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Die Leistungen von Frauen und Männern sollen gerechter beurteilt werden

Wenn es um Lohn und Karriere geht, können die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Leistungsbeurteilung weitreichende Folgen haben. Das Eidg. Büro für Gleichstellungsfragen hat nun einen Leitfaden für faire Mitarbeitendengespräche veröffentlicht.

Frauen und Männer werden für gleiche Leistungen nicht gleich beurteilt. Wenn es um Lohn und Karriere geht, kann dies weitreichende Folgen haben. Das Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männer hat deshalb einen Leitfaden für Frauen und Vorgesetzte für faire Mitarbeitergespräche veröffentlicht.

Patricia Schulz, Direktorin des Eidg. Gleichstellungs- büros, wies an einer Medienkonferenz am Dienstag (25.01.) in Bern darauf hin, dass die Leistungsbeurteilung in der Wirtschaft immer mehr Bedeutung bekommt. Sie kann bezüglich Lohn und Karriere weitreichende Wirkung haben. Aus Sicht des Büros besteht die Gefahr, dass dabei neue Lohnungleichheiten zwischen Mann und Frau eingeführt werden, die schwer als solche nachzuweisen sind. Das Büro beauftragte deshalb den Zürcher Psychologieprofessor Christof Baitsch, Instrumente und Verfahren der Leistungs- und Personalbeurteilung auf ihre Geschlechterdiskriminierungen zu überprüfen. Die Ergebnisse sind im Buch “Wenn zwei das Gleiche tun …» beschrieben.

Während sich diese Arbeit an Fachleute wie zum Beispiel Personalchefs richtet, hat das Gleichstellungsbüro einen praktischen Leitfaden für Frauen und Vorgesetzte zum Mitarbeitergespräch verfasst, der häufigsten Form der Leistungsbeurteilung. Darin wird zum einen die Situation und die Rolle der Teilnehmenden erläutert.

Zum andern enthält der Leitfaden Checklisten zur Beurteilung, ob das Gespräch fair und diskriminierungsfrei ist, und Hinweise zur Verbesserung der Situation. Wenn eine Frau in einer Diskussion einen Mann unterbricht, gilt sie schnell als aggressiv und anmassend. Fällt ein Mann einer Frau ins Wort, wird dies gar nicht beachtet. Dieses und weitere Beispiele illustrieren, wie gleiches Verhalten von Mann und Frau unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt wird.

Das Geschlecht kann aus der Beurteilung gar nicht ausgeklammert werden, und Frauen und Männer verhalten sich unterschiedlich beim sogenannten “Impression management”, was auf Deutsch etwa «Eindruck schinden» heisst. Folge ist, dass gleiche Leistung und gleiches Verhalten unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt werden. Leistungsbeurteilung sei trotz dieser Tücken nötig und von Angestellten auch erwünscht. Es sei deshalb sicherzustellen, dass es nicht zu Geschlecht bezogenen Verzerrungen komme. Im Buch beschreiben Baitsch und seine Mitautoren Andrea Fried und Ralf Wetzel diejenigen Faktoren, welche die Personal- und Leistungsbeurteilung beeinflussen. Ausserdem gibt das Autorenteam Hinweise zur Vermeidung von Diskriminierung.

Der Leitfaden “Früh übt sich, wer eine Meisterin werden will”, ist bei der Eidgenössischen Drucksachen- und Materialzentrale in Bern erhältlich, das Buch “Wenn zwei das Gleiche tun …” von Baitsch kann im Buchhandel erworben werden.

SRI und Agenturen

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