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WEF: Arafat beklagt zu langsamen Friedensprozess

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat (Bild) hat am Weltwirtschaftsforum (WEF) die zu langsamen Verhandlungen im Nahost-Friedensprozess kritisiert. Die erreichten Resultate würden zudem durch eine Verzögerungstatik gefährdet.

Dieser Inhalt wurde am 31. Januar 2000 - 12:34 publiziert

Palästinenser-Präsident Jassir Arafat (Bild) hat am Weltwirtschaftsforum (WEF) die zu langsamen Verhandlungen im Nahost-Friedensprozess kritisiert. Die erreichten Resultate würden zudem durch eine Verzögerungstatik gefährdet.

"Wir laufen Gefahr, die einmalige historische Chance für einen gerechten und langfristigen Frieden zu vergeben", warnte Arafat am Montag (31.01.) in Davos. Alle - Palästinenser, Israelis, Europäer und Amerikaner zugleich - seien gefordert, den Friedensprozess im Nahen Osten zu retten.

Arafat warf israelischen Regierung vor, die Verhandlungen über den endgültigen Status der Palästinensergebiete durch Verzögerungsmanöver zu gefährden. "Wir warten jetzt schon seit zehn Tagen darauf, sechs Prozent unseres Landes zurückzuerhalten", sagte Arafat am WEF in Davos. Die Israelis hatten für die Rückgabe zunächst nahezu menschenleere Gebiete ausgewählt, was die palästinensische Seite ablehnt.

"Wir befinden uns zur Zeit in einem Engpass", erklärte der Palästinenserführer, "und die Umsetzung der wenigen Schritte, die wir bereits vereinbart haben, wird durch einseitige Verzögerungsversuche behindert." Arafat soll den israelischen Ministerpräsident Ehud Barak noch diese Woche zu einem Gespräch am Grenzpunkt Erez treffen. "Ich habe immer noch Hoffnung, dass wir es vermeiden können, noch mehr Zeit zu verlieren", sagte er mit Blick auf den 13. Februar, der als Frist für die Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung für den palästinensisch-israelischen Frieden vereinbart worden war.

Wirtschaftlicher Aufschwung in Paalästina

Den am WEF anwesenden Wirtschaftsführern versicherte Arafat, dass die Wirtschaft Palästinas auf den Grundsätzen der freien Marktwirtschaft und privater Initiative basiere. Neue Gesetze seien geschaffen worden, um ausländische Investitionen anzuziehen. Das habe Früchte getragen: 1999 sei die Wirtschaft in Palästina um 4,5 Prozent gewachsen und die Arbeitslosigkeit zurückgegangen.

Ein für das Wochenende geplantes Treffen von Arafat mit dem israelischen Premier Ehud Barak in Davos fand nicht statt, da Barak seinen Besuch in der Schweiz kurzfristig abgesagt hatte. Arafat traf am Samstag aber am Rande des WEF mit US-Präsident Bill Clinton und Aussenministerin Madeleine Albright zusammen.

SRI und Agenturen

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