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AKTIEN FRANKFURT: Leichter – vom Tagestief erholt – SAP nach Zahlen Spitze

FRANKFURT (awp international) – Der deutsche Aktienmarkt hat seine Kursverluste im frühen Verlauf am Mittwoch nach schwachem Start reduziert. Der Dax stand am Mittag 0,55 Prozent tiefer bei 5.637,59 Punkten. Am Vortag hatte sich der Leitindex bereits nach schwachem Start bis zum Handelsschluss ins Plus gekämpft. Der MDax sank zuletzt um 0,51 Prozent auf 7.518,72 Zähler und der TecDax büsste 0,25 Prozent auf 803,19 Punkte ein.
Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank verwies auf die guten Ausblicke von Berichtsunternehmen wie SAP und Siemens als positiven Aspekt, der zumindest das Risiko an den Börsen begrenzen sollte. Als Bremsschuh erwiesen sich unterdessen die Banken, die nach den Plänen von US-Präsident Barrack Obama, den Sektor stärker zu kontrollieren, und auch wegen der weiter hohen Risikovorsorge unter Druck blieben. Am Markt sorge diese Gemengelage aktuell zu einer seitwärtsgerichteten Tendenz. Halver sagte: «Der Markt hat die Hoffnung auf eine Stabilisierung gespielt – nun wollen die Händler Fakten sehen.» Unterdessen warten die Anleger auch auf weitere Impulse aus den USA, zum einen durch frische Bilanzvorlagen und von der Zinsentscheidung der Federal Reserve.
SAP-Aktien drehten nach anfänglichen Verlusten im schwachen Markt nach endgültigen Zahlen für 2009 und einem Ausblick auf 2010 zuletzt mit 0,40 Prozent ins Plus auf 32,850 Euro. Europas grösster Softwarehersteller will 2010 die Krise hinter sich lassen und wieder Umsatz und Gewinn steigern. Ein Händler stufte die Zahlen in einer ersten Reaktion «etwas besser als erwartet» ein. Positiv seien die Aussicht auf weiter strenge Kostenkontrollen und das Ziel einer weiteren Margenverbesserung. Ein Marktanalyst sah das Margenziel dagegen etwas unter der Markterwartung. Commerzbank-Analyst Thomas Becker sieht zunächst keinen Anlass seine Schätzungen zu ändern und bleibt bei «Hold».
Zu den grössten Verlierern zählten unterdessen die Bankenwerte: Deutsche Bank büssten 2,48 Prozent auf 43,40 Euro ein und Commerzbank-Titel verbilligten sich um 2,35 Prozent auf 5,855 Euro. Die spanische Grossbank BBVA erlitt im abgelaufenen Jahr wegen fauler Kredite erneut einen Gewinnrückgang und die Aktien rutschten ab. Auch Autowerte mussten Federn lassen, wobei die Vorzüge von Volkswagen (VW) am Indexende um 2,98 Prozent auf 56,08 Euro abrutschten.
Im MDax rutschten Wacker Chemie am Indexende in Reaktion auf überraschend vorgelegte Zahlen um 6,51 Prozent auf 101,20 Euro ab. Der Halbleiter-Zulieferer und Chemiekonzern berichtete von Sonderbelastungen in Höhe von 340 Millionen Euro. Ein Analyst sah die Zahlen im Rahmen seiner Erwartungen und bezeichnete die negative Reaktion wegen der ausserordentlichen Belastungen als Kaufgelegenheit. Zweitschlechtester MDax-Wert waren HeidelbergCement, die nach schwachen Zahlen von Cemex 3,83 Prozent auf 44,190 Euro verloren. Der mexikanische Wettbewerber habe im vierten Quartal einen deutlichen Nettoverlust hinnehmen müssen, nachdem sich der Zementmarkt nicht habe erholen können. Analyst Norbert Kretlow von der Commerzbank sieht «moderat negative Implikationen von Cemex für HeidelbergCement». Allerdings gebe es auch positive Aspekte, da die Mexikaner von ersten Anzeichen einer Stabilisierung in einigen Märkten gesprochen hätten.
Positiv entwickelten sich bei den mittelgrossen Werten die Aktien von Sky Deutschland , die mit plus 6,29 Prozent auf 1,875 Euro an die Indexspitze kletterten. Laut «Handelsblatt» will der Bezahlsender künftig mehr Geld mit Fernsehwerbung erlösen. Zusätzliche Unterstützung bekommt die Aktie Händlern zufolge von einer Studie von Merrill Lynch. Analyst Daniel Kerven hatte die Aktie mit «Buy» und dem Kursziel 3,20 Euro aufgenommen. Südzucker zogen mit 1,98 Prozent ins Plus auf 16,775 Euro. Händler verwiesen auf Pläne der EU-Kommission die Exportquote für Zucker anzuheben./fat/dr
— Von Frederik Altmann, dpa-AFX —

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