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Sensibilisieren – in der Schweiz und weltweit

In Nairobi, Kenia, wird sauberes Wasser abgefüllt. Keystone

Der Bevölkerung soll die Bedeutung des kostbaren Nass bewusster werden. Dies wollen die Schweizer Behörden im UNO-Jahr des Süsswassers erreichen.

Daneben arbeitet die Schweiz intensiv an den internationalen Programmen mit.

«Wasser ist wertvoll», «Wasser ist unberechenbar» und «Wasser kennt keine Grenzen». Diese drei Themenbereiche stehen bei der Kampagne in der Schweiz im Mittelpunkt:

Gestartet wird das UNO-Jahr am 21. März, am Internationalen Tag des Wassers, mit einem grossen Wasserfest auf dem Bundesplatz in Bern. Es folgen nationale Aktivitäten, aber auch kleinere Anlässe, initiiert von Privaten, Organisationen oder Gemeinden.

Auch swissinfo begleitet das Wasserjahr: Mit einer Spezial-Site, mit weiteren Artikeln und Aktionen in den kommenden Wochen und Monaten.

Nachdenken über Überfluss – und Mangel

Ziel sei es, die Bevölkerung zu motivieren, «über das Wasser nachzudenken», sagt Uli Lutz, Koordinator des Wasserjahres in der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA):

«Was bedeutet es für uns in der Schweiz, wo wir Wasser im Überfluss haben. Und was bedeutet es für Menschen in anderen Teilen der Welt, wo das benötigte Wasser zuerst mühsam gesucht und herbei getragen werden muss.»

Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit 2,4 Milliarden Menschen keinen genügenden Zugang zu sanitären Einrichtungen haben. 1,2 Milliarden Menschen haben zu wenig (oder zu wenig sauberes) Trinkwasser.

Internationale Aufmerksamkeit tut Not. Denn Statistiken weisen darauf hin, dass das pro Person verfügbare Wasser abgenommen hat: von 17’000 Kubikmetern im Jahr 1950 auf 7000 Kubikmeter 1995. Gründe dafür sind das Bevölkerungswachstum wie auch der zunehmende Verbrauch.

Wasserqualität beobachten

In der Schweiz wird mehr als 80% der Trink- und Brauchwasserversorgung aus Grundwasser gedeckt. Zu diesen lebenswichtigen Ressourcen muss Sorge getragen werden.

Grundsätzlich ist die Trinkwasserqualität in der Schweiz sehr gut, dank regelmässigen Kontrollen, intensiver Forschungsarbeit und Kampagnen beispielsweise in der Landwirtschaft.

Im Alltag ist das Wasser aus dem Hahnen trinkbar. Doch was normalerweise selbstverständlich ist, wird bei ausserordentlichen Ereignissen zu einem grossen Problem. So haben Hochwasser-Katastrophen häufig zur Folge, dass die Trinkwasser-Versorgung verschmutzt wird.

In solchen Situationen braucht es viel Überzeugungsarbeit der Behörden: Es ist vielen Menschen gar nicht mehr bewusst, dass das Wasser aus dem Hahnen krank machen kann. Hierzulande ist man sich gewohnt, bei Durst, beim Zähneputzen oder beim Salatwaschen einfach den Wasserhahnen aufzudrehen.

Gewässer und Ökosysteme schützen

Sorge tragen zum Wasser bedeutet aber auch, den Gewässern und ihren Ökosystemen genügend Aufmerksamkeit schenken.

Die Schweiz müsse ihre natürlichen Ressourcen besser schützen, fordert die Umweltorganisation WWF. «Wir fordern die Einführung eines integrierten Flussmanagements», sagt Walter Wagner vom WWF.

Hochwasserschutz-Massnahmen, Gewässerverbauungen oder auch Renaturierungen: In der Schweiz sind dafür primär die Kantone zuständig. «Deshalb sind die Kantonsgrenzen gleichzeitig Bewirtschaftungs-Grenzen», kritisiert der Wasserspezialist.

Das Wasser fliesse von der Schweiz aus in verschiedene europäische Länder, in vier Meere, erinnert Wagner, deshalb brauche es mehr internationale Zusammenarbeit.

Es gibt allerdings auch positive Beispiele. So hat die grosse Rheinverschmutzung 1986 aufgerüttelt: Damals tötete giftiges Löschwasser vom Chemiebrand bei Schweizerhalle das meiste Leben im Fluss. Seither wird international zusammengearbeitet, der Rhein ist sauberer als Jahre zuvor.

Doch alles lässt sich nicht planen und organisieren: Die wiederkehrenden Hochwasser-Katastrophen zeigen dies deutlich. Auch hier hat – zumindest in Ansätzen – ein Umdenken stattgefunden. Das Wasser lässt sich nicht bändigen, die Menschen müssen damit umgehen lernen. Entsprechend werden heute Präventivmassnahmen geschaffen, so dass Hochwasser in der eng verbauten Schweiz Platz findet und nicht mehr immense Schäden anrichtet.

Renaturierungen sind ein Mittel, um dem Wasser und den damit verbundenen Ökosystemen wieder Raum zu gewähren. Oder mit den Worten der Schweizer Verantwortlichen fürs Wasserjahr:

«Die zentralen Anliegen des Aktionsprogramms sind der Schutz des Wassers, der Gewässer und ihrer Ökosysteme wie Feuchtgebiete, Auen und Wälder, die weitsichtige und sparsame Nutzung des Wassers sowie der Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren des Wassers.»

swissinfo, Eva Herrmann und Ramsey Zarifeh

Am 21. März 2003 findet auf dem Bundesplatz in Bern der offizielle Start zum Wasserjahr in der Schweiz statt.

Dabei werden beispielsweise die Ausstellungen Grundwasser und Wasserkreislauf erstmals dem Publikum vorgestellt.

Nebst diversen Attraktionen gibt es eine Wasserbar und zum Abschluss ein Konzert der Schweizer Band Patent Ochsner.

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