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AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Regulierung drückt Dax unter 6000 Punkte

Dieser Inhalt wurde am 19. Mai 2010 - 18:19 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der deutsche Alleingang bei der Finanzmarktregulierung hat am Mittwoch am hiesigen Aktienmarkt für herbe Verluste gesorgt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat auf Anweisung der Regierung "ungedeckte Leerverkäufe" in Aktien von zehn deutschen Finanzkonzernen sowie in Staatsanleihen aus Euro-Ländern verboten. Auch der Handel mit bestimmten Kreditausfallversicherungen auf Anleihen der Euro-Zone wurde untersagt. Der Dax schloss 2,72 Prozent tiefer bei 5988,67 Punkten und damit unter der psychologisch wichtigen Schwelle von 6000 Punkten. Der Mdax gab um 3,55 Prozent auf 8025,27 Punkte nach und der TecDax büsste 3,03 Prozent auf 745,41 Punkte ein.
Die Regulierungsmassnahmen rückten Finanztitel in den Fokus. Aktien der Deutschen Börse gehörten mit Verlusten von 3,75 Prozent auf 53,18 Euro zu den grösseren Verlierern und auch für Allianz und Deutsche Bank ging es deutlich nach unten. Indes hielten sich Commerzbank- Titel mit einem Minus von 1,66 Prozent auf 5,930 Euro noch vergleichsweise gut. Das vom Staat gestützte Institut sieht sich nach einem guten Jahresstart auf dem besten Weg zur Trendwende, hiess es auf der Hauptversammlung.
BMW-Aktien wurden ex Dividende gehandelt. Da auch Herabstufungen von Merrill Lynch und der HSBC belasteten, fiel das Minus von 2,65 Euro oder 6,68 Prozent auf 37,000 Euro deutlich höher aus als der Dividendenabschlag von 0,30 Euro. Für Papiere des Autozulieferers Continental ging es im MDax um 6,03 Prozent auf 39,880 Euro nach unten. Händler verwiesen auf die Abstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) vom Vorabend nach Börsenschluss.
SCHLUSSLICHT PROSIEBENSAT.1 MEDIA
Schlusslicht waren allerdings ProSiebenSat.1 Media mit einem satten Minus von 10,96 Prozent auf 12,600 Euro. Die heutige Durchsuchung der Büros des Senders durch das Bundeskartellamt ist laut Händlern die Ursache für den starken Kursrückgang. Im TecDax drückte die Zahlenvorlage Wirecard-Aktien mit 2,75 Prozent auf 8,072 Euro ins Minus. Die endgültigen Quartalsergebnisse des Zahlungsabwicklers hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen, hiess es am Markt. Papiere von Air Berlin verloren 4,80 Prozent auf 3,351 Euro. Die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft weitete im ersten Quartal ihren Verlust aus. Nach Meinung von Händlern lagen die Zahlen des im SDax gelisteten Unternehmens knapp unter den Erwartungen.
Der EuroStoxx schloss mit Abschlägen von 2,92 Prozent bei 2619,48 Punkten. In Paris und London verloren die nationalen Indizes ebenfalls knapp drei Prozent. Der New Yorker Dow Jones Composite zeigte sich zum europäischen Handelsschluss gut anderthalb Prozent schwächer.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,32 (Vortag: 2,40). Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 127,37 Punkte. Der Bund Future gewann 0,58 Prozent auf 127,60 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2270 (Dienstag: 1,2428) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8150 (0,8046) Euro./gl/sk

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