Schlussdeklaration:Recht vor Rache
In ihrer Schlussdeklaration haben die Teilnehmer des ersten Weltkongresses gegen die Todesstrafe betont, dass Rache in einer modernen Rechtsprechung keinen Platz haben darf. Sie sei Ausdruck von Gewalt, sagte Organisator Michel Taube.
«Die Todesstrafe besiegelt den Sieg der Rache über das Recht und verletzt das wichtigste aller Menschenrechte: das Recht auf Leben», zitierte Michel Taube am Freitag (22.06.) im Europarat die Schlussdeklaration des Weltkongresses in Strassburg, dessen Initiant er war.
«Eine Gesellschaft, die auf die Todesstrafe zurückgreift, ruft symbolisch zu Gewalt auf», heisst es in der Deklaration weiter. Taube las sie in Anwesenheit von Sidiki Kaba, Präsident der Internationalen Menschenrechtsliga, und Mahmoud Ben Romdhane, Mitglied des Exekutivkomitees von amnesty international.
Europa voraus
«Wir verlangen die weltweite Aufhebung der Todesstrafe», lautet die Hauptforderung. Die Deklaration wurde von Vertretern von Menschenrechts-Organisationen unterzeichnet. Sie rufen darin den Europarat und die EU auf, Druck auf die Türkei, Russland und Armenien zu machen, damit diese Länder die Todesstrafe definitiv abschaffen.
Ferner unterstützen sie das Vorhaben des Europarats, den Beobachterstatus der USA und Japan im Europarat zu überprüfen. Die beiden sind die einzigen Länder mit Beobachterstatus, die die Todesstrafe anwenden. Der Europarat will die Frage am Montag klären, wie einige seiner Vertreter bereits verlauten liessen.
Die Deklaration stimmt in den Hauptpunkten überein mit dem «Appell von Strassburg», der kurz darauf im EU-Parlament von Parlamentspräsidenten aus aller Welt unterschrieben werden sollte.
swissinfo und Agenturen
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