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AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Kaum verändert – Vorgaben gemischt

FRANKFURT (awp international) – Nach den leichten Vortagsgewinnen wird der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag angesichts gemischter Vorgaben kaum verändert erwartet. Der X-Dax, der auf Basis des Dax-Futures den ausserbörslichen Stand des deutschen Leitindex anzeigt, lag kurz nach 8.00 Uhr bei 5.790 Punkten und damit minimale 0,03 Prozent über dem Dax-Xetra-Schluss vom Vortag.
Die Zweifel mehrten sich, ob der Aufwärtstrend die Aktienmärkte noch deutlich höher tragen könnte, sagte ein Börsianer. Die Überseebörsen geben ebenfalls keinen klaren Trend vor: So hatten enttäuschende Konjunkturdaten am Vortag die US-Börsen belastet, der Future auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial legte seit dem Xetra-Schluss vom Vortag allerdings um moderate 0,14 Prozent zu. In Asien verzeichneten die Börsen dagegen Abschläge. Am Nachmittag stehen in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Frühindikatoren und das Geschäftsklima in der Region Philadelphia (Philly-Fed-Index) auf dem Plan.
Im Fokus stehen nach Zahlen die Anteilsscheine von Infineon . Der Halbleiterkonzern profitierte im vierten Geschäftsquartal (Ende September) von der Erholung am Halbleitermarkt und schrieb unter dem Strich wieder schwarze Zahlen, was die Aktie schon vorbörslich um vier Prozent steigen liess. Beim Segmentergebnis, das die betriebliche Entwicklung widerspiegeln soll, übertraf Infineon wie beim Erlös die Erwartungen der Experten deutlich. Der Konzern rechnet zudem für 2010 mit einem Wachstum in allen operativen Segmenten. Händler lobten in ersten Reaktionen die Zahlen.
Aktien von Beiersdorf und Henkel könnten laut Händlern von Übernahmefantasien in der Konsumgüterbranche profitieren. Der «Daily Telegraph» berichtete am Mittwochabend in seiner Online-Ausgabe, es gebe Spekulationen, der Calgon- und Sagrotan-Hersteller Reckitt-Benckiser stehe kurz vor einer viele Milliarden Pfund schweren, grenzüberschreitenden Transaktion. Eine schon immer genannte Möglichkeit sei SSL International, der Hersteller der Durex-Kondome. Gut unterrichtete Quellen glaubten mittlerweile aber vielmehr, dass der Kandidat der US-Wettbewerber Colgate-Palmolive sei, schreibt die Zeitung. Da beide Unternehmen etwa gleich gross seien, würde es hier aber eher auf eine Fusion als auf eine Übernahme hinauslaufen, schlussfolgerte das Blatt. Die Colgate-Aktie war daraufhin am Vorabend um über drei Prozent gestiegen. «Eine Branchenkonsolidierung sollte sich zunächst einmal nicht negativ auf deutsche Konkurrenten auswirken, auch wenn es einer dritten Partei schwer fallen dürfte, Beiersdorf oder Henkel zu übernehmen», kommentierte ein Händler.
Dagegen drohen Bayer-Titeln Kursverluste. Ein Börsianer begründete dies mit der Entscheidung des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), die Kostenübernahme der Behandlung von Leberkrebs mit Bayers «Nexavar» abzulehnen. Das Medikament sei dafür zu teuer, hiess es. Dem Börsianer zufolge habe ein Sprecher von Bayer jedoch bereits Schritte gegen diese Entscheidung angekündigt. «Die Entscheidung kommt nicht unerwartet, nachdem bereits die Kostenübernahme bei Nierenkrebs verweigert wurde», so der Händler. Dennoch sei die Meldung ein Rückschlag für das als Blockbuster eingestufte Nexavar.
Im MDax zeigten sich Rational vorbörslich sehr fest. Goldman Sachs hatte die Papiere des Grossküchenegräte-Herstellers von «Neutral» auf «Buy» hochgestuft und das Kursziel von 115 auf 140 Euro angehoben./gl/rum

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