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Wirtschaftsminister Couchepin will Lohn-Dumping im Bereich Informatik verhindern

Bundesrat Pascal Couchepin hat sich in einem Interview des "SonntagsBlick" gegen den Aufbau eines Informatikerproletariats und gegen Lohndumping ausgesprochen. Die Zahl von 25'000 fehlenden Informatikern bezeichnete er als völlig überrissen.

Der Schweizer Wirtschaftsminister, Bundesrat Pascal Couchepin, hat sich in einem Interview des «SonntagsBlick» gegen den Aufbau eines Informatikerproletariats und gegen Lohndumping durch ausländische Arbeitskräfte ausgesprochen. Die Zahl von 25’000 fehlenden Informatikern in der Schweiz bezeichnete er als völlig überrissen.

Wirtschaftsminister Couchepin räumte in dem Interview jedoch ein, dass die Schweiz mehr Informatiker brauche. Allerdings müsse zuerst das bestehende Kontingent von 17’000 Arbeitsbewilligungen für ausländische Fachkräfte ausgeschöpft werden. Letztes Jahr seien 3’500 Bewilligungen nicht benutzt worden, und dieses Jahr setze sich die Tendenz fort.

Zum Auslöser der Diskussion um die fehlenden Informatiker, sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements: «Ich vermute, dass gewisse Kreise ganz einfach Leute zu niedrigen Löhnen anstellen wollen.»

Es seien Gesuche für ausländische Informatiker mit Löhnen von 3’500 Franken eingegangen. «Kommt nicht in Frage», sagte Couchepin dazu, und weiter: «Ich werde nicht zulassen, dass in der Schweiz ein Informatikerproletariat aufgebaut wird.»

Für hoch qualifizierte Informatiker reichten die bestehenden Kontingente aus, erklärte Couchepin weiter. In den kommenden Jahren kämen junge einheimische Informatiker zu Tausenden auf den Arbeitsmarkt, deren Ausbildung in der Vergangenheit mit zahlreichen Massnahmen gefördert worden sei.

«Ich will vermeiden, dass es dannzumal zu wenig gute Stellen gibt, weil wir sie durch Immigration blockiert habe», sagte Couchepin. Die Immigration dürfe kein Lohndumping erzeugen. Ausserdem sei es keine nachhaltige Arbeitspolitik, wenn Ausländer für ein paar Jahre in die Schweiz geholt und dann wieder zurück geschickt würden.

Als Arbeitsminister sei er dafür verantwortlich, dass am Schluss alle Leute profitierten, und nicht nur bestimmte Kreise, erklärte Couchepin weiter.

swissinfo und Agenturen

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