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Bergfinken-Invasion in der Schweiz

Bergfinken-Schwarm unterwegs in der Schweiz - auf der Suche nach Buchnüsschen. Keystone Archive

Zwei bis drei Millionen Bergfinken belagern einen Wald bei Fontenais im Kanton Jura - ein seltenes Phänomen.

Was zur Zeit in der Nàhe von Pruntrut zu sehen ist, wurde im Jura seit fünfzig Jahren nicht mehr beobachtet. Zuletzt wurden Bergfinken-Schwärme in den Kantonen Bern und Freiburg gesichtet.

Der Besuch der Bergfinken, die dem skandinavischen Winter entfliehen, erfolgt unregelmässig. Es sei jedoch selten, dass sie in der Schweiz gleich in zwei von drei Wintern auftauchten, sagte Roman Graf, Sprecher der Vogelwarte Sempach.

Zuletzt wurden Bergfinken-Schwärme im Winter 1999/2000 im Grauholz bei Bern und im Greyerzerland gesichtet. Rund fünf Millionen Tiere wurden damals gezählt. Vorher hatten vier Jahre lang keine grösseren Verbände die Schweiz besucht.

Auf der Suche nach Buchnüsschen

Die Bergfinken – nicht zu verwechseln mit den Buchfinken, die in der Schweiz sehr verbreitet sind – verlassen Skandinavien auf der Suche nach Nahrung, vornehmlich Buchnüsschen. Meistens werden sie in Dänemark oder Deutschland fündig. Manchmal müssen sie jedoch weiter nach Süden fliegen.

Ende Februar nehmen sie den Rückweg unter die Flügel. Sie fliegen in rund 100 Kilometer langen Etappen. Bergfinken sind etwa so gross wie Spatzen und ausgezeichnete Flieger. Auf dem Rücken haben sie einen grossen weissen Punkt, ihre Brust ist orangebraun.

Schwarze Wolke

In der Dämmerung fliegen sie in riesigen Schwärmen zum Schlafplatz; dabei verdunkelt sich für eine Viertelstunde lang der Himmel. Die kleinen Vögel richten keine Schäden an. Sie können allerdings Botulismus übertragen, eine in manchen Fällen tödlich verlaufende Krankheit. Dazu kommt es jedoch äusserst selten.

Die erste Quelle, die eine Bergfinken-Invasion in der Schweiz beschreibt, datiert aus dem Jahr 1413. Damals suchten sich die Vögel Bremgarten bei Bern als Futterplatz aus.

swissinfo und Agenturen

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