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Radon im Alpenraum

Blau eingefärbt sind jene Gebiete der Schweiz, die Radon-Probleme haben. BAG

Ein Prozent der Häuser in der Schweiz weisen eine zu hohe Radonbelastung auf. Die Gesundheitsbehörde will Sanierungen vorantreiben.

Das natürliche Gas Radon macht noch immer 40% der Strahlenexposition der Bevölkerung aus, wie der aktuelle Bericht zu Umwelt-Radioaktivität des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigt.

Laut Hansruedi Völkle, Leiter der Sektion Überwachung der Radioaktivität beim BAG wurden bisher über 40’000 Häuser in 2400 der ingesamt 3000 Gemeinden gemessen. Dabei wurden bei einem von hundert Häusern zu hohe Radon-Werte festgestellt. Das BAG plant die Erstellung einer gesamtschweizerischen Radonkarte.

Alpenraum besonders betroffen

Besonders hoch ist die Radon-Konzentration im Alpenraum. Ausschlaggebend ist aber auch die Beschaffenheit und Durchlässigkeit des Bodens. Je durchlässiger, desto besser kann das Gas zirkulieren. Gefährdet sind vor allem ältere Gebäude mit schlechtem Fundament und solche, die keinen Betonboden aufweisen.

In einigen Ländern kommen zu hohe Radonkonzentrationen in Baumaterialien oder im Trinkwasser vor. Dieses Problem kenne die Schweiz nicht, betont Völkle.

Radon kann Lungenkrebs auslösen

Radon, ein Gas, das mit den Sinnen nicht wahrnehmbar ist, kann das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Laut Völkle sind rund 6% der Lungenkrebs-Todesfälle auf Radon zurückzuführen sind. «Das sind relativ wenig im Vergleich mit Raucher-Opfern, aber immerhin doch 6%.»

EU-kompatible Grenzwerte

Der Grenzwert für Radon liegt in der Schweiz bei 1000 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3), der Richtwert bei 400. Die EU weist laut Völkle vom BAG vergleichbare Werte auf. Die USA hätten teils strengere Grenzwerte.

Sanierungs-Massnahmen

Laut BAG sollten die rund 400 mit Radon belasteten Häuser saniert werden. Allerdings müssen die Hausbesitzer dafür selber aufkommen. Für die Sanierung gebe keine allgemeingültige Methode, so Hansruedi Völkle gegenüber swissinfo:

«Häufig werden das Fundament oder der Keller besser abgedichtet, oder der Boden unter dem Haus wird entlüftet. Damit wird das Radon daran gehindert, ins Haus einzudringen.» Bei Neubauten werde angestrebt, dass der Richtwert von 400 eingehalten werde, so Völkle.

Radonproblem – seit langem bekannt

Ein Viertel der Strahlenbelastung kommt aus der medizinischen Röntgendiagnostik. Kernkraftwerke tragen weniger als ein Prozent bei.

Regionale Unterschiede bei der Radioaktivität sind entweder geologisch bedingt oder hängen mit den unterschiedlichen Ablagerung nach Atomwaffen-Versuchen oder dem Reaktorunfall von Tschernobyl zusammen.

Gaby Ochsenbein

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