In diesen Ländern schrumpft die Schweizer Diaspora
Während die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland wächst, verzeichnen mehrere Länder auch deutliche Rückgänge.
Die Zahl von Schweizerinnen und Schweizer, die sich im Ausland niederlassen, nimmt jährlich zu. Eine Ausnahme bildete in den letzten 30 Jahren nur das Jahr 2020, das von der Corona-Pandemie geprägt war. Seither nimmt die Auswanderung wieder zu. Ende 2025 zählte die Schweizer Diaspora rund 840’000 Personen.
In absoluten Zahlen zählt Frankreich 1833 mehr Schweizer:innen auf seinem Staatsgebiet im Vergleich zum Vorjahr (2024). Es folgen die USA (+1198 Personen), Deutschland (+1108), Spanien (+856) und Portugal (+643).
Trotz der seit Oktober 2023 verschlechterten Sicherheitslage in der Region und trotz des Zwölftagekriegs im Sommer 2025 rangiert Israel auf Platz sechs der Länder, in welchen die Schweizer Gemeinschaft im vergangenen Jahr am stärksten gewachsen ist (+615).
Mehr
Immer mehr Schweizer Jüdinnen und Juden erwägen Auswanderung nach Israel
Doch in welchen Ländern wird die Auslandschweizer-Gemeinschaft kleiner? Wir haben uns die ZahlenExterner Link angeschaut.
Auf den ersten Blick wirken die Rückgänge in vielen Ländern gering. Das liegt auch daran, dass die rund 840’000 Auslandschweizerinnen und -schweizer weltweit stark verteilt sind.
Insgesamt gibt es etwa 197 Länder, in 192 davon leben Schweizer Staatsangehörige – oft in kleineren Gemeinschaften. Schon geringe absolute Veränderungen können deshalb prozentual deutlich ins Gewicht fallen.
Weniger Schweizer in Mexiko
Zwischen 2020 und 2024 stieg die Zahl der in Mexiko lebenden Schweizer:innen kontinuierlich an. Das Jahr 2025 markiert jedoch einen Wendepunkt: Das Land zählt nun 66 Schweizer:innen weniger – der weltweit grösste Rückgang in absoluten Zahlen.
Seit mehreren Monaten ist die Sicherheitslage in Mexiko angespannt, besonders aufgrund von Militäroperationen gegen Drogenkartelle und sporadischer Gewalt in mehreren Bundesstaaten.
Mehr
«Es gibt Dinge, an die gewöhnt man sich einfach nicht» – wie Auslandschweizer in Mexiko den Zorn des Drogenkartells erlebt haben
Singapur ist das zweite Land, in dem die Zahl der Schweizer Staatsangehörigen deutlich zurückgegangen ist – um 58 Personen. Während der Stadtstaat im Jahr 2015 noch 3292 Schweizerinnen und Schweizer zählte, ist ihre Zahl seitdem kontinuierlich gesunken und lag im Jahr 2025 bei 2441.
Mit 1,4% fiel die Zunahme Auslandschweizer:innen 2025 leicht geringer aus als 2024 (+1,6%). Grund dafür ist laut Bundesamt für Statistik unter anderem die Einführung verbesserter Meldesysteme für Todesfälle in mehreren Ländern, darunter Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Kroatien, Dänemark und Belgien.
Dadurch wurden knapp 1300 verstorbene Personen aus der Statistik gestrichen – fast doppelt so viele wie noch 2024 (680).
Das BFS betont, dass die Qualität der Zahlen stark von den Meldungen der Konsulate abhängt und nicht gemeldete Todesfälle die Ergebnisse beeinflussen können.
Auch mehrere afrikanische Länder werden von Schweizer Auswandernden zunehmend gemieden. Zu den am stärksten betroffenen Ländern zählen Südafrika mit einem Rückgang von 42 Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft, gefolgt Tunesien mit 24 und Uganda mit 22.
Wegzüge aus Kuba und Haiti
Im Jahr 2025 verloren Kuba und Haiti 21 bzw. 20 Schweizerinnen und Schweizer.
In Kuba sank die Zahl von 312 im Jahr 2018 auf 191 im Jahr 2025, was einem Rückgang von 121 Personen in acht Jahren (-39 %) entspricht. Das karibische Land sieht sich seit mehreren Jahren mit einer wirtschaftlichen und sozialen Krise konfrontiert, die durch das US-Embargo verschärft wird.
In Haiti ist die Lage noch prekärer. Von den 67 Schweizerinnen und Schweizern, die 2024 dort lebten, waren 2025 nur noch 47 übrig, was einem Rückgang von fast 30% entspricht.
Sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual gehört Haiti zu den Ländern, in denen der Rückgang der registrierten Schweizer Einwohner:innen am stärksten war. Zwischen 2016 und 2025 schrumpfte ihre Zahl dort um zwei Drittel von 157 auf 47.
Haiti wird von bewaffneten Banden heimgesucht, die heute fast die gesamte Hauptstadt Port-au-Prince und weite Teile des ländlichen Raums beherrschen.
Die Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Jahr 2021 hat die politische Instabilität verschärft. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten rät von Reisen nach HaitiExterner Link ab.
Nur noch 13 in Osttimor
In Osttimor, einem kleinen Staat in der Nähe von Indonesien, verzeichnete man 2025 den prozentual stärksten Rückgang der Zahl der Auslandschweizerinnen und -schweizer: minus 54%. Waren es 2024 noch 13 Schweizer Staatsangehörige, so waren es 2025 nur noch sechs.
Eine solche Schwankung ist nur schwer zu erklären, da das Land über eine relative politische Stabilität verfügt und in den letzten Monaten keine grösseren Ereignisse eingetreten sind.
Aus ziemlich offensichtlichen Gründen ist die Schweizer Diaspora hingegen in mehreren afrikanischen Ländern geschrumpft, insbesondere im Südsudan (-27%), im Niger (-25%), im Tschad (-25%) und im Sudan (-22%). In diesen Ländern toben interne oder internationale bewaffnete Konflikte.
Immer noch keine Schweizer:innen hier
Weltweit gab es im Jahr 2025 nur fünf Länder, in denen keine Schweizer Staatsangehörigen lebten: Nordkorea, Turkmenistan, Nauru (Ozeanien), die Marshallinseln (Ozeanien) und Tuvalu (Polynesien). Die Liste bleibt somit gegenüber 2024 unverändert.
Mehr
In diesen Ländern wohnen keine Schweizer
Editiert von Samuel Jaberg, Übertragung aus dem Französischen: Balz Rigendinger
Mehr
Der Newsletter für alle Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch