"Arbeit gegen Armut" - Tagung in Bern

Walter Fust und Victorine Ouandaogo aus Burkina Faso, an der Medienkonferenz in Bern Keystone

Armut kann ohne neue Arbeitsplätze nicht nachhaltig verringert werden. Darum geht es an einer Tagung zum Thema "Arbeit gegen Armut" in Bern. Weltweit sind über 900 Millionen Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt.

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2000 - 15:04 publiziert

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) stellte am Donnerstag (11.05.) im Hinblick auf den UN-Weltsozialgipfel Projekte vor, wie mit Kleinunternehmensförderung, Berufsbildung und Kleinkrediten der Teufelskreis unterbrochen werden kann.

DEZA-Direktor Walter Fust erinnerte am Donnerstag an einer Tagung "Arbeit gegen Armut" in Bern daran, dass weltweit über 900 Millionen der gut sechs Milliarden Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt seien. Derart sozialer Sprengstoff könne nicht gleichgültig lassen. Laut Fust spielt bei der Schaffung von Arbeitsplätzen der Privatsektor eine entscheidende Rolle. Das DEZA sei komplementär aktiv. Es gehe darum, dass der Staat die Rahmenbedingungen verbessere.

Die Tagung fand im Hinblick auf die Sondergeneralversammlung der UN vom 26. bis zum 30. Juni in Genf statt. An diesem "Weltsozialgipfel 5" soll eine Zwischenbilanz zum Weltsozialgipfel von 1995 in Kopenhagen gezogen werden. Damals hatten sich über 100 Staats- und Regierungschefs das Ziel gesetzt, die absolute Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Als konkrete eigene Projekte, wie die Armut durchbrochen werden kann, stellt die DEZA in einer neuen Broschüre unter anderem die Förderung der Seidenproduktion in Indien auf allen Stufen vor. So könne via verbessertem Saatgut, besseren Verarbeitungsmethoden der Rohseide und produktiveren Färbemethoden Hunderttausenden von Kleinbauern geholfen werden.

Projekte der Kleinunternehmensförderung zur Sicherung von Einkommen unterhält die DEZA auch in Pakistan. Im Bereich Berufsbildungsprogramme setzt sich das DEZA beispielsweise in Peru und Kenia ein.

Als weiteres Mittel gegen die Armut nennt die DEZA den Zugang zu Mikrokrediten, wo Projekte in Benin und Bolivien laufen. Am Beispiel Bangladesh werden die Aktivitäten in der Land- und Forstwirtschaft geschildert. Die DEZA hat ein Jahresbudget von ungefähr einer Milliarde Franken und erbringt ihre Leistungen mit rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im In- und Ausland.

swissinfo und Agenturen

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