femdat: Schweizer Datenbank für Expertinnen
In den Medien werden häufig männliche Experten befragt. Frauen treten als Expertinnen kaum ins Rampenlicht.
Die Schweizer Internet-Datenbank femdat möchte dies ändern. Mit der 1000. Eintragung wurde die neue Dienstleistung an der Uni Bern vorgestellt.
femdat ist eine gesamtschweizerische Datenbank für Wissenschafterinnen und Expertinnen unterschiedlicher Fachgebiete. Zum Eintrag berechtigt sind alle Frauen, die einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss haben oder sich über mehrjährige Erfahrungen auf einem Fachgebiet ausweisen können.
Mit femdat ist es möglich, Fachfrauen aus Wissenschaft, Praxis, Privatwirtschaft und anderen Bereichen rasch zu finden. Kontakt kann via E-Mail oder Telefon aufgenommen werden.
Breite Palette
Die Verbesserung der beruflichen Gleichstellung sowie die vermehrte Präsenz von Frauen im öffentlichen Leben ist ein Hauptziel der femdat-Betreiberinnen. Für die Expertinnen ist femdat ein wesentlicher Schritt in Richtung Vernetzung.
Die Datenbank setzt sich nach folgenden Fachrichtungen zusammen: Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Architektur- und Ingenieurwissenschaften, Medizin und Pharmazie, Gestaltung sowie Theologie und Religionswissenschaften.
Franziska Scheidegger von der femdat-Geschäftsstelle sagte gegenüber swissinfo, dass die Dienstleistung bereits rege benutzt werde. Im ersten Jahr des Bestehens der Datenbank habe man die meisten Energien dazu verwendet, möglichst viele Expertinnen für die femdat gewinnen zu können.
Verbindliche Zahlen zur Nutzung der Datenbank stünden jedoch bisher nicht Verfügung, fügte Franziska Scheidegger an. Man wolle sich aber im Jahr 2003 intensiver damit beschäftigen.
Zusätzliche Dienstleistungen
femdat bietet zusätzlich Links zu ausländischen Expertinnen-Datenbanken sowie zu Datenbanken mit frauenspezifischen Inhalten und Organisationen an.
Die Nutzung des Angebots sowie der Eintrag in femdat ist kostenlos. Das Angebot richtet sich an Universitäten, Fachhochschulen, Forschungsinstitutionen, Unternehmen, Kommissionen, Verwaltung, Medien aber auch an Privatpersonen.
femdat wird von einem Verein getragen und wird unter anderen unterstützt durch das Eidgenössische Büro für Gleichstellung von Mann und Frau.
Das femdat-Budget beläuft sich auf 140’000 Franken pro Jahr. Damit werden die Pflege der Datenbank, sowie Inserate in Wissenschafts-Zeitungen und ein 60%-Pensum auf der Geschäftsstelle in Bern berappt.
swissinfo, Etienne Strebel und Agenturen
Über 1000 Expertinnen können via femdat-Datenbank abgerufen werden.
Das Angebot richtet sich an Unis, Forschungs-Institutionen, Unternehmen, Politik, Verwaltung, Medien und Privatpersonen.
Zusammensetzung der Datenbank (Stand 1.11.2001)
Nach Fachrichtungen:
– Naturwissenschaften 33%
– Geisteswissenschaften 27%
– Sozialwissenschaften 15%
– Rechts- und Wirtschaftswissenschaften 10%
– Architektur- und Ingenieurswissenschaften 8%
– Medizin und Pharmazie 3%
– Gestaltung 2%
– Theologie und Religionswissenschaften 2%
Nach Sprachen:
– Deutsch 84%
– Französisch 13%
– Andere 3%
Nach Abschlüssen:
– Prof. 2%
– Dr. 29%
– lic./dipl. 64%
– andere 5%
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
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