Swiss-Restrukturierung nimmt Form an

Die Swiss will ihre sieben Saab 2000 streichen. Zusammen mit den Piloten. Keystone

Die Swiss will laut der Sonntagspresse über die Hälfte der ehemaligen Crossair-Piloten entlassen. Insgesamt sollen 306 Piloten ihre Stelle verlieren.

Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2005 - 18:13 publiziert

Die Gewerkschaften wollen diese "Maximalforderung" nicht akzeptieren, zeigen sich aber verhandlungsbereit.

Eine weitere Sparrunde bei der Swiss konkretisiert sich: Die ehemalige Swissair hat den Gewerkschaften ein Papier mit Eckpunkten zu den Abbauplänen vorgelegt.

Das berichtete die Sonntagszeitung. Die Swiss und die Pilotengewerkschaft bestätigten den Bericht, wollten die angegebenen Zahlen aber nicht kommentieren.

Weitere 306 Stellen weg

Die Fluggesellschaft Swiss hatte im Januar eine Restrukturierung des Europageschäfts angekündigt, verbunden mit einer Reduktion der Europaflotte.

Das Papier, welche das Swiss-Management den Gewerkschaften abgegeben hat, sieht laut dem Zeitungsbericht massive Einschnitte bei der Belegschaft vor: Im Regionalsegment – also bei den ehemaligen Crossair-Piloten – ist ein Abbau von 440 auf 207 Vollzeitstellen geplant. Das sind 233 Stellen, die gestrichen werden. Vor zwei Jahren arbeiteten noch 970 Piloten in diesem Segment.

Bei den Airbus-Piloten – die von Piloten der ehemaligen Swissair geflogen werden - würden 73 von 658 Stellen gestrichen. Damit sollen insgesamt 306 Stellen wegfallen. Die Swiss beschäftigte Ende September 2004 insgesamt 7454 Personen. 1247 davon sind Piloten.

Entlassung nach Flugzeug-Typ

Gemäss dem Zeitungsbericht soll der geplante Abbau nicht nach dem Dienstalter der Piloten, sondern nach Flottentyp erfolgen. Alle Piloten der sieben Saab-2000-Maschinen würden ihre Stelle verlieren. Zwei Jumbolinos und vier brasilianische Embraer-Flugzeuge sollen ebenfalls gestrichen werden.

Der Swiss-Verwaltungsrat will damit die Regionalflotte verkleinern. Konzernweit will das Management bis zu 1000 Arbeitsplätze streichen. Neben dem Flottenabbau sei zudem eine Produktivitätssteigerung im Cockpit von 38 Prozent geplant.

Laut "Le Matin dimanche" aus der Westschweiz wollen die Manager die Flüge ab Genf-Cointrin an Partner vergeben. Auch die Flüge nach Paris, Rome und Lissabon sollen an eine ausländische Fluggesellschaft abgetreten werden. Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel wollte dies allerdings nicht bestätigen.

Kein Kommentar von Swiss oder der Gewerkschaft

Auch zu den konkreten Zahlen der Entlassungen wollte er nichts sagen. Christoph Frick, der Präsident der Swiss Pilots, der Vereinigung ehemaliger Crossair-Piloten, wollte sie ebenfalls nicht kommentieren. Beide verwiesen auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen zwischen der Swiss und den Gewerkschaften.

Die Swiss nehme zur Kenntnis, dass einige Zahlen an die Öffentlichkeit gelangt seien, wolle aber die Verhandlungen nicht über die Medien führen, sagte Donzel.

Swiss-Pilots-Präsident Frick wies darauf hin, dass das Papier eine Maximalforderung der Swiss darstelle. Die Vereinigung Swiss Pilots werde diesem Papier ihre eigenen Vorstellungen zu Handen der Swiss entgegenstellen. Dann sei die Pilotengewerkschaft grundsätzlich zu Verhandlungen bereit.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Swiss-Angestellte Ende September 2004:

Insgesamt 6288 Vollzeitstellen
1178 Stellen für Piloten
2389 Stellen für Flight Attendants

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In Kürze

Am 18. Januar kündigte die Swiss die Streichung von mindestens 13 der insgesamt 62 Flugzeuge an.

Bis 2006 sollen 800 bis 1000 Stellen verloren gehen.

Die Regionalflotte besteht aus 7 Saab-, 19 Jumbolino- und 11 Embraer-Maschinen.

Laut der "Sonntagszeitung" sollen alle Saab, zwei Jumboline und 4 Embraer verschwinden.

Das wird 207 Regionalpiloten die Stelle kosten. 73 Langstreckenpiloten sollen ebenfalls ihre Stelle verlieren.

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