Der Gesang der Sterne: Welt-Premiere in Genf
Erstmals haben zwei Astrophysiker von der Universität Genf in der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile die Geräusche eines Sterns erfassen können. Bis jetzt sind erst Geräusche aus dem Innern der Sonne erfasst worden.
François Bouchy und Fabien Carrier haben in «Alpha Cen A» verschiedene Schwingungen gemessen und aufgezeichnet. Alpha Cen A ist ein sonnenähnlicher Stern und ist von der Südhalbkugel aus als hellster Stern der Kentauren von blossem Auge erkennbar.
Alpha Cen A erzeugt demnach Töne, die jenen der Musik nicht unähnlich sind. Gleiche Beobachtungen wurden in den siebziger Jahren schon an der Sonne gemacht. Leise Signale wurden 1999 ausserdem in anderen Sternen festgestellt.
«Erstmals ist jetzt aber in einem sonnenähnlichen Stern eine ganze Tonreihe aufgezeichnet worden», sagte François Bouchy und bestätigte damit einen Bericht der «Tribune de Genève» vom Mittwoch (04.07.).
Ein «Es» als höchster Ton
Die gemessenen Frequenzen entsprechen etwa 20 Tönen mit je einem Abstand von einer Drittel-Tonhöhe. Der höchste aufgezeichnente Ausschlag stelle ein «Es» in der herkömmlichen Tonleiter dar, erklärte Bouchy. Er und sein Kollege nahmen die Messungen Anfang Mai in der Europäischen Südsternwarte von La Silla in Chile vor.
Das von den beiden Genfern benutzte Teleskop wurde in Genf entwickelt. Die Beobachtungen würden den Astronomen helfen, die innere Beschaffenheit der Sterne zu erfassen, sagte Bouchy.
swissinfo und Agenturen
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