Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

UBS erklärt Aktionären den Genesungsplan

Peter Kurer erklärt den Aktionären die nächsten Schritte.

(Keystone)

Die Schweizer Grossbank UBS hat ihren Aktionären versichert, im dritten Quartal wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Die Bank, die in der Hypothekenkrise 49 Mrd. Fr. verloren hat, will keine Abschreiber mehr machen.

Nach vier Quartalen mit Verlusten zum Teil in zweistelliger Milliardenhöhe sieht die UBS nun Licht am Ende des Tunnels.

Die dritte Generalversammlung des Jahres in Basel wurde denn auch genutzt, um Details der neuen strategischen Ausrichtung anzukünden und vier neue Verwaltungsräte zu wählen.

Verwaltungsrats-Präsident Peter Kurer erklärte in seiner Rede, dass die Bank im dritten Quartal dieses Jahres einen kleinen Gewinn ausweisen werde. 2009 werde "insgesamt ein profitables Jahr sein".

Die Bank sei "recht erfolgreich" durch die Turbulenzen der vergangenen Wochen gekommen, so Kurer. Doch die Reparaturarbeiten seien noch nicht abgeschlossen.

"Wir müssen unseren Ruf so schnell wie möglich wieder herstellen. Wir wollen wieder ein akzeptierter Branchenführer sein", sagte er an der Versammlung.

Dies setze voraus, dass die UBS ihre Vergütungsmodelle einschliesslich Boni an die neue Situation der Finanzindustrie anpasse. Im August hatte die Grossbank bereits angekündigt, dass One-Bank-Modell abzusetzen, indem Vermögensverwaltung, Investment-Banking und Asset Management getrennt würden.

Kurer erklärte den Aktionären, dass die Schienen für einen Wechsel bereits gelegt seien. Die noch bestehenden exponierten Risikopositionen wolle die UBS "aggressiv reduzieren". "Es gibt aber keinen Zweifel, dass einige Probleme nicht über Nacht gelöst werden können", gab er zu.

Kritik

Die Versammlung fand zwar in einem weniger feindseligen Klima statt als die beiden bisherigen in diesem Jahr, doch besonders Kleinanleger geizten nicht mit Kritik. Die hohen Löhne und Boni waren vielen ein Dorn im Auge.

"Es ist klar, dass die Gier der Manager einer der Hauptgründe der Probleme ist. Die UBS ist an dieser Gier fast zu Grunde gegangen", sagte ein Aktionär an der Versammlung.

Ein anderer verlangte, dass Aktionäre das Recht erhalten sollten, in der Lohnpolitik der Grossbank mitreden zu dürfen. Andere machten jedoch auch auf die Bemühungen des Managements aufmerksam, die Bank zu retten.

Korrekturen

Kurer erklärte, dass die Boni in Zukunft vom finanziellen Resultat der entsprechenden Abteilung abhängen sollen. Mit einem transparenten System solle "das Management für nachhaltige Wertschaffung belohnt" werden.

Der UBS-Verwaltungsrats-Präsident ergänzte, dass es wichtig sei, einige Streitfälle in den USA zu lösen, die den Verkauf von Anlagen an Kunden sowie Steuerflucht betreffen.

In den letzten Wochen hatten die Medien spekuliert, dass die UBS wohl weitere 5 Mrd. Fr. wegen "giftiger Investitionen" abschreiben und in der Investment-Bank 2000 Stellen streichen müsse.

Am 4. November wird die Bank die Resultate des dritten Quartals bekanntgeben. Im zweiten Quartal resultierte ein Verlust von 358 Mio. Franken.

swissinfo, Matthew Allen, Basel

UBS in Nöten

2007 war für die UBS ein hartes Jahr, 2008 war wegen der Auswirkungen der Hypothekenkrise nicht besser.

Im Juli 2007 trat UBS-Chef Peter Wuffli nach dem Kollaps des Hedge Fonds Dillon Read Capital Management zurück.

Im Oktober 2007 musste UBS 1500 Stellen in seiner Investment Bank streichen, auch deren Chef Huw Jenkins musste gehen.

Zur gleichen Zeit verliess Finanzchef Clive Standish die Grossbank.

UBS musste wegen der Hypothekarkrise in den USA 49 Mrd. Fr. abschreiben.

Im April 2008 trat UBS-Verwaltungsrats-Präsident Marcel Ospel zurück.

Die Bank geriet daraufhin in den USA ins Visier der Justiz. Sie soll US-Bürgern bei der Steuerflucht geholfen haben, wie ein ehemaliger Angestellter zugegeben hat.

Dies führte zur Ankündigung der UBS, ihre Offshore-Aktivitäten in den USA einzustellen.

Infobox Ende


Links

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.









swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

×