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Kriegsverbrechen Carla del Ponte zum Urteil gegen Ratko Mladic



Carla Del Ponte, lors de la présentation à Genève du dernier rapport de la commission d'enquête de l'ONU sur la Syrie.

Carla Del Ponte, lors de la présentation à Genève du dernier rapport de la commission d'enquête de l'ONU sur la Syrie.

(Keystone)

Carla Del Ponte, ehemalige Chefanklägerin am UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal zu Ex-Jugoslawien hat jahrelang gegen Ratko Mladic, den "Schlächter vom Balkan", ermittelt. Dass der ehemalige Armeechef der bosnischen Serben nun vom UNO-Kriegsverbrechertribunal wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, gibt der Tessinerin eine gewisse Genugtuung.

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Urteil Ratko Mladic

General Ratko Mladic war einst ein sehr mächtiger Mann, der über Leben und Tod entscheiden konnte. Auf seinen Befehl attackierten die Soldaten in den 1990er-Jahren zahlreiche bosnisch-herzegowinische Dörfer, vertrieben die muslimische Bevölkerung, zündeten deren Häuser an. Tausende Männer wurden gefangen genommen, in Lager gesteckt und aufs Grausamste gefoltert.

Derselbe imposante General liess seine Soldaten im Juli 1995 die UNO-Sicherheitszone Srebrenica stürmen. Die Enklave, die von niederländischen Blauhelmen bewacht wurde, war hoffnungslos überfüllt mit muslimischen Flüchtlingen, die Schutz vor Mladics Schergen gesucht hatten. Der Armeechef liess Frauen, Kinder in Bussen abtransportieren. Die 8000 Männer und Knaben jedoch wurden weggebracht und exekutiert. Srebrenica steht heute für das schlimmste Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg.

Dass Mladic dafür nun die Höchststrafe – lebenslänglich – erhalten hat, wird für viele Menschen vor allem in Bosnien eine Genugtuung sein. Und auch die Delegation der "Mütter von Srebrenica", die für die Urteilsverkündung nach Den Haag anreiste, wird diesmal mit dem Verdikt zufrieden sein. Denn dass der politische Chef von Mladic, der bosnische Serbenführer Radovan Karadzic, in erster Instanz vor einem guten Jahr "bloss" zu einer 40-Jährigen Haftstrafe verurteilt worden war, haben viele als Affront erfahren.

swissinfo.ch und SRF (SRF News, Tagesschau vom 22.11.2017)

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