86’027 Arbeitslose
Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat im Dezember erneut deutlich zugenommen.
Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum November um 8394 auf 86’027 und damit auf den höchsten Stand seit Mitte 1999. Die Arbeitslosenquote kletterte von 2,1 auf 2%.
Damit liegt der Jahres-Endwert zum ersten Mal seit 1996 wieder höher als der Stand zu Jahresbeginn, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Dienstag mitteilte.
Die Zahl der Stellensuchenden stieg um 9041 auf 129’849. Demgegenüber verringerte sich die Zahl der gemeldeten offenen Stellen um 2090 auf 9488 Stellen.
Beim Anstieg der Arbeitslosigkeit hätten zu rund drei Viertel saisonale Gründe eine Rolle gespielt, sagte seco-Sprecher Alan Kocher. So sei das Baugewerbe allein für einen Viertel des Anstiegs der Arbeitslosigkeit verantwortlich. Der Anteil der konjunkturellen Komponenten lag laut Kocher bei rund einem Viertel.
Am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit im Kanton Wallis, wo sich saisonale Gründe traditionell stark auswirken. Dort schnellte die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozentpunkte auf 3,5% nach oben.
Nachwirkungen von Swissair-Pleite
Im Kanton Zürich stieg die Quote von 2,4 auf 2,6%. Dabei habe erneut auch das Swissair-Debakel eine Rolle gespielt, sagte Kocher. Im Dezember waren nach Angaben des seco rund 1600 Personen registriert, die nach der Swissair-Krise ihre Stelle verloren. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher sein.
Es sei schwierig zu bewerten, wie gross der Anteil von Arbeitslosen in Folge der Swissair-Krise sei. So sei nicht sichtbar, wieviele Arbeitslose aus Zuliefer-Betrieben der Swissair kommen. Zudem hätten sehr gut qualifizierte Swissair-Angestellte teilweise bereits neue Stellen gefunden.
Quote vergleichsweise tief
Das Jahresmittel liegt zum vierten Mal in Folge unter dem vorhergehenden: 2001 belief sich die Arbeitslosenquote auf durchschnittlich 1,9% (2000: 2,0%). Das sind 67’197 Arbeitslose pro Monat. Die durchschnittliche Zahl der Stellensuchenden lag im letzten Jahr bei 109’423 Personen (-15’210).
Im internationalen Vergleich sei diese Arbeitslosenquote relativ tief, sagte Kocher. Der Anstieg im letzten Quartal dürfe nicht überbewertet werden.
Weitere Zunahme
Für das laufende Jahr erwartet das seco eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 2,2%. Aus saisonalen Gründen gebe es zunächst einen weiteren Anstieg, der traditionell bis Februar dauere, so sagte Kocher.
Ab Mitte 2002 rechnet das seco mit einer konjunkturellen Erholung, die sich dann auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte.
swissinfo und Agenturen
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