Arbeitslosigkeit geht weiter zurück
Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im März weiter gesunken. Ende letzten Monats waren bei den Arbeitsämtern 4'141 weniger erwerbslose Personen registriert als im Vormonat. Tourismus und Baugewerbe sind hauptverantwortlich für die Entwicklung.
Im März waren 65’625 Arbeitslose registriert. Die Arbeitslosenquote sank auf 1,8 (Vormonat: 1,9) Prozent. Es wurden insgesamt 110’115 Stellensuchende registriert, 4’460 weniger als im Vormonat. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich leicht.
Abnahme saisonal bedingt
Der deutliche Rückgang sei vor allem saisonal bedingt, sagte Jean-Luc Nordmann, Leiter der Direktion Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (seco), am Freitag (06.04.). In den Kantonen, die stark vom Tourismus und Baugewerbe lebten, sei die Abnahme sehr ausgeprägt.
So sank die Arbeitslosenquote im Tessin am deutlichsten, nämlich um 0,8 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Es folgte das Wallis mit einem Rückgang der Quote um 0,6 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent. In den übrigen Kantonen ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück.
Weiterer Rückgang trotz konjunktureller Abkühlung
Für die kommenden Monate zeigte sich Nordmann trotz der konjunkturellen Abkühlung zuversichtlich. Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich weiter entspannen. Mit 5’000 bis 60’000 Arbeitslosen dürfte im kommenden September der Tiefpunkt erreicht werden.
Seine Prognose für das ganze laufende Jahr habe das seco nochmals überprüft. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass sich keine Anpassungen aufdrängen», so Nordmann.
Es gebe aber auch Risiken: Eine Rezession in den USA und Japan würde auch in Europa Spuren hinterlassen. Da der Arbeitsmarkt jedoch zeitlich verzögert auf konjunkturelle Schwankungen reagiere, seien Auswirkungen wohl kaum vor 2002 zu erwarten.
Weniger Langzeit-Arbeitslose, weniger Ausgesteuerte
Die entspannte Lage am Arbeitsmarkt, die vereinzelt bereits einem Mangel an Arbeitskräften gewichen ist, kommt auch in der markant gesunkenen Kurzarbeit sowie in der tieferen Zahl von Ausgesteuerten und Langzeit-Arbeitslosen zum Ausdruck.
So betrug die Zahl der Ausgesteuerten im Januar mit 1’793 Personen nur noch halb soviel wie im Jahr 1999. Und schliesslich hat der Anteil der Langzeit-Arbeitslosigkeit an allen Arbeitslosen mit 16 Prozent einen Tiefstand erreicht. Vor zwei Jahren hatte die Quote noch doppelt so hoch gelegen.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch