Atomtransporte nach Sellafield unterwegs
Erstmals nach mehr als einem Jahr Pause ist wieder ein Transport mit abgebrannten Brennstäben von der Schweiz nach Sellafield in England unterwegs. Zwei Transporte verliessen am Dienstagmorgen (29.05.) das Kernkraftwerk Mühleberg bei Bern. Nach vorübergehenden Greenpeace-Blockaden haben die Lastwagen die Schweiz nun verlassen.
Erstmals nach mehr als einem Jahr Pause ist wieder ein Transport mit abgebrannten Brennstäben von der Schweiz nach Sellafield unterwegs. Die beiden Speziallastwagen brachen am frühen Dienstagmorgen von Mühleberg Richtung Frankreich auf. Vor Mittag verliessen sie die Schweiz über einen Grenzübergang bei Le Locle NE.
Die Bernischen Kraftwerke (BKW) rechnen mit einer Woche Transportzeit für die 34 Tonnen schweren bruch- und brandsicheren Spezialcontainer. In jedem Container befinden sich sieben abgebrannte Brennelemte.
Umweg wegen Greenpeace-Aktion
In Fleurier NE kam es zu einem kurzen Unterbruch der Reise, weil Greenpeace-Aktivisten die Strasse blockierten. Auf einem Umweg konnte der Konvoi schliesslich die Schweiz verlassen. Ein erster Versuch von Greenpeace, den Transport bereits im freiburgischen Kerzers zu stoppen, war fehlgeschlagen: Der Konvoi schlug unerwartet einen anderen Weg ein.
Nach Angaben der BKW sind für kommende Monate noch sieben weitere Transporte geplant. Die Bewilligung für die Ausfuhr von total 63 Brennstäben ist bis Ende März 2002 befristet.
Die Transporte waren im März 2000 verboten worden, nachdem die englische Aufsichtsbehörde das Sicherheitsbewusstsein in den Wiederaufbereitungs-Anlagen von Sellafield kritisiert hatte. Am 10. Mai waren sie vom Bundesamt für Energie (BFE) wieder bewilligt worden.
Protest gegen «kriminelle Bewilligung»
Greenpeace kritisierte mit ihrer vorübergehenden Blockade in Fleurier weniger den Transport an sich als vielmehr den Umstand, dass die Wiederaufbereitungs-Anlage Sellafield nach wie vor «massive Sicherheitsprobleme» aufweise. Die vom Bund erteilte Bewilligung sei kriminell, urteilt Greenpeace.
swissinfo und Agenturen
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