Neuer Hochwasser-Rekord am Langensee
Die Überschwemmungen des über die Ufer getretenen Langensees (Lago Maggiore) sind gravierender als zunächst angenommen. Trotzdem haben die Einsatzkräfte die Situation im Locarnese unter Kontrolle. Opfer gibt es keine zu beklagen.
In Locarno lag der Seepegel des Langensees am Montagnachmittag bei 197,46 Metern – 20 Zentimeter über dem Rekordniveau von 1993. Wie Renzo Mombelli vom Katastrophenstab an einer Medienkonferenz in Locarno erklärte, wird ein neues Rekordhoch von 197,70 Metern erwartet.
«So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen», sagte der in Locarno aufgewachsene Staatsrat Luigi Pedrazzini. Auch Locarnos Gemeindepräsident Marco Balerna zeigte sich beeindruckt, zugleich aber auch erleichtert, dass es bisher zu keiner Katastrophe gekommen ist.
Piazza Grande unter Wasser
Der See stieg im Laufe des Montags um rund drei Zentimeter pro Stunde an. Erst gegen Abend wurde mit einem Ende der Regenfälle gerechnet. Bereits am Morgen stand die Piazza Grande von Locarno ganz unter Wasser. Das vom Hochwasser am stärksten betroffene Quartiere Nuovo war abgesperrt.
Dies führte zu chaotischen Zuständen auf den Strassen bei einsetzendem Berufsverkehr. Am Nachmittag beruhigte sich die Situation in der Innenstadt wieder. Die Schulen in Locarno sowie in Tenero wurden für Montag und Dienstag geschlossen.
A13 gesperrt
Vom Hochwasser am stärksten betroffen sind Locarno, Ascona und das linke Langensee-Ufer. Die Magadino-Ebene ist teilweise überflutet, was die Sperrung der Hauptverbindung A13 zwischen Locarno und Bellinzona zur Folge hatte. Die Uferstrasse im Gambarogno ist ebenfalls gesperrt.
Wegen der Sperrung der A13 kam es zwischen Locarno und Bellinzona zu einem Verkehrschaos. Die Behörden riefen dazu auf, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die SBB verkehrten zwischen Locarno und Bellinzona normal.
Seniorenresidenz evakuiert
In Locarno mussten zahlreiche Menschen ihre Wohnungen verlassen, so auch die 140 Bewohner einer seenahe gelegenen Seniorenresidenz.
Nationales Sportzentrum geschlossen
Total evakuiert wurde auch das Nationale Sportzentrum für die Jugend in Tenero. 250 Personen aus der Deutschschweiz mussten das Zentrum verlassen. Seit Sonntagabend ist dieses ohne Strom. Bis Ende Woche wird es geschlossen bleiben.
swissinfo und Agenturen
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