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FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag zum Börsenauftakt 2010 trotz durchwachsener Vorgaben Gewinne verzeichnet. Bis zum Mittag des ersten Handelstags im neuen Jahr stieg der Dax um 0,74 Prozent auf 6.001,52 Punkte. Damit blieb er knapp über der viel beachteten 6.000-Punkte-Marke, die er kurz vor Jahresende erstmals seit September 2008 wieder überschritten hatte. Der MDax rückte um 0,99 Prozent auf 7.581,66 Zähler vor. Der TecDax gewann 1,24 Prozent auf 827,68 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang September 2008.
Marktstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wollte der Entwicklung allerdings nicht zu viel Bedeutung einräumen. "Am letzten Handelstag vor Silvester haben wir etwas überraschend Verluste gesehen, die wir jetzt wieder aufholen - mehr ist es nicht", sagte er. Es habe die erwartete Jahresendrally gegeben, doch "nun werden die Karten neu gemischt". Die Umsätze seien "eher flau" und die Anleger warteten auf den am Nachmittag anstehenden ISM-Index aus den USA. Danach richteten die Blicke sich bereits auf die für Freitag angekündigten US-Arbeitsmarktdaten.
Die Siemens-Aktien legten nach einem Auftrag aus Russland sowie positiven Aussagen von Wettbewerber Philips um überdurchschnittliche 1,34 Prozent auf 65,07 Euro zu. Der mindestens 580 Millionen Euro schwere Auftrag sei zwar leicht positiv für Siemens, aber ebenso wenig wie die Philips-Aussagen ein grosser Kurstreiber, meinte er indes. Gleiches gelte für die in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" angekündigte Ausgabe von Unternehmensanleihen in US-Dollar. Der "Spiegel" zitiert Philips mit dem Ziel, nach dem Ende der Krise seinen Umsatz um mindestens sechs Prozent jährlich zu steigern.
Die Aktien von Infineon legten kräftig zu und zählten mit plus 2,40 Prozent auf 3,973 Euro zu den Favoriten im Dax. Am Markt wurden mehrere Gründe genannt. So verwies ein Händler darauf, dass Infineon so schnell wie möglich eine zehnprozentige Gewinnmarge erreichen will, wie Finanzchef Marco Schröter "Focus Money" sagte. Am Markt werde diese Aussage zum Teil dahingehend interpretiert, dass dies schon in diesem Jahr der Fall sein könnte, sagte er. Ein weiterer Händler verwies darauf, dass die "Wirtschaftswoche" die Aktie als "Top Pick" für 2010 sieht und zum Kauf empfiehlt. Infineon sei "einer der attraktivsten Dax-Werte", heisst es dort. Allmählich würden die Früchte des Konzernumbaus sichtbar, die Querelen im Management schienen sich zudem zu legen und die Bilanz sei weitgehend saniert.
Die Anteilsscheine von Bayer gehörten indes mit plus 0,04 Prozent auf 55,98 Euro zu den schwächsten Werten im Leitindex. Die Rückkehr zu den alten Produktionsniveaus in der Chemie wird sich nach Einschätzung des 2010 ausscheidenden Bayer-Chefs Werner Wenning noch drei bis vier Jahre hinziehen. Zudem zitierte ihn die "Börsen-Zeitung" (Donnerstagausgabe) mit der Aussage, dass die Sicherung des Rohstoffbezugs zu günstigen Preisen für Bayer zu den Herausforderungen im Industriegeschäft zählt. "Diese Aussagen sind nicht gerade optimistisch", kommentierte ein Händler, der der Nachricht allerdings keine grosse kursbelastende Wirkung einräumen wollte.
Unter den Technologiewerten sprangen Jenoptik um 9,50 Prozent auf 4,15 Euro hoch. Der Konzern will sein Laser-Geschäft für die Solarindustrie ausbauen und in den Markt für LED-Beleuchtung einsteigen, wie Vorstandschef Michael Mertin in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade urteilte: "Beide Segmente sind ausgemachte Wachstumsmärkte, da wäre es schon sehr interessant, wenn der Einstieg gelingen würde." Der Einstieg in den Solarmarkt könne über ein Nischensegment erfolgen. Beim LED-Markt ist er allerdings skeptischer, "da diese Branche stark umkämpft ist und die Stücke vom Kuchen schon verteilt sind".
Im SDax trieb eine positive Studie die Aktien von Air Berlin um 4,79 Prozent auf 3,94 Euro nach oben. Die Deutsche Bank stufte die Papiere der Fluggesellschaft von "Hold" auf "Buy" hoch. Das Unternehmen sei nach zwei schwierigen Jahren zurück auf dem richtigen Weg: Restrukturiert, rekapitalisiert und mit erneuerter Marketing- und Markenpolitik, schrieb Analyst Lars Slomka. Die Verkehrszahlen hätten sich stabilisiert und von 2010 an sei mit einer Volumenerholung zu rechnen. Sein Kursziel beliess Slomka bei 5,00 Euro./gl/ck
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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