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Wölfe im Bergell?

Beim Wolf im Bergell könnte es sich um den gleichen Wolf handeln, der im Januar im Tessin sein Unwesen trieb. Keystone

Im Bergell hat vermutlich ein Wolf mehrere Haus- und Wildtiere gerissen. Eine genetische Untersuchung soll nun klären, ob es sich bei dem Raubtier tatsächlich um einen Wolf handelt. In den letzten Jahren sind in der Schweiz insgesamt sechs Wölfe identifiziert worden.

Gemäss einer Mitteilung der Bündner Standeskanzlei wurden seit Anfang März mehrere Risse von Haus- und Wildtieren gemeldet. Mehrere Schafe und Ziegen im grenznahen italienischen Teil des Bergells wurden von einem grossen hundeartigen Tier getötet. In den letzten Wochen wurden nun auch zwei Hirsche und ein Schaf im schweizerischen Teil des Bergells gerissen.

Ein Tierarzt hat mehrere Fälle untersucht und hielt fest, dass die Tiere von einem routinierten Raubtier getötet wurden. Ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, könne aber nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden.

Wolf aus dem Tessin

Aufschluss darüber geben soll die DNA-Analyse von Kot, Haaren oder Blut des fraglichen Tieres. Ein spezialisiertes Institut untersucht derzeit Kot, der mit grosser Wahrscheinlichkeit vom Tier stammt. Ein sicherer Wolfsnachweis auf Grund einer DNA-Analyse ist Anfang Januar bereits in unmittelbarer Nähe von Bellinzona gelungen. Seither seien aber im Tessin keine Hinweise mehr auf die Anwesenheit eines Wolfs festgestellt worden. Experten vermuten, dass der im Tessin ansässige Wolf ins Bergell umgesiedelt ist. Dafür hätte er aber die Autobahn A2 sowie den dichtbesiedelten Talboden überqueren müssen.

In den vergangenen fünf Jahren wurde in der Schweiz die Anwesenheit von sechs Wölfen nachgewiesen, wie Jean-Marc Weber, Projektleiter Cora auf Anfrage sagte. Die meisten davon wurden erst tot aufgefunden. Faszination löst die mögliche Einwanderung des Wolfes bei Georg Brosi, dem Jagd- und Fischereiinspektor des Kantons Graubünden aus. Trotz dem Ärger, den ein Wolf verursachen könne, würde man sich auch ein wenig darüber freuen, ein Wildtier in der Region zu beherbergen.

swissinfo und Agenturen

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