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ThyssenKrupp und Abu Dhabi MAR Group arbeiten zusammen (AF)

HAMBURG (awp international) – ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und die Abu Dhabi MAR Group wollen beim Schiffbau künftig zusammenarbeiten. Der deutsche Konzern und die Schiffbaugruppe aus dem Golf-Emirat unterzeichneten eine Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft, teilte ThyssenKrupp Marine Systems am Donnerstag in Hamburg mit. Für den Überwasserschiffbau soll ein 50:50 Joint Venture gegründet werden. ThyssenKrupp Marine Systems behalte eine führende Position und das Know-how bei allen Projekten der Deutschen Marine und der NATO-Partner. Die Abu Dhabi MAR Group werde die Verantwortung für die MENA-Region (Middle East/North Africa) übernehmen. Die IG Metall reagierte indes mit Kritik.
«Die Partnerschaft mit der Abu Dhabi MAR Group stellt ein solides Fundament für die Zukunft der Werft dar», sagte Hans Christoph Atzpodien, Bereichsvorstand der Business Area Marine Systems der ThyssenKrupp AG. Das Unternehmen könne so neue Kunden gewinnen und dadurch dauerhaft Beschäftigung am Standort Hamburg sichern. «ThyssenKrupp stärkt damit die Werftaktivitäten in Deutschland.»
AUCH KOOPERATION BEI MEGA-JACHTEN
Die Abu Dhabi MAR Group soll auch in die Bereiche Mega-Jachten, Repair und Schiffskomponenten einsteigen. Das Unternehmen plane den Erwerb von jeweils 80 Prozent an Blohm + Voss Shipyards, Blohm + Voss Repair und Blohm + Voss Industries. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsgremien sowie unter dem kartellrechtlichen Vorbehalt.
Die Abu Dhabi MAR Group ist international tätig und verfügt den Angaben zufolge über Kapazitäten für den Bau von zivilen Schiffen bis zu einer Länge von 200 Metern sowie für Marineschiffe.
KRITIK DER IG METALL
Der Bevollmächtigter der IG Metall Hamburg, Eckard Scholz, beurteilte den Schritt als endgültigen Ausstieg von TKMS aus dem zivilen Schiffbau. «Wir sehen darin eine grosse Gefahr für die Beschäftigten. Auslastungslücken im militärischen Bereich lassen sich künftig nicht mehr mit zivilen Aufträgen ausgleichen.»
Für den Sprecher der Betriebsräte-Arbeitsgemeinschaft TKMS und Betriebsratsvorsitzenden der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) Kiel, Ernst-August Kiel, wirft die Absichtserklärung Fragen auf. «Wir wollen wissen, was der geplante Verkauf für die anderen Standorte bedeutet», sagte er./mö/DP/dc

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