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Gespannte Stimmung vor Gay Pride in Sion

Gay Pride Paraden - wie hier in San Francisco - sind schrille Anlässe. Das wird auch in Sion so sein. Keystone

Die Gay Pride vom kommenden Samstag (7. Juli) in Sion, im Wallis, findet statt - dem Widerstand aus rechtskatholischen Kreisen zum Trotz. Die Atmosphäre ist gespannt: Es machen Gerüchte über Gegenveranstaltungen und die Präsenz von Skinheads die Runde.

Bei der Polizei nimmt man die Gerüchte ernst, obwohl sie bislang unbestätigt blieben, sagt der Walliser Polizeikommandant Bernhard Geiger. Geiger sieht der Gay Pride gelassen entgegen. Zusammen mit der Gemeindepolizei haben man ein entsprechendes Dispositiv erarbeitet.

Ähnliche Gerüchte über Ausschreitungen hätten auch vor der letztjährigen Gay Pride in Freiburg zirkuliert. Der Umzug der Schwulen und Lesben wurde schliesslich nicht gestört. Geiger hofft, dass sich die Drohungen im Vorfeld auch dieses Mal als rein psychologisches Druckmittel entpuppen.

Fest für alle

Die Gay Pride startet um 14.00 Uhr mit Reden auf der Place Planta im Zentrum von Sitten, bevor die eigentliche Parade durch den Walliser Hauptort startet. Verschiedene Geschäfte der Innenstadt haben sich der Veranstaltung angeschlossen, um ihr einen festlichen Rahmen zu ermöglichen.

Die Organisatoren hoffen auf einen Dialog mit der Bevölkerung – mit einem «Village aux mots», das ab 16.30 Uhr mit Infoständen, Spektakeln, Filmen und Ausstellungen ein breites Publikum anlocken soll. Die Gay Pride endet mit einer «Pride Party» in den beiden Diskotheken von Conthey VS.

Stadtrat schwenkte um

Rund um die Veranstaltung der Schwulen und Lesben in Sion prallten die gegensätzlichen Meinungen stark aufeinander. Nachdem sich Kreise der katholischen Kirche vehement gegen die Gay Pride aussprachen, hat der Rat die Veranstalter aufgefordert, zu verzichten. Daraufhin reichten diese am 1. März ein detailliertes Projekt ein, das dann vom Stadtrat doch noch angenommen wurde, sodass die Gay Pride nun stattfinden kann.

Diffamierendes Inserat

Die Lage wird aber gespannt bleiben. Nicht vergessen ist ein als diffamierend bezeichnetes, ganzseitigen Inserates gegen die «Pride 01» in Sion in der Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste» (die Zeitung wurde dafür stark kritisiert). Auftraggeber war eine Gruppe mit dem Namen «RomanDit».

Unter anderem wurde im Inserat behauptet, dass gemäss amerikanischen Studien nur 9% der schwulen Männer ohne Aids das Alter von 43 überlebten. Homosexualität wurde ausserdem die Verantwortung für die Ausbreitung von Aids sowie Sittenzerfall, Dekadenz in die Schuhe geschoben. Weiter wurde mit einer Petition gegen die Pride in Sion aufgerufen.

Die Organisation «RomanDit» wird in Verbindung gebracht mit der Rechts-Populistischen und Ecône-nahen (Ecône: traditionalistische Abspaltung vom Katholizismus um das Priesterseminar von Ecône) Kreisen.

Urs Maurer und Agenturen

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