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Cablecom streicht 260 Stellen

Restrukturierung beim grössten Kabelnetzbetreiber in der Schweiz. Keystone

Der grösste Kabelnetzbetreiber in der Schweiz, Cablecom, streicht nach der Übernahme durch den US-Konzern Liberty bis Ende 2006 15% der Arbeitsplätze.

Die Restrukturierung von Cablecom führt bis Ende 2005 zu 80 Entlassungen. Die restlichen Stellen sollen bis Ende 2006 durch natürliche Abgänge und Frühpensionierungen abgebaut werden.

Der erst vor gut einem Monat in amerikanischen Besitz übergegangene Kabelnetzbetreiber begründet den Abbau unter anderem mit einer Anpassung an die aktuellen Marktverhältnisse.

Bis Ende 2005 werden rund 80 Kündigungen ausgesprochen. Ein Sozialplan ist vorhanden. «Wir werden im Rahmen unseres ausgearbeiteten Sozialplans unser Möglichstes tun, um den Stellenabbau sozialverträglich umzusetzen und die Zahl der Entlassungen auf ein Minimum zu beschränken», wird Managing Director Rudolf Fischer zitiert.

Nur gewisse Bereiche betroffen

Die meisten Geschäftsbereiche von Cablecom sind von der Reduktion nicht betroffen. Die Reorganisation und Fokussierung betrifft vor allem die Bereiche Network Management, Technology, Support-Funktionen sowie das oberste Management.

Wie viele Stellen im obersten Management betroffen sind, wollte Cablecom-Sprecher Stephan Howeg auf Anfrage nicht bekannt geben. Es werde zu Veränderungen kommen. Auf dieser Ebene würden deshalb «ein paar Stellen gestrichen», sagte er lediglich.

Kein Zusammenhang mit Konzernchef-Rücktritt

Die Reorganisation hängt offenbar aber nicht mit dem am Montag von Cablecom angekündigten sofortigen Rücktritt von Konzernchef Bruno Claude zusammen. Es handle sich um einen Prozess, der schon vor zwei Monaten geplant worden sei und nun zum Abschluss komme, sagte Howeg.

Zur Reorganisation kommt es den Angaben zufolge wegen der erforderlichen Anpassung an die aktuellen Marktverhältnisse. Auf Grund des starken Wettbewerbs in der Telekommunikation müsse sich auch Cablecom den immer kürzeren Innovations-Zyklen und dem technologischen Fortschritt anpassen.

Empörte Gewerkschafter

Die Telekommunikations- und Informationstechnologie-Gewerkschaft Kommunikation reagierte empört. Sie forderte in einer Mitteilung sofortige Gespräche, um Entlassungen zu verhindern und die Zahl der Betroffenen deutlich zu verkleinern, sowie Sozialplanverhandlungen.

Cablecom habe es nicht für nötig befunden, im Vorfeld der Reorganisation Verhandlungen aufzunehmen und verstosse gegen die Regeln der Sozialpartnerschaft in der Schweiz. Die neuen Cablecom-Besitzer bauten lieber Stellen ab als in die Zukunft des grössten Schweizer Kabelbetreibers zu investieren.

Über Nacht verkauft

Der grösste Schweizer Kabelnetzbetreiber hatte auf Mitte Oktober den Börsengang geplant, der aber in letzter Minute abgeblasen wurde, weil Cablecom praktisch über Nacht für 2,8 Mrd. Franken an den US-Konzern Liberty Global verkauft wurde.

Die Integration von Cablecom in die Liberty-Division sei in den letzten Wochen vorangetrieben worden. In einzelnen Unternehmensbereichen sei deshalb ein Synergiepotenzial geortet worden, hiess es weiter.

swissinfo und Agenturen

Cablecom beschäftigt derzeit 1750 Personen.

Die Restrukturierung fordert 260 Stellen (15%), wovon 80 Entlassungen.

Cablecom ist in 14 der grössten Schweizer Städte aktiv in den Bereichen Fixtelefonie, Internet und Kabelfernsehen.

Cablecom wurde für 2,8 Mrd. Fr. vom amerikanischen Konzern Liberty Global gekauft.

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