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FRANKFURT (awp international) - Im Kielwasser einer Stabilisierung der Wall Street haben sich die deutschen Standardwerte am Montag etwas erholt. Die US-Börsen waren zwar tiefer ins Wochenende gegangen, hatten sich aber im späten Geschäft von ihren Tagestiefs erholt, was Börsianer als positive Vorgabe werten. Der Dax legte bis zum Mittag 0,40 Prozent auf 6.029,43 Punkte zu. In der Vorwoche hatte der Leitindex noch 1,72 Prozent eingebüsst. Für den MDax ging es zuletzt um 0,61 Prozent auf 8.239,50 Punkte nach oben, der TecDax gewann 0,07 Prozent auf 742,69 Punkte.
"Die Vorgaben aus den USA und auch die Erwartung für eine positive Eröffnung an der Wall Street haben eine Stabilisierung der deutschen Börse ermöglicht", sagte Heino Ruland von Ruland Research. Der Future auf den weltweiten Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit dem Xetra-Schluss vom Freitag 0,63 Prozent. Insgesamt fehlen Ruland zufolge bisher die weiteren Impulse auch von der Konjunkturseite. Dies dürfte sich jedoch im Wochenverlauf mit frischen Daten aus den USA und auch aus Europa beispielsweise am Mittwoch mit dem ifo-Index aus Deutschland ändern.
An der Dax-Spitze standen K+S dank der anhaltenden Fantasie um eine weitere Konsolidierung in dem Sektor mit plus 1,82 Prozent auf 43,400 Euro. Der Minenkonzern BHP Billiton ist an Potash interessiert, der kanadische Kalidüngerproduzent und K+S-Wettbewerber wehrt sich aber gegen die Übernahmeopfferte. Am Indexende standen dagegen Linde , die laut Händlern "ohne Nachrichten" 0,58 Prozent auf 90,78 Euro verloren.
Bankenwerte wurden unterdessen als Branche favorisiert. Aktien der Deutschen Bank standen zeitweise an der Dax-Spitze und legten zuletzt 1,67 Prozent auf 51,690 Euro zu, Commerzbank verteuerten sich um 0,77 Prozent auf 6,780 Euro. Die von der Bundesregierung geplante Bankenabgabe zur Verhinderung künftiger Finanzkrisen nimmt konkrete Formen an, wie am Montag aus dem Finanzministerium verlautete. Versicherer und Hedge Fonds bleiben demnach ausgenommen. Ein Händler sagte: "Das ist aber nicht das Thema am Markt. Börsianer spielen nun verstärkt die zunehmende M&A-Aktivität, die positiv speziell auf Investmentbanken wirkt." Aktien der Deutschen Bank hätten zuletzt stark unter Druck gestanden und erholten sich nun, auch aufgrund einer positiven Charttechnik. Commerzbank rückten auch wieder wegen des erwarteten Ausstiegs des Staats in den Blick, was laut Händlern aber "nicht Neu" ist.
Bei den Werten aus der zweiten und dritten Reihe blieb die Nachrichtenlage und damit auch das Geschäft insgesamt relativ dünn, hiess es auf dem Parkett. Im MDax sprangen Sky Deutschland mit plus 11,48 Prozent auf 1,020 Euro an die Spitze. Der angeschlagene Bezahlsender will sich dem "Handelsblatt" zufolge mit Kabelnetz-Betreibern verbünden, um mehr Abonnenten zu gewinnen. Händler nahmen den Bericht unterschiedlich auf. Während einer "nicht viel Neues" erkennen konnte, da die grossen Kabelkonzerne bereits Produktpakete zusammen mit Sky anböten, sehen andere einen positiven Impuls. Sky-Aktien hätten zuletzt so massiv verloren, dass eine Reaktion fällig gewesen sei.
Im Kleinwertesegment SDax verteuerten sich Air Berlin um 0,26 Prozent auf 3,419 Euro. Laut "WirtschaftsWoche" will Deutschlands zweitgrösste Fluglinie ihren Service auf der Langstrecke verbessern. Der Umbau sei dem Vorstandsvorsitzenden Joachim Hunold aufgrund der Branchenkrise Anfang 2008 noch zu teuer gewesen, nun seien die Neuerungen eine Reaktion auf den Umbau der Fluglinie vom Billigflieger zum Konkurrenten etablierter Airlines wie der Lufthansa . Um auf der Langstrecke mit dem Erzrivalen mithalten zu können, habe sich Air Berlin Partner wie die Oneworld-Allianz gesucht. Analyst Johannes Braun von der Commerzbank zufolge zeigt der Bericht, dass der Beitritt in die Oneworld-Allianz der strategisch richtige Schritt sei, dieser aber auch bisher noch nicht spezifizierte Integrationskosten verursache./fat/chs

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