Swiss Ski startet zur Aufholjagd

Lake Louise bereitet sich auf die Ski-Saison vor. Keystone

Am Mittwoch und Donnerstag beginnt in Copper Mountain mit einem Riesenslalom und Slalom der Frauen der Ski-Winter 2001/02.

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2001 - 19:47 publiziert

Ob die Saison termingerecht starten kann, ist offen: Es fehlt der Schnee. Die Administration des internationalen Skiverbandes (FIS) und die Weltcup-Organisatoren in Übersee arbeiten fieberhaft an Alternativprogrammen, aber die warme Temperatur schränkt die Ausweichmöglichkeiten ein.

Aspen, das bereits die Frauen-Rennen an Copper Mountain abtreten musste, droht eine komplette Absage; auf der Piste sind 16 Grad gemessen worden.

Bereits steht fest, dass der Schneemangel dem Männerweltcup eine Strich durch die Rechnung macht. Die am übernächsten Wochenende in Beaver Creek geplante Abfahrt und der Super-G abgesagt werden. Als Ersatzorte werden Bormio (Abfahrt) und Val d'Isère in Betracht gezogen.

Und im kanadischen Lake Louise, wo die schnellen Frauen die ersten Rennen bestreiten woll(t)en, ist es zwar kalt, aber es herrscht Wassermangel, so dass deswegen kein Schnee produziert werden kann.

Viele werden fehlen - eine für immer

Schon die letzten Monate waren geprägt durch viele Negativmeldungen. Es begann im August mit Hermann Maiers Motorrad-Unfall, der den Herminator für die ganze Saison ausser Gefecht setzt. Inzwischen sind sogar die luschen Comeback-Gerüchte verstummt.

Die traurigste Nachricht betraf die Französin Régine Cavagnoud, die Anfang November an den Folgen eines Zusammenpralls mit dem deutschen Trainer Markus Anwander im Training im Pitztal gestorben ist. Die Super-G-Weltmeisterin wird eine Lücke hinterlassen.

Mehrere Fahrerinnen und Fahrer fallen für Wochen oder die ganze Saison aus. Vom österreichischen Speed-Team fehlen neben Maier auch Werner Franz (Kreuzbandriss) und Abfahrtsweltmeister Hannes Trinkl, der sich bei einem Sturz beim freien Skifahren ernsthafte Verletzungen am Kopf und im Gesicht zugezogen hat.

Janica Kostelic und Alexandra Meissnitzer, die aktuelle und ehemalige Weltcup- Gesamtsiegerin, greifen wegen Verletzungen erst in Europa wieder ins Geschehen ein.

Im Schweizer Team erwischte es jene, die ohnehin vom Pech arg verfolgt waren. Nadia Styger und Monika Dummermuth müssen - beide mit Kreuzbandrissen - eine weitere Saison aussetzen. Für beide ist es die vierte gravierende Verletzung. Jürg Grünenfelder, der sich im Sommertraining 2000 am Knie verletzte, muss mit seinem Comeback weiter zuwarten.

Abstand zu Österreich weiter verkürzen

Schweizer Leader bleiben auch in diesem Winter die beiden Weltmeister Sonja Nef und Mike von Grünigen, die mit Podestplätzen beim Gletscher-Prolog in Sölden ihren guten Formstand bereits wieder bewiesen haben.

Das Mass aller Dinge werden weiterhin die Österreicher sein, auch wenn sich punktemässig der Abstand zu ihnen um einen Drittel verringert hat. Das ist relativ, denn insgesamt holte das Austria-Team immer noch doppelt so viele Zähler wie Swiss Ski.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als Dieter Bartsch und Hans Pieren mit Medaillen-Prognosen daneben tippten, äussern sich die Cheftrainer - für Pieren ist Angelo Maina zurückgekehrt - heuer vorsichtiger. Wichtig sei die Überzeugung, Medaillen gewinnen zu können, sagt Bartsch, und dafür müsse man von Anfang an vorne dabei sein.

Am meisten verspricht er sich von der Abfahrtsgruppe. «Wir haben mehrere Fahrer, die imstande sind zu gewinnen», sagt Bartsch, «und sie werden auch gewinnen.»

Der letzte Sieg datiert vom Januar 1998 (Didier Cuche im Kitzbühel Sprintrennen), der letzte über die ganze Distanz vom Januar 1996 (Bruno Kernen in Veysonnaz). Die beiden letzten Abfahrtssieger sowie Silvano Beltrametti und Franco Cavegn bilden den Kern von Fritz Zügers starker Abfahrtstruppe.

Administrativ gehört Cuche eigentlich zu Osi Inglins Kombi-Team, aber die Transparenz zwischen den einzelnen Gruppen ist verbessert worden. Die Schweiz tritt wieder als einheitliches Team auf, nachdem auch die Slalomfahrer (unter der neuen Leitung von Christian Huber) vermehrt in die Mannschaft eingebunden worden sind.

Noch ausgeprägter funktoniert der Teamgedanke bei den Frauen, bei denen es zwar ebenfalls mehrere Trainingsgruppen gibt, aber die so genannte «Durchlässigkeit» besser spielt. So qualifizierten sich in Sölden vier Fahrerinnen aus vier verschiedenen Gruppen für den 2. Riesen-Lauf.

Noch steht die Renaissance des Schweizer und insbesondere des Frauen-Skisports auf schmaler Basis: Sonja Nef (42%), Corinne Rey-Bellet (31%), Sylviane Berthod (11%) und Lilian Kummer (6%) sammelten 90 Prozent aller Weltcuppunkte.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen