Über 50'000 Internet-Junkies in der Schweiz

Faszination Internet: 2,3 Prozent der Web-Nutzerinnen und -Nutzer werden als internetsüchtig eingestuft. Keystone

Von den rund 2 Millionen Internet-Nutzerinnen und- Nutzern in der Schweiz sind gemäss einer neuen Studie über 50'000 internetsüchtig oder zumindest suchtgefährdet. Die Mehrheit der Internet-Junkies ist unter 20 Jahre alt oder ohne feste Beziehung.

Dieser Inhalt wurde am 04. Juli 2001 - 12:10 publiziert

Die Studie der Sozialpsychologischen Beratungsstelle "Offene Tür Zürich" basiert auf einer anonymen Online-Befragung, an der sich 565 Internet-Userinnen und -User beteiligten. Durchgeführt wurde die am Mittwoch (04.07.)veröffentlichte Studie in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität in Berlin und dem Schweizer Provider Bluewin AG.

2,3 Prozent der Web-Nutzerinnen und -Nutzer werden als internetsüchtig eingestuft: Sie verbringen durchschnittlich 35 Stunden pro Woche im Netz. Weitere 3,7 Prozent, die 20 Stunden pro Woche online sind, können als gefährdet bezeichnet werden.

Internet-Junkies vernachlässigen die realen sozialen Kontakte und Verpflichtungen. Zur Risikogruppe gehören gemäss der Schweizer Untersuchung vor allem männliche Benutzer, Surfer ohne festen Partner und Leute unter 20 Jahren. Die Ergebnisse decken sich mit der entsprechenden deutschen Studie mit über 7'000 Befragten.

Kreativer Internet-Gebrauch als Ziel

Die Studie versteht sich als Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Internet. Zudem soll sie dazu beitragen, dass die sozialen Auswirkungen und Gefahren des neuen Mediums verstärkt thematisiert und präventive Massnahmen ergriffen werden. Ziel ist ein kreativer und vernünftiger Umgang mit dem Internet.

Mehr Information und Prävention wollen jetzt auch die beiden grossen Schweizer Provider Bluewin AG und Swissonline leisten. Beide werden in der Chat-Umgebung auf ihren Portalen einen Link zur neusten Schweizer Studie über die Internet-Sucht einrichten.

Die "Offene Tür Zürich" bietet Beratung für Betroffene und Angehörige und begleitet eine Selbsthilfegruppe für Internetsüchtige. Neu hat die Sozialpsychologische Beratungsstelle eine Online-Beratung für erste Anfragen eingerichtet.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen