Psychische Erkrankungen: Schweiz will nationales Konzept
Mehr als ein Drittel der Bezüger einer Invalidenrente in der Schweiz erhält die Rente wegen psychischen Erkrankungen. Diese sind zu einer der grössten Sorgen des Gesundheitswesens geworden - dennoch gibt es keine nationalen Lösungsansätze.
«Zurzeit haben wir eine grosse Lücke im Bereich der psychischen Krankheiten, erklärt Philippe Lehmann, Leiter der Projekts «Nationale Gesundheitspolitik». Das Projekt wurde im November 1998 gestartet; die Ergebnisse sollen den Behörden nächstes Jahr unterbreitet werden.
Nationale Politik entwickeln
Ziel ist es vor allem, eine nationale Gesundheitspolitik im Bereich der psychischen Krankheiten zu entwickeln. Am Projekt sind Experten sowie Vertreter des Bundes und der Kantone beteiligt.
Derzeit ist die Gesundheitspolitik im Bereich der psychischen Krankheiten Sache der Kantone. Deren Anstrengungen konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche wie Suizidprävention und spezialisierte Pflegedienste. Lehmann bedauert demgegenüber das Fehlen übergeordneter Massnahmen, die etwa darauf abzielen, psychische Gesundheit zu fördern.
Seit Jahren häufen sich Depressionen, Suizide und Gewaltakte. Die Kantonalen Gesundheitsdirektoren hatten deshalb im Mai 2000 beschlossen, der psychischen Gesundheit in der «Nationalen Gesundheitspolitik» Priorität einzuräumen.
swissinfo und Agenturen
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