist die Antwort eindeutig. Gemäss einer GFK-Umfrage im Auftrag des Versicherers Groupe Mutuel sagen 51% der Befragten, Übergewicht lasse sich durch individuelles Verhalten erklären. 77% sind der Ansicht, Vorbeugung bedeute, Verantwortung in die eigenen Hände zu nehmen.
Nur bei Kindern wird die Verantwortung für Übergewicht eher als kollektiv wahrgenommen, etwa aufgrund mangelnder Sportinfrastrukturen. Doch ab einem gewissen Alter steht die Eigenverantwortung im Vordergrund. Übergewicht wird nach wie vor weitgehend als Folge mangelnder Willensstärke und Disziplinlosigkeit betrachtet.
Weitere Faktoren für Übergewicht kommen in der Umfrage weit hinter der individuellen Verantwortung. So belegt die Lebensmittelindustrie mit 45% den zweiten Platz. Die Umfrage zeigt jedoch Nuancen auf. Das Klischee, wonach man übergewichtig sei, weil man sich nicht genug im Griff habe, wird vor allem von Deutschschweizer Männern eines gewissen Alters geteilt.
Im vergangenen Jahr hat das Bundesamt für Polizei die Anzahl der Einreiseverbote für die Schweiz stark erhöht. Insgesamt wurden 614 Entscheide ausgesprochen, viermal mehr als 2024.
Dieser Anstieg ist grösstenteils auf einen verstärkten Datenaustausch mit europäischen Behörden, insbesondere Europol, zurückzuführen. Dies aufgrund einer von den Schweizer Sicherheitsdiensten als hoch eingestuften Terrorbedrohung.
Die grosse Mehrheit dieser Verbote (512) betrifft Personen, die verdächtigt werden, Verbindungen zum dschihadistischen Terrorismus zu haben. Es handelt sich hauptsächlich um Anhänger oder Sympathisanten der Gruppierung Islamischer Staat, die im Ausland identifiziert wurden. Die Bundespolizei präzisiert, dass es sich um präventive Massnahmen handelt: Diese Personen haben nicht zwingend versucht, in die Schweiz einzureisen, aber die Behörden wollen jedes Risiko minimieren, insbesondere angesichts der Radikalisierung immer jüngerer Personen.
Weitere Gründe haben zu Einreiseverboten geführt, darunter Spionage, organisierte Kriminalität oder gewalttätiger Extremismus. Zum ersten Mal hat fedpol ausserdem ein Einreiseverbot im Zusammenhang mit der Verbreitung von Atomwaffen ausgesprochen. Darüber hinaus wurden 2025 fünf Ausweisungen vollzogen, die sich gegen Personen richteten, die als Bedrohung für die innere Sicherheit eingestuft wurden.
Eine Volksinitiative für einen nachhaltigeren Schweizer Finanzplatz wurde mit mehr als 145’000 Unterschriften eingereicht. Die Initiative verlangt verbindliche Regeln für Finanzaktivitäten, die Klima- und Umweltrisiken mit sich bringen.
Gemäss den Urhebern der Initiative ist der Schweizer Finanzplatz im Ausland für CO₂-Emissionen verantwortlich, die über den nationalen Emissionen der Schweiz liegen. Sie kritisieren insbesondere die Finanzierung von Projekten im Zusammenhang mit fossilen Energien oder Abholzung, was im Widerspruch zu den internationalen Verpflichtungen des Landes stehe.
Die Initiative will die Finanzströme in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaft lenken, ähnlich wie es in anderen Finanzzentren bereits der Fall ist.
Die Schweiz hatte im November 2020 bereits über ein verwandtes Thema abgestimmt: die Konzernverantwortungsinitiative, die darauf abzielte, die Verpflichtungen Schweizer Unternehmen im Ausland in den Bereichen Menschenrechte und Umwelt zu verstärken. Die Initiative wurde von einer sehr knappen Volksmehrheit angenommen, scheiterte jedoch bei den Kantonen. Ein indirekter Gegenvorschlag, der weniger weitreichend war, trat dennoch in Kraft.
Die US-Rgeierung möchte ab nächstem Montag damit beginnen, die US-Zölle zurückzuzahlen. Die USA müssen die gegen Handelspartner erhobenen Zölle rückerstatten, weil der Supreme Court diese für unrechtmässig erklärt hat.
Insgesamt müssen die USA weltweit 166 Milliarden US-Dollar zurückzahlen. Zehntausende von Unternehmen haben bereits Rückerstattungsanträge gestellt, darunter zahlreiche europäische und Schweizer Firmen. Einige schätzen die Beträge, die sie zurückfordern, auf mehrere Millionen US-Dollar.
Die US-Behörden haben ein spezifisches Verfahren eingerichtet, um diese Rückerstattungen schrittweise abzuwickeln. Trotz dieser neuen Regelung zeichnet sich der Prozess als langwierig und komplex ab und es könnte mehrere Monate bis Jahre dauern, bis alle geschuldeten Beträge tatsächlich ausbezahlt werden.
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