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Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Der Kampfjet F-35 sorgt erneut für Diskussionen: Er ist lauter als die bisherigen Jets, und rund um die Militärflugplätze wächst der Widerstand gegen die zusätzlichen Lärmbelastungen.

Laut waren auch die Beschwerden rund um die E-ID-Abstimmung. Das Bundesgericht hat sie zwar abgewiesen, doch einzelne Fragen zur Einflussnahme im Abstimmungskampf bleiben im Raum stehen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.

F/A-18
Der Start eines F/A-18 macht weniger Lärm als die neuen Kampfjets, welche die Schweiz anschafft. Keystone / Valentin Flauraud

Der neue Kampfjet F-35 ist deutlich lauter als die heutigen F/A-18. Das VBS präsentiert nun Massnahmen, um die Bevölkerung rund um die Militärflugplätze Payerne, Meiringen und Emmen zu beruhigen. Doch das überzeugt nicht alle.

Einzelne Starts des F-35 sind lauter als bei den bisherigen Jets. Das bestätigt auch der Bund. Gleichzeitig verweist das Verteidigungsdepartement darauf, dass insgesamt weniger geflogen werden soll – dank Simulatoren und effizienterer Einsätze. Unter dem Strich, so die Argumentation, bleibe die jährliche Lärmbelastung ähnlich.

Klar ist aber: Zusätzliche Massnahmen sind nötig. Rund 230 Liegenschaften müssen neu mit Schallschutzfenstern ausgerüstet werden, die meisten in Emmen. Zudem sind Einschränkungen im Flugbetrieb geplant, etwa bei Trainingszeiten. Die entsprechenden Unterlagen zu Betrieb und Lärmgrenzen werden öffentlich aufgelegt.

In betroffenen Gemeinden reicht das nicht. Sie verweisen auf die höhere Belastung bei einzelnen Flugbewegungen und fordern teils Entschädigungen. Der Blick ins Ausland verstärkt die Zweifel: In mehreren Ländern führte der F-35 zu deutlich mehr Lärmklagen. Die Debatte dürfte die Schweiz noch länger begleiten.

Tastatur
Schweizer Influencerinnen berichten von massenhaft erstellten KI-Deepfakes, die ihre Bilder ohne Einwilligung in pornografische Inhalte verwandeln. Keystone

Stellen Sie sich vor, Ihre harmlosen Ferienfotos werden plötzlich zu expliziten Pornovideos – ohne Ihr Wissen. Eine aktuelle Recherche enthüllt ein erschütterndes System von KI-Missbrauch in der Schweiz.

Sie sind Schweizer Influencerinnen mit über fünf Millionen Followerinnen und Followern. Weil ihre Bilder im Netz immer öfter für pornografische Inhalte missbraucht wurden, gehen sie nun gemeinsam an die Öffentlichkeit und erstatten Anzeige.

Die jungen Frauen wollen damit das Schweigen brechen und klarstellen, dass diese Form der Erniedrigung niemals die Schuld der Opfer ist: «Ich könnte wahrscheinlich ein Astronautinnenkostüm tragen, und diese Männer würden mich sexualisieren. Ich bin nicht das Problem, sondern die sind es!», sagt eine von ihnen.

Die Recherchen der Publikationen von Tamedia haben aufgedeckt, dass Porno-Deepfakes kein Nischenphänomen mehr sind, sondern industriell produziert werden. KI-Hersteller werben in Schweizer Telegram-Foren gezielt für Programme, die Frauen in expliziten Bildern und Videos entmenschlichen.

Trotz der Schwere der Vorwürfe klafft in der Schweiz eine rechtliche Lücke. So fehlt ein spezifischer Straftatbestand für sexualisierte Deepfakes: bisherige Gesetze wie Identitätsmissbrauch greifen hier zu kurz. Rechtsexpertinnen warnen zudem, dass Tätern oft nur geringe Geldstrafen drohen – teilweise kaum mehr als für eine mittlere Verkehrsbusse.

Medien Interviewen Rimoldi
Das mediale Interesse an der heutigen Bundesgerichtsverhandlung war gross. Keystone / Salvatore Di Nolfi

Die Abstimmung über die E-ID muss nicht wiederholt werden. Das Bundesgericht wies die Beschwerden heute ab – doch eine zentrale Frage bleibt bewusst unbeantwortet.

Das Urteil bestätigt das knappe Ja von 50,39%. Zwar wurden Unregelmässigkeiten im Abstimmungskampf festgestellt, etwa bei der späten Offenlegung von Unterstützungsleistungen durch Medienhäuser. Dennoch sieht das Gericht keinen Grund, das Ergebnis zu kippen.

Heikler ist die Rolle der Swisscom. Das staatsnahe Unternehmen hatte 30’000 Franken an das Pro-Komitee gespendet. Zwei Richter äusserten in der Beratung deutliche Kritik und sprachen von indirekter Behördenpropaganda und einem möglichen Verfassungsverstoss. Die Mehrheit wich dieser Frage jedoch aus, weil die Rügen formell nicht zulässig waren. Die Beschwerden werden abgewiesen, auf einen Teil wird wegen verpasster Fristen somit nicht eingetreten.

Von der E-ID zum E-Voting-Betrieb: Die Kantone St. Gallen, Graubünden und Thurgau dürfen bei der kommenden Volksabstimmung weiterhin E-Voting einsetzen. Die Bundeskanzlei hat die Bewilligungen erteilt. Basel-Stadt setzt nach dem E-Voting-Debakel bei der letzten Abstimmung das Projekt für dieses Jahr aus.

Bargeld im Portemonnaie
Den Angestellten in der Schweiz blieb im 2025 mehr Geld übrig im Portemonnaie. Gaetan Bally / Keystone

Die Löhne in der Schweiz steigen – und dank tiefer Inflation kommt das Plus auch tatsächlich an. Die Kaufkraft wächst das zweite Jahr in Folge.

2025 steigen die Nominallöhne im Schnitt um 1,8%. Weil die Teuerung mit 0,2% tief bleibt, ergibt sich ein Reallohnplus von 1,6%. Damit bleibt spürbar mehr im Portemonnaie – so deutlich wie seit 2009 nicht mehr.

Doch die Entwicklung ist uneinheitlich. Im Dienstleistungssektor steigen die Löhne stärker als in der Industrie, und auch zwischen innerhalb der Sektoren gibt es Unterschiede.

Auffällig ist zudem der Geschlechtereffekt: Die Löhne der Frauen legten 2025 stärker (+2,3%) zu als jene der Männer (+1,5%). Gewerkschaften hatten zuletzt mehr Druck gemacht und forderten höhere Löhne. Sie kritisierten weiterhin kurzfristige Einmalprämien.

leere autobahn
Leere Autobahnen an einem autofreien Sonntag im November/Dezember 1973 in der Schweiz. Keystone

Autofreie Sonntage: In der Schweiz erlebt die Idee ein leises Comeback. Und in den Alpen wird sie bereits getestet.

Dem Bundesrat liegt ein Vorstoss auf dem Tisch: Er soll gesetzliche Grundlagen für autofreie Tage schaffen. Eine Neuenburger SP-Nationalrätin will mit ihrer Motion, dass Kantone Strassen an bestimmten Tagen unkompliziert für Velofahrende, Fussgänger oder Inlineskaterinnen reservieren können.

Dahinter stehen Klimafragen – aber auch neue Unsicherheiten rund um Energie. Die Idee ist nicht neu: Der Bundesrat nannte sie schon früher «sympathisch», sah aber praktische Hürden, etwa für Blaulichtorganisationen. Und auch politisch ist sie kein Selbstläufer – 2003 lehnte das Stimmvolk eine Initiative für regelmässige autofreie Sonntage deutlich ab.

Trotzdem: In Graubünden wird ausprobiert, wie sich autofreie Tage anfühlen: An mehreren Pässen (Flüela, Lukmanier, Splügen, Stilfserjoch/Umbrail, Albula) gehören die Strassen zeitweise dem Langsamverkehr. Es ist weniger Verzicht als Erlebnis – und auch eine Tourismusattraktion.

Die autofreien Sonntage von 1973 sind vielen noch im Gedächtnis. Gibt es in Ihrem Wohnland autofreie Tage oder ähnliche Modelle – und würden Sie sich so etwas auch für die Schweiz (wieder) wünschen?

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