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Urner Bevölkerung protestiert in Amsteg gegen den Ausweichverkehr

Keystone-SDA

Rund 60 Personen haben am Samstagvormittag in Amsteg UR gegen den Ausweich- und Ferienverkehr protestiert. Sie liefen koordiniert über den Fussgängerstreifen und hielten so den Verkehr auf.

(Keystone-SDA) Die protestierenden Personen zeigten Plakate mit Slogans wie «Es stinkt uns!» und trugen Urner Fahnen. Zur Aktion hatte die Interessengemeinschaft (IG) Kanton Uri aufgerufen, Unterstützung erhielt sie von der Organisation Pro Alps, vormals Alpen-Initiative.

Wie es im Aufruf zur Aktion hiess, spitze sich die Verkehrssituation in den Urner Dörfern seit der Öffnung des Gotthardpasses und dem «zunehmenden Ferienverkehr» erneut zu. Die Bevölkerung werde, trotz Massnahmen und insbesondere zu Spitzenzeiten, vom Ausweichverkehr «überrollt».

Die IG forderte im Aufruf temporäre Durchfahrtsverbote an besonders verkehrsintensiven Tagen. Der Schutz der lokalen Bevölkerung müsse stärker gewichtet werden als die freie Fahrt für den Ferienverkehr. Der Bund und die Kantone seien aufgrund des Alpenschutzartikels in der Bundesverfassung dazu verpflichtet, die Bevölkerung und die Umwelt im Alpenraum zu schützen.

In einer Mitteilung der IG hiess es nach der Aktion, die Verkehrsentlastung in den Dörfern sei am Samstag spürbar gewesen. Wegen des Anlasses habe die Kantonspolizei Uri bereits frühmorgens durchgegriffen und den Ausweichverkehr bei Erstfeld und Amsteg zurück auf die Autobahn zurückgeführt.

«Kaum war die Aktion beendet, wurde das Verkehrsmanagement dann auch wieder aufgehoben», so die IG. Ebenso rasch sei der Ausweichverkehr in die Dörfer zurückgekehrt. Die Behörden haben laut der IG damit unfreiwillig den Beweis erbracht, dass wirksame Schutzmassnahmen möglich und rasch umsetzbar sind. Die Protestaktion habe gezeigt, dass der Schutz der Bevölkerung möglich sei, «wenn Kanton und Bund handeln».

Verkehr überlastet

Mit einer Petition hatte die IG Uri bereits 2023 einen stärkeren Schutz vor dem Ausweichverkehr gefordert. Der Bund beschloss 2024 Massnahmen wie temporäre Anschlusssperrungen, zudem setzt der Kanton Uri unter anderem auf Dosiersysteme bei Staus.

Besonders während der Sommerferien oder an den Ostertagen gibt es Ausweichverkehr auf den Strassen durch die Urner Dörfer, da die Hauptreiseroute durch den Gotthard-Strassentunnel überlastet ist. So auch am Samstagmorgen: Ab kurz nach 8 Uhr standen die Autos vor dem Gotthard-Nordportal auf einer Länge von 20 Kilometern, wie der TCS mitteilte. Auch auf den Kantonsstrassen kam es von Schattdorf bis Göschenen zu Verkehrsüberlastungen und langen Wartezeiten.

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