Wirtschaft engagiert sich für Klimaschutz

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Die Wirtschaft macht ernst mit ihrem Engagement für mehr Energie-Effizienz. Mit der Richtlinie für freiwillige Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs wurde am Montag (02.07.) der Startschuss für die Umsetzung des CO2-Gesetzes gegeben - damit keine CO2-Abgabe nötig wird.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juli 2001 - 12:41 publiziert

"Der heutige Tag stellt einen Meilenstein bei der Umsetzung der freiwilligen Massnahmen dar", sagte Bundespräsident Moritz Leuenberger. "Die Ziele des CO2-Gesetzes gelten nach wie vor", stellte er weiter fest, in Anspielung auf parlamentarische Initiativen zur Senkung der Reduktionsziele.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Mit der CO2-Richtlinie sei der Startschuss gegeben, um Zielvereinbarungen zur Begrenzung der CO2-Emissionen auszuarbeiten, sagte Rudolf Ramsauer, Präsident der Energie-Agentur der Wirtschaft.

Die Wirtschaft unterstütze die klimapolitischen Zielsetzungen des Bundes und eine nachhaltige Energiepolitik. Die Richtlinie zeige, dass der Weg über eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft auf neuartige Weise Erfolg versprechend sein könne.

Ohne CO2-Abgabe

Das CO2-Gesetz sieht für Brennstoffe und Treibstoffe separate Teilziele vor. Beim Brennstoff soll eine Reduktion der Emissionen um minus 15 Prozent erreicht werden, für Treibstoffe werden minus acht Prozent angestrebt. Grundlage für die Berechnungen ist 1990. Erreichen möchte man die Reduktionen bis 2010.

Die "Richtlinie für freiwillige Massnahmen zur Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen in Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen" soll den Beteiligten ermöglichen, das Teilziel ohne CO2-Abgabe zu erreichen. Sie soll den Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich alleine oder im Verbund mit anderen Unternehmen für den Klimaschutz und mehr Energie-Effizienz zu engagieren.

Breit abgestützt

Die Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) sowie die Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE) übernahmen vom UVEK Leistungsaufträge, die zur Realisierung der Reduktionsziele zentral sind.

Im Rahmen des Programms "EnergieSchweiz" übernehmen sie die breite Förderung von Energie-Effizienz und erneuerbaren Energien in der Wirtschaft und bei Privaten. Die Energie-Agentur der Wirtschaft sorgt zudem für den Abschluss der Zielvereinbarungen und das Monitoring der Energieverbrauchs- und CO2-Reduktion.

Optimistisch ist auch das BUWAL

Auch der Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft, Philippe Roch, zeigte sich überzeugt davon, dass mit dieser Richtlinie der Prozess der freiwilligen Massnahmen ins Rollen gebracht wird. Es sei zusammen mit der Wirtschaft gelungen, einen ökonomisch und ökologisch sinnvollen Rahmen für die freiwilligen Massnahmen zu setzen.

Zielbereiche noch in weiter Ferne

Laut dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zeigt die akutelle Bilanz, dass sich die Entwicklung in der Schweiz mit einer leichten Zunahme der CO2-Emissionen von 1,1% seit 1990 im Rahmen der europäischen Länder verhält.

Sie hat sich dem Ziel im Bereich der Brennstoffe mit minus 2,7% nur leicht angenähert, bei den Treibstoffen mit einem Plus von 7,5% gar wesentlich davon entfernt. Es werde daher erheblicher Anstrengungen aller bedürfen, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren.

Vorwiegend positive Reaktionen

Für die Grüne Partei sin die vorgestellten Massnahmen ein Schritt in die richtige Richtung.

WWF, Greenpeace, die Energie-Stiftung und die Schweizerische Gesellschaft für Umweltschutz freuen sich über die Absichten der Wirtschaft. Sie fordern jedoch mehr Tempo beim Klimaschutz. Als Soformassnahmen fordern die Verbände unter anderem die Verbesserung der Strom-Effizienz.

swissinfo und Agenturen

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